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23.01.2015

Die neue Synagoge in Cottbus ist ein Symbol für den Zusammenhalt der Religionen

Ministerin Kunst spricht anlässlich der Weihe der ehemaligen Schlosskirche in Cottbus zur Synagoge

Wann:  Dienstag, 27. Januar 2015, 17.00 Uhr

Wo:      Synagoge Cottbus, Spremberger Straße, 03046 Cottbus

Was:    Die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Sabine Kunst, spricht ein Grußwort anlässlich der Weihe der ehemaligen Schlosskirche in Cottbus zur Synagoge. Nach der religiösen Zeremonie zur Einweihung der Synagoge sprechen neben Ministerin Kunst auch Vertreter der jüdischen Gemeinde Cottbus sowie der Vizepräsident des Zentralrates der Juden, Mark Dainow, und Oberbürgermeister Holger Kelch.

Ministerin Kunst verweist darauf, dass das jüdische Leben in Cottbus und der Region mit der Synagoge ein neues Zentrum erhält. „Das jüdische Gotteshaus in Cottbus ist ein sichtbares Zeichen für das vielfältige, aktive jüdische Leben, das sich seit den 90er Jahren in unserem Land wieder entwickelt hat. Ich freue mich, dass wir in den vergangenen 25 Jahren dazu beitragen konnten, diesen Prozess zu unterstützen. Dazu zählt die Förderung der Gemeinden ebenso wie die Gründung der School of Jewish Theology an der Universität Potsdam, mit der erstmals eine jüdisch-theologische Ausbildung an einer deutschen Universität verankert wurde. Auch das Abraham Geiger Kolleg, das Zacharias Frankel College und das Moses Mendelssohn Zentrum prägen heute selbstverständlich jüdisches Geistesleben in Brandenburg. Was mich besonders freut: Die Umwidmung der früheren Kirche in eine Synagoge ist ein bundesweit wichtiges Symbol für den Zusammenhalt der Religionen – das ist gerade in diesen Zeiten wichtiger denn je.“

Die einschiffige Schlosskirche Cottbus wurde von 1707 bis 1714 von französischen Hugenotten erbaut. Die evangelische Kirchengemeinde St. Nikolai Cottbus, die das Gebäude zuletzt nutzte, verkaufte die Kirche im vergangenen Jahr der Jüdischen Gemeinde Cottbus, um es als Gotteshaus zu erhalten. Der Kaufpreis in Höhe von 582.000 Euro wurde vom Land Brandenburg übernommen. Das Kulturministerium hat die Umwandlung des Gebäudes zu einem jüdischen Kultraum mit 12.000 Euro und den Einbau von Sicherheitstechnik mit 18.000 Euro unterstützt. Zudem wird der Betrieb des Gebäudes mit jährlich 50.000 Euro gefördert.

Jüdisches Leben in Cottbus ist seit dem 15. Jahrhundert dokumentiert. Die erste jüdische Betstube wurde 1811 in einem Hinterhaus eingerichtet. Die 1902 eingeweihte Synagoge wurde bei den NS-Novemberpogromen 1938 niedergebrannt: Bei Kriegsende im Jahr 1945 lebten nur noch zwölf von ursprünglich mehr als 300 Juden in der Stadt. Erst 1998 konnte eine neue jüdische Gemeinde gegründet werden, heute zählt sie rund 350 Mitglieder.

Im Land Brandenburg haben sich seit 1991 jüdische Gemeinden in Potsdam, Cottbus, Frankfurt (Oder), Brandenburg an der Havel, Bernau, Oranienburg und Königs Wusterhausen mit rund 2.000 Mitgliedern gegründet. Das Land Brandenburg hat 2005 einen Staatsvertrag mit dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden abgeschlossen und stellt den Gemeinden jährlich 500.000 Euro zur Förderung jüdischer Gemeinde- und Verbandsstrukturen zur Verfügung. Auch die Pflege der jüdischen Friedhöfe wird vom Land mitfinanziert.

Seit 2012 gibt es zudem das Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg, in dem Hochschulen und wissenschaftliche Einrichtungen zusammenarbeiten. Im Jahr 2013 wurde die School of Jewish Theology an der Universität Potsdam eingerichtet. Um eine bekenntnisgebundene Besetzung der Professuren zu ermöglichen, wurde das Landeshochschulgesetz geändert. Seither können Frauen und Männer das Rabbiner- bzw. das Kantorenstudium an der Universität Potsdam sowie am Abraham Geiger Kolleg und am Zacharias Frankel College Rabbiner absolvieren. Der Studiengang „Jüdische Theologie“ an der Universität Potsdam wird vom Land jährlich mit 563.000 Euro unterstützt.

Das 1992 gegründete Moses Mendelssohn Zentrum in Potsdam ist eine interdisziplinär arbeitende Forschungseinrichtung, die historische, philosophische, religions-, literatur- und sozialwissenschaftliche Grundlagenforschung betreibt. Im Zentrum der Forschung stehen dabei die Geschichte, Religion und Kultur der Juden und des Judentums in Europa sowie die Beziehungsgeschichte von Juden und nichtjüdischer Umwelt. Das Moses Mendelssohn Zentrum wird vom Land jährlich mit mehr als 700.000 Euro gefördert.

Datum
23.01.2015
Rubrik
PM
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23.01.2015
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PM