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29.10.2020

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Audio-visuelle Ausstellung "Demokratie-Jetzt" von Bernd Blumrich in den Bahnhofspassagen

Demonstration am 4. November 1989 in Potsdam ©Bernd Blumrich
Demonstration am 4. November 1989 in Potsdam ©Bernd Blumrich

30 Jahre sind vergangen seit der friedlichen Revolution von 1989/90. Doch wer waren die Menschen, die sie erstritten? Was haben sie gesagt? Wie argumentiert? Die audiovisuelle Ausstellung „Demokratie – Jetzt“ gewährt einzigartige Einblicke in die Gedankenwelt der mutigen Akteure von damals.
Am 3.11.2020 wird die Ausstellung in den Potsdamer Bahnhofspassagen eröffnet.

„Es ist großartig, dass wir nun gleichzeitig mit der Einweihung des Demokratiedenkmals auf dem Luisenplatz am 04.11.2020 die Atmosphäre auf dem Platz damals am 4.11.1989 audio-visuell erlebbar machen können“,

sagt Marie-Luise Glahr, die Vorsitzende der Bürgerstiftung Potsdam. Erstmals werden original Ton-Mitschnitte der damaligen Reden mit den dazugehörigen Fotos kombiniert. Das unterscheidet sie von anderen Fotoausstellungen, indem sie den Bildern eine zweite Dimension hinzufügt.

Kulturministerin Manja Schüle:

„Ich bin Bernd Blumrich für seinen wachen Kamerablick ausgesprochen dankbar, denn er erlaubt uns der Atmosphäre der damaligen Demonstrationen nachzuspüren. Der neue Blick auf die vergangenen Ereignisse macht den Reiz der gesamten Ausstellung aus. Die Zeugnisse verdeutlichen, was damals riskiert und erreicht worden ist. Deshalb geht mein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten, die mit ihrem Engagement dazu beigetragen haben, diese besondere Ausstellung zu ermöglichen.“

Der Kleinmachnower Dokumentarfotograf Bernd Blumrich hatte die Demonstranten damals im Bild festgehalten. Ihm war klar, dass es sich um historische Ereignisse handelte – ebenso seinem Bekannten, dem Elektromeister Martin Gürtler aus Stahnsdorf. Dieser zeichnete auch die Reden auf, die am 4.11.1989 auf dem „Platz der Nationen“ (heute: „Luisenplatz“) bei der Großdemonstration gehalten wurden. Danach versteckte er die Tonbänder vor der Stasi - so gründlich, dass seine Familie sie erst lange nach seinem Tod wiederentdeckte.

Bernd Blumrich ließ die Aufzeichnungen dieses einen Tages digitalisieren, verschriftlichen und setzt sie in Beziehung zu seinen Fotos. 14 Bilder hat er im Großformat drucken lassen und einen Teil von ihnen mit einem QR-Code versehen, so dass alle Interessierten auf ihrem Smartphone die Audioclips  kostenlos hören können.

Die Ausstellung „Demokratie – Jetzt“ stehe für eine Besinnung auf die Ziele des Wendeherbstes und wolle ein Zeichen setzen für den Wert der Demokratie und deren Erhalt, so Bernd Blumrich.

„Ich wünsche mir seit 30 Jahren, Bilder und Tondokumente in dieser Form zusammenzuführen“,

sagt der nun 70jährige.

„Jetzt endlich kann man sich per Bild und Ton, audiovisuell, in diese Zeit zurückversetzen. Und das Besondere daran ist, dass beides echtes Handwerk ist – keine digitale Aufnahme, wie sie heute überall gemacht werden.“

Die Ausstellung wird ermöglicht dank einer großzügigen Förderung seitens des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur, und die Begleit-Broschüre wurde gefördert von der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der Kommunistischen Diktatur.

„Wir bedanken uns sehr bei Ministerin Dr. Manja Schüle sowie bei der Landesbeauftragten Dr. Maria Nooke für die starke Unterstützung,“

sagt die Historikerin Dr. Stephanie Salzmann, die die Ausstellung der Bürgerstiftung Potsdam ehrenamtlich kuratiert hat.

Die Ausstellungsdauer beträgt 28 Tage. Center-Manager Carsten Paul von den Bahnhofspassagen Potsdam stellt der Potsdamer Bürgerstiftung die Flächen dafür unentgeltlich zu Verfügung.

„Dafür sind wir ihm sehr dankbar“,

sagt die Stiftungsvorsitzende Marie-Luise Glahr.

„So können wir auch in Corona-Zeiten mit Sicherheit und Abstand interessierte Menschen erreichen.“

Veranstalterin der Ausstellung ist die Potsdamer Bürgerstiftung. Sie hat bereits mit ihrem Format #einheizstream (abrufbar unter www.einheizstream.de) in einem breiten Programm viele Menschen eingeladen, sich über ihre Erfahrungen während der Wendezeit auszutauschen und diese aus heutiger Sicht zu bewerten. Die Ausstellung schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft, um den Dialog über Gewolltes, Erreichtes und zu Gestaltendes fortzusetzen.

„Wir haben in unseren Einheits-Feierlichkeiten gesehen, dass eine einheitliche Bewertung der Geschichte nicht möglich ist“,

sagt die Vorsitzende Marie-Luise Glahr.

„Umso wichtiger ist es uns, die einzelnen Stimmen zu hören und wahrzunehmen, dass jeder seine eigene Geschichte mitbringt. Daher sind uns Austausch und Dialog so wichtig. Wir sehen in dieser Ausstellung 'Demokratie – Jetzt' die Ziele von vor 30 Jahren und wollen wissen: Was braucht die demokratische Gesellschaft von heute und morgen?“

Kuratiert hat die Ausstellung die Historikerin Stephanie Salzmann, die sich seit kurzem ehrenamtlich für die Potsdamer Bürgerstiftung engagiert.

„Bei einem zeithistorisch so wertvollen und spannenden Projekt wie dieser Ausstellung ist ehrenamtliche Arbeit doppelt lohnend.“

Die Begleitbroschüre ist erhältlich gegen eine Schutzgebühr von 5,00 € inkl. MwSt. oder eine darüber hinausgehende Spende bei der Potsdamer Bürgerstiftung (Friedrich-Ebert-Straße 94, Tel.: 0331/23180300, info@potsdamer-buergerstiftung.com oder unter www.potsdamerbuergerstiftung.com/shop) in verschiedenen Potsdamer Buchhandlungen.

Ansprechpartnerin: Bürgerstiftung Potsdam, Marie-Luise Glahr, Eisenhartstraße 18, 14469 Potsdam, 0331/23180300, info@potsdamer-buergerstiftung.com, www.potsdamer-buergerstiftung.com

Ident-Nr
311
Datum
29.10.2020
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