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22.04.2021

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Vom Kino zum Kunstmuseum

Lichtspieltheater der Jugend ©Stadt Frankfurt (Oder)
Lichtspieltheater der Jugend ©Stadt Frankfurt (Oder)

Kulturministerin Manja Schüle hat heute gemeinsam mit Oberbürgermeister René Wilke und der Direktorin des Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK), Ulrike Kremeier, das ehemalige ‘Lichtspieltheater der Jugend‘ in Frankfurt (Oder) besucht und sich über den Stand der Umbaupläne informiert. Das frühere Kino soll in den kommenden Jahren zum Frankfurter Standort des Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst entwickelt werden.

Kulturministerin Manja Schüle:

„Für mich als gebürtige Frankfurterin hieß es heute: Back to the roots. Ich bin mit dem ‘Alten Kino‘ groß geworden. Das Lichtspieltheater ist ein bedeutender Ort der Frankfurter Identität und Teil der Stadt-Seele. Viele Menschen haben zu DDR-Zeiten im Lichtspielhaus Konzerte und Kulturevents besucht und Jugendweihe gefeiert. Der Umbau des Gebäudes vom Kino zum Kunstmuseum ist damit auch ein Stück ostdeutsche Selbstvergewisserung“, so Manja Schüle. „Ich freue mich deshalb sehr, dass wir das frühere Kino nun nach langem Leerstand zu einer attraktiven und bundesweit bedeutsamen Kulturstätte entwickeln können – und damit wieder zu einem Ort der Begegnung machen. Der Museumsbau ist das mit Abstand größte Kultur-Investitionsprojekt in dieser Legislaturperiode in Brandenburg. Und er ist einer der ganz wenigen Museums-Neubauten seit der Wiedervereinigung – noch dazu in ein das Stadtbild prägendes Denkmal der DDR-Architektur. Das BLMK hat in den vergangenen Jahrzehnten eine beeindruckende und herausragende Kunstsammlung mit ostdeutscher Kunst zusammengetragen. Dass das Projekt eine bundesweite Bedeutung hat, sieht man auch daran, dass der Bund die Hälfte zahlt: Der Bund unterstützt den Ausbau in den kommenden Jahren mit 11,5 Millionen Euro, weitere 11,5 Millionen Euro stellt das Land im Rahmen des Zukunftsinvestitionsförderungsgesetzes bereit. Damit können wir dem Gebäude wieder eine Zukunft geben.“

Oberbürgermeister René Wilke:

„Das Lichtspieltheater der Jugend ist uns ein Herzensanliegen. Viele Menschen haben jahrzehntelang für unser ‘Altes Kino‘ gekämpft und nie aufgegeben. Dieses Herzblut, der Mut und das unermüdliche Engagement wurden belohnt. Alle erforderlichen Voraussetzungen sind geschaffen, alle notwendigen Grundsatzentscheidungen getroffen. Es steht fest: Das ‘Alte Kino‘ bekommt eine Zukunft. Als Stätte der Kultur, der Begegnung, des Dialogs und der kulturellen Bildung. Als ein Ort, in dem humanistische Werte und damit die Seele der Demokratie ihren Sitz haben werden. Ein Ort mit Ausstrahlung weit über unsere Stadtgrenzen hinaus. Ich danke allen, die mit uns gemeinsam darum gekämpft und nie aufgegeben haben. Und ich danke jenen in Land und Bund, ohne deren Unterstützung das nicht gelungen wäre. Allen voran Frau Ministerin Schüle und ihrem Haus, das uns von Anfang an so tatkräftig unterstützt hat. Dieses Ergebnis zeigt, dass sich Hartnäckigkeit und bürgerschaftliches Engagement lohnen. Es zeigt, was gelingen kann, wenn wir Frankfurterinnen und Frankfurter uns hinter einer Sache versammeln. Und es steht stellvertretend für den Aufbruch in unserer Stadt, an dem wir weiter mit aller Kraft arbeiten.“

Ulrike Kremeier, Direktorin des Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK):

„Das ‘Lichtspieltheater der Jugend‘ ist ein herausfordernder, aber in jeder Hinsicht perfekter Ort für den Frankfurter Museumsbau des BLMK. Das Gebäude ist sowohl spannend als auch von hoher Symbolkraft für die Identität der Stadt Frankfurt (Oder). Es steht für die Wichtigkeit der Kultur, wie sie in der frühen DDR angelegt und architektonisch formuliert wurde. Aber auch für die Zivilgesellschaft hat der Bau eine immense Bedeutung, denn für mehrere Generationen Frankfurter*innen sind unzählige Erinnerungen daran geknüpft. Der Sammlungsbestand des BLMK ist mit derselben Gründungsepoche der DDR verbunden und birgt ebenso einen Erinnerungsraum. Sowohl das Gebäude als auch die Museumskollektion erfahren über das Programm des BLMK eine Würdigung, indem die Vergangenheit in der Gegenwart verankert, für die Zukunft erlebbar und einem breiten Publikum zugänglich gemacht wird.“ 

Das ‘Lichtspieltheater der Jugend‘ wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als erstes Lichtspieltheater der Stadt Frankfurt (Oder) gebaut. Nach starken Kriegszerstörungen wurde es 1954 wiederaufgebaut. Später wurde das Filmtheater auch für Konzerte, Kulturveranstaltungen und Jugendweihen genutzt. Im Jahr 1998 wurde das Kino geschlossen, 2019 übernahm die Stadt das unter Denkmalschutz stehende Gebäude. Sie stellt es jetzt der Brandenburgischen Kulturstiftung für den Bau eines Kunstmuseums zur Verfügung. Der Stiftungsrat der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus–Frankfurt (Oder) hat im Januar 2021 das Gesamtkonzept zur Standort-Neuordnung des Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst befürwortet. Als nächster Schritt ist die Auslobung eines Realisierungswettbewerbs geplant, ein Baustart wäre voraussichtlich ab 2025 möglich.

Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK) an den beiden Standorten Cottbus und Frankfurt (Oder) wurde im Juli 2017 mit der Fusion der beiden Museen Dieselkraftwerk (dkw) und Junge Kunst (MJK) gegründet. Das Landesmuseum mit seinen insgesamt mehr als 42.000 Kunstwerken ist Teil der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder). Es wird von Ulrike Kremeier geleitet. Das Land unterstützt die Brandenburgische Kulturstiftung in diesem Jahr mit rund 16,2 Millionen Euro.

 

Ident-Nr
67
Datum
22.04.2021
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