Hauptmenü

21.12.2022

| 439

Hochkarätige Verstärkung für Aufbau des IUC

IUC-Vorstellung der beiden Projektbeauftragten
IUC-Vorstellung der beiden Projektbeauftragten

Brandenburgs Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle hat heute in Potsdam die beiden Projektbeauftragten für den Aufbau des Innovationszentrums Universitätsmedizin Cottbus (IUC), Staatssekretärin Dr. Ulrike Gutheil und Prof. Dr. Eckhard Nagel, präsentiert. Ulrike Gutheil hat bereits am 01. Mai 2022 als Projektbeauftragte begonnen, ihr Schwerpunkt ist der kaufmännisch-administrative Bereich. Eckhard Nagel hat am 01. Dezember 2022 angefangen, sein Schwerpunkt ist der wissenschaftlich-medizinische Bereich.

Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle:

„Ich freue mich sehr, dass wir zwei hochkarätige Experten für den Aufbau des IUC gewinnen konnten. Ulrike Gutheil hat nicht nur langjährige Führungserfahrungen, sie kennt sich auch bestens mit der Brandenburger Wissenschaftslandschaft aus und hat mit den Letters of Intent und dem Memorandum of Understanding bereits hervorragende Vernetzungsarbeit bei den Gesundheitsakteuren in der Lausitz geleistet. Eckhard Nagel ist Arzt, Transplanteur, Wissenschaftsmanager, Gesundheitssystemforscher, Ethiker – und mit seiner Vita, seinen vielfältigen Funktionen und seiner immensen Erfahrung der perfekte Partner, um ein überregionales Kompetenzzentrum der Gesundheitssystementwicklung aufzubauen“, so Ministerin Schüle. „Der Bund fordert mehr Medizin-Studiengänge – wir liefern. Aber nicht nur der drohende Fachkräftemangel ist ein Argument für den Aufbau der Hochschulmedizin. Corona, aber auch die derzeit grassierende multiple Grippe- und Erkältungswelle offenbaren die Defizite in der Gesundheitsversorgung wie unter einem Brennglas. Dazu kommen die Megatrends Digitalisierung und Demographie. Wir sind die Ersten, die mit einer neuen Hochschulmedizin eine Antwort auf diese Krisen geben. Mir ist wichtig: Das IUC wird nicht einfach nur die 37. Universitätsmedizin in Deutschland. Die Verknüpfung von Versorgung, Lehre und Forschung mit den Schwerpunkten ‘Gesundheitssystemforschung‘ und ‘Digitalisierung des Gesundheitswesens‘ ist ein Profil, das es bisher nirgends in Deutschland gibt. Ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. Der Aufbau einer staatlichen Universitätsmedizin in Cottbus ist eines der ambitioniertesten Projekte der Landesregierung bei der Strukturentwicklung der Lausitz. Mit dem Aufbau des IUC schaffen wir Arbeitsplätze, sichern die wohnortnahe medizinische Versorgung und bilden Medizinerinnen und Mediziner sowie weitere medizinnahe Fachkräfte für das Gesundheitssystem von Morgen aus. Einmal mehr: Zukunft ‘Made in Brandenburg‘.“

Dr. Ulrike Gutheil:

„Mit ihren Empfehlungen zu den Eckpunkten und Schwerpunktsetzungen des IUC hat die Expertenkommission vor rund eineinhalb Jahren die perfekte Grundlage gelegt für die Arbeiten, die wir seither erledigen. Wir sind mit unseren sechs Arbeitsgruppen einen guten Schritt vorangekommen bei den Themen Bau, Finanzierung, Forschung, Studium und Lehre, Trägerwechsel des Carl-Thiem-Klinikums Cottbus und digitale Vernetzung. Jetzt werden wir mit Unterstützung durch Prof. Eckhard Nagel als wissenschaftlich-medizinischen Projektbeauftragten des IUC die nächsten Schritte angehen. Ich freue mich sehr, dass wir mit Prof. Eckhard Nagel eine herausragende Persönlichkeit für diese gleichermaßen spannende wie verantwortungsvolle Aufgabe gefunden haben. Ich bin davon überzeugt, dass wir im Team, zusammen mit der Expertenkommission unter Vorsitz von Prof. Karl Max Einhäupl sowie den zahlreichen Partnern in Cottbus, der Lausitz und Brandenburg das Großprojekt gemeinsam weiter erfolgreich vorantreiben werden.“

Vita Ulrike Gutheil:

  • Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Bremen und der Arizona State University (USA), 1992 Promotion.
  • 1989-1999 Tätigkeit bei der Max-Planck-Gesellschaft in München.
  • 1999-2004 Kanzlerin der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus.
  • 2004-2016 Kanzlerin der TU Berlin.
  • 2001-2007 und 2015/16 Sprecherin der Berlin-Brandenburger Kanzler*innen.
  • 2006-2016 erste stellvertretende Bundessprecherin der Kanzler*innen der Universitäten Deutschlands.
  • 2016-2019 Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.
  • seit Mai 2022 Staatssekretärin und Projektbeauftragte für den Aufbau des Innovationszentrums Universitätsmedizin Cottbus.

Prof. Dr. Dr. med. habil. Dr. phil. Dr. theol. Eckhard Nagel:

„Ich freue mich heute hier zu sein und in beratender Funktion meine Erfahrungen aus Projekten zur Neugründung und zum Ausbau von medizinisch-wissenschaftlichen Einrichtungen mit einbringen zu können. Das Projekt IUC hat durch die Arbeit der hochkarätig besetzten Expertenkommission in den zurückliegenden Monaten deutschlandweit beachtete Zukunftsvorschläge gemacht. Aufbauend darauf kann dieses Projekt zum grundlegenden Strukturwandel in der Lausitz und darüber hinaus beitragen, kann die medizinische Versorgung sichern, wird die Attraktivität für Fachkräfte im Gesundheitswesen steigern und soll zu einem Magneten für junge Menschen und innovative Gründerinnen und Gründern werden, die sich in Forschung, Bildung, vor allem aber in der Versorgung von Patientinnen und Patienten engagieren wollen. Der Ausstieg aus dem Bekannten wird zum Aufbruch in eine gelingende Zukunft. Dafür soll das IUC stehen. Damit wird es zu einem Beispiel für andere Regionen in Deutschland, wie auf dem Fundament von guter Gesundheitsversorgung, attraktiver Bildung und Freude an gemeinschaftlichem und sozialem Engagement die digitale Gesellschaft gedeiht.“

Vita Eckhard Nagel:

  • Studium der Humanmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover und der University of Vermont (USA), 1987 Promotion, 1997 Habilitation.
  • Studium der Philosophie und Geschichte an der Universität Hannover, 1995 Promotion.
  • seit 2001 Inhaber des Lehrstuhls für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften an der Universität Bayreuth, seit 2015 Geschäftsführender Direktor des Instituts für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften der Universität Bayreuth.
  • 1986-2000 Tätigkeit an der Medizinischen Hochschule Hannover, 2001-2010 Leiter des Transplantationszentrums und Chefarzt im Bereich Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie am Klinikum Augsburg, 2010-2015 Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Essen.
  • 2001-2008 Gründungsmitglied des Nationalen Ethikrates und 2008-2016 Mitglied des Deutschen Ethikrats.
  • Mitglied des Expertenkreises zur Gründung der Medizinischen Fakultät an der Universität Oldenburg, seit 2017 Sprecher der Universität Bayreuth für den Aufbau des MedizinCampus Oberfranken.
  • seit 2020 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für integrierte Versorgung im Gesundheitswesen.
  • seit Dezember 2022 Projektbeauftragter für den Aufbau des Innovationszentrums Universitätsmedizin Cottbus.

Das Land Brandenburg plant den Aufbau des Innovationszentrums Universitätsmedizin Cottbus (IUC) im Rahmen einer ‘Modellregion Gesundheit Lausitz‘. Das IUC soll aus einer Universitätsmedizin und einem digital unterstützten Netzwerk von Akteuren der Gesundheitsversorgung bestehen. Mit der Forschung am IUC soll ein Beitrag zur Weiterentwicklung des Gesundheitssystems in Deutschland geleistet werden. Hierzu werden die Forschungsschwerpunkte Gesundheitssystemforschung und Digitalisierung des Gesundheitswesens aufgebaut. Das Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus wird in diesem Zusammenhang zum Universitätsklinikum und Digitalen Leitkrankenhaus ausgebaut. Mit der Verankerung des IUC im Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen wurden im August 2020 die Voraussetzungen für eine finanzielle Unterstützung des Bundes geschaffen.

Eine hochkarätige zehnköpfige Expertenkommission unter der Leitung von Prof. Dr. Karl Max Einhäupl hatte im August 2021 Empfehlungen zum Aufbau des IUC präsentiert und für die operativen Arbeiten zur Vorbereitung der Gründung die Einsetzung von Projektbeauftragten empfohlen. Erst im November 2022 hatten zentrale Akteure ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, in dem Kammern, Verbände und Vereine aus Gesundheit und Pflege sowie Kranken- und Pflegekassen aus der Region ihre Absicht bekräftigt haben, die Modellregion Gesundheit Lausitz mit aufzubauen. Bis zum ersten Quartal 2023 soll das Konzept weiter konkretisiert werden und dann dem Wissenschaftsrat zur Evaluierung vorgelegt werden. Starttermin für die ersten Studierenden in Cottbus könnte das Wintersemester 2026/27 sein. Die Expertenkommission wird diesen Prozess weiterhin begleiten.

Weitere Informationen

Ident-Nr
439
Datum
21.12.2022
Downloads
Ident-Nr
439
Datum
21.12.2022
Downloads