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Spendenrekord – rund 20.000 Euro für vergessene Herzen

- Erschienen am 19.01.2018

Kulturministerin Martina Münch und Bernd Janowski vom Förderkreis Alte Kirchen ziehen eine positive Zwischenbilanz der diesjährigen Spendenaktion zur Sicherung von sakralen Kunstwerken in der Dorfkirche Kunow (Landkreis Uckermark) und rufen zu weiteren Spenden auf. Im Rahmen der Spendenaktion ‘Vergessene Kunstwerke‘ des Kulturministeriums, des Landesamtes für Denkmalpflege, der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und des Förderkreises Alte Kirchen sind seit Anfang Dezember 2017 bislang etwa 20.000 Euro zusammengekommen – so viel wie noch nie bei einer solchen Spendenaktion.

Kulturministerin Martina Münch freut sich über die herausragende Zwischenbilanz der Spendenaktion. „Die diesjährige Spendenaktion geht im wahrsten Sinne ‘ans Herz‘ – mit den Spenden werden mehr als 300 Jahre alte reli­giöse Sinnbilder mit einer speziellen Herzsymbolik in der Dorfkirche Kunow gerettet. Die eindringlichen barocken Darstellungen von Herzen in Ausnahmesituationen stehen für menschliche Schicksale und berühren auch heute noch zahlreiche Menschen“, betont Ministerin Münch „Die zahlreichen Kirchen, Kapellen, Klöster und Pfarrhäuser im Land sind Teil unserer Kulturgeschichte und stiften für viele Menschen – auch unabhängig vom eigenen konfessionellen Bekenntnis – Identität. Sie sind Orte der Geschichte und dank des engagierten Einsatzes des Förderkreises Alte Kirchen sowie vieler Kirchengemeinden, bürgerschaftlicher Initiativen und Freiwilliger inzwischen Orte der Kunst und Kultur, des Dialogs und der Begegnung. Das Land unterstützt die Sanierung der Kirchen mit jährlich rund 1,5 Millionen Euro und stellt zusätzlich eine Million Euro im Rahmen der Denkmalhilfe bereit, um gezielt bedrohte Denkmale und Ausstattungen von Kirchen zu sichern.“

Auch der Geschäftsführer des Förderkreises Alte Kirchen, Bernd Janowski, begrüßt den Spendenrekord. „Das bisherige Spendenergebnis übersteigt alle Erwartungen. Auch Patenschaften für einzelne Bildfelder konnten vermittelt werden. Damit können wir voraussichtlich bereits im Frühjahr ein komplettes Kastengestühl mit neun Bildern fachgerecht restaurieren lassen. Wir hoffen, dass noch weitere Spenden eingehen und damit auch weitere Sinnbilder erhalten werden können. Bemerkenswert ist auch das Engagement der Kirchengemeinde und des Kunower Heimatvereins für die Bewahrung ihres Kirchengebäudes und seiner wunderbaren Ausstattung“, so Janowski. „In unseren Stadt- und Dorfkirchen haben sich zahlreiche sakrale Kunstwerke aus allen Kunstepochen seit dem Mittelalter erhalten, die wichtige Zeugnisse der Kunstgeschichte, aber auch der Entwicklung der Volksfrömmigkeit sind. Nachdem in den vergangenen Jahren viele Kirchenbauten in ihrer äußeren Hülle saniert werden konnten, ist es nun an der Zeit, auch die wertvollen Ausstattungsstücke in den Kirchengebäuden zu sichern und zu restaurieren, um sie vor dem unwiederbringlichen Verlust zu bewahren. Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. setzt sich seit seiner Gründung 1990 für die Erhaltung, Bewahrung und angemessene Nutzung der historischen Kirchengebäude im Land Brandenburg ein.“ 

Spenden können auch weiterhin auf das Spendenkonto für die Aktion ‘Vergessene Kunstwerke‘ eingezahlt werden:

Empfänger:      Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V.

Konto-Nr.:         3911390

BLZ:                 520 604 10 (Evangelische Bank)

IBAN:               DE94 5206 0410 0003 9113 90

BIC:                 GENODEF1EK1

Stichwort:         Kunow

Die Dorfkirche in Kunow ist ein spätgotischer Feldsteinbau, der Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet wurde. Die Innenausstattung stammt überwiegend aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts. Neben dem Altar und einem Taufengel aus dieser Zeit, hat sich auch das Kirchengestühl mit einem aus 61 Darstellungen bestehenden Zyklus emblematischer Malerei – Bilder mit Sinnsprüchen und Bibelzitaten – von 1729 erhalten. Er stellt eine der umfangreichsten Bilderfolgen dieser Art in pommerschen Kirchen dar. Die zum Teil stark beschädigten Holzgemälde sind in ihrem Bestand gefährdet und müssen dringend gesichert und restauriert werden.

Das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologische Landesmuseum, die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. haben zum 9. Mal zu einer gemeinsamen Spendenaktion aufgerufen. Bei der vorigen Spendenaktion wurden mehr als 9.000 Euro für die Sicherung eines Epitaphgemäldes in der Dorfkirche Blankensee (Landkreis Teltow-Fläming gesammelt. Insgesamt kamen in den vergangenen Jahren rund 150.000 Euro im Rahmen von Spendenaktionen für sakrale Kunstwerke zusammen.

Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg wurde 1990 als gemeinnütziger Verein gegründet. Er setzt sich für die Erhaltung und Wiederherstellung von Kirchen in den ländlichen Regionen Brandenburgs ein und arbeitet mit der Denkmalpflege sowie mit Kirchengemeinden, Kommunen und lokalen Fördervereinen zusammen. Der Verein finanziert sich ausschließlich aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und dem Verkauf eigener Publikationen. Seit seiner Gründung konnte er mehr als 1,5 Millionen Euro für Instandsetzungs- und Restaurierungsprojekte ausreichen.

Weitere Informationen:  www.altekirchen.de

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Datum
19.01.2018
Rubrik
PM