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21.05.2015

Wendisch-Lehrer aus Leipzig

Staatssekretär Gorholt besucht Institut für Sorabistik in Leipzig

Wann:  Freitag, 22. Mai 2015, 10.30 Uhr

Wo:      Universität Leipzig, Institut für Sorabistik, Beethovenstraße 15, 04107 Leipzig

Was:    Brandenburgs Wissenschaftsstaatssekretär Martin Gorholt besucht als Beauftragter der Landesregierung für die Angelegenheiten der Sorben/Wenden mit seinem sächsischen Amtskollegen Uwe Gaul das Institut für Sorabistik (Institut za sorabistiku), an dem Studierende in den Fächern Ober- und Niedersorbisch für das Lehramt an Schulen ausgebildet werden. Staatssekretär Gorholt würdigt Deutschlands einziges Sorabistik-Institut als wichtigen Partner bei der Erhaltung und Weitergabe der sorbischen/wendischen Sprache. „Die im Sorabistik-Institut ausgebildeten Lehrkräfte haben im Land Brandenburg gute Berufsperspektiven. In Brandenburg wird niedersorbischer Unterricht derzeit an 23 Grundschulen, 2 Oberschulen sowie am Niedersorbischen Gymnasium in Cottbus angeboten. Diese Angebote tragen maßgeblich zum Erhalt der wendischen Kultur und Sprache sowie zur Identitätsbildung in der Lausitz bei.“

Das Sorabistik-Institut an der Universität Leipzig wurde in den 1950er Jahren gegründet. Neben der Ausbildung von Studierenden in den Fächern Ober- oder Niedersorbisch für das Lehramt werden am Institut Forschungsprojekte in den Bereichen Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft durchgeführt.

Mit dem zum 01. Juni 2014 novellierten brandenburgischen Sorben/Wendengesetz soll die Kultur und Sprache der nationalen Minderheit im angestammten Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden im Land Brandenburg besser geschützt werden. Staatssekretär Martin Gorholt ist der erste Beauftragte der brandenburgischen Landesregierung für die Angelegenheiten der Sorben/Wenden. Seine Aufgabe ist die Koordination der Ministerien in Angelegenheiten der Sorben/Wenden und die kontinuierliche Zusammenarbeit mit den sorbischen/wendischen Verbänden und Institutionen. Er bereitet auch den Bericht der Landesregierung zur Lage des sorbischen/wendischen Volkes vor, der zur Mitte jeder Legislaturperiode veröffentlicht wird. Eine weitere Aufgabe besteht in der Weiterentwicklung des Minderheitenrechts im europäischen und internationalen Rahmen.

Am 31. Mai 2015 finden erstmals Wahlen für den Rat für Angelegenheiten der Sorben/Wenden beim Brandenburger Landtag statt. Der Rat ist ein aus fünf Mitgliedern bestehendes ehrenamtliches Gremium des Landtages, das bei den Themen, die sorbische/wendische Interessen berühren, eine beratende Stimme hat.

Die Sorben/Wenden sind seit rund 1.500 Jahren in der Lausitz ansässig. Sie haben sich trotz langer Assimilierungsbemühungen früherer staatlicher Herrscher ihre eigene Sprache und ihre von zahlreichen Festen und vielfältigem Brauchtum geprägte Kultur bewahrt. Die Länder Brandenburg und Sachsen und der Bund unterstützen die Bemühungen der Sorben/Wenden, ihre angestammte nationale Identität zu bewahren und weiterzuentwickeln. Das geschieht unter anderem durch die Stiftung für das sorbische Volk, die mit derzeit jährlich 17,8 Millionen Euro von den drei Geldgebern gefördert wird. Davon trägt das Land Brandenburg rund 2,9 Millionen Euro. Die Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben sind in diesem Jahr in das erste deutsche UNESCO-Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufge­nommen worden.

Datum
21.05.2015
Rubrik
PM
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21.05.2015
Rubrik
PM