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16.11.2022

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Prüfbericht zu Niederdeutsch vorgelegt

Das Kabinett hat gestern dem Bericht des Kultur- und Wissenschaftsministeriums zur Prüfung eines Gesetzgebungsvorhabens zum Schutz der niederdeutschen Sprache zugestimmt. Der Prüfbericht kommt zu dem Ergebnis, dass ein Gesetz ein möglicher Weg zum Schutz und zur Unterstützung der niederdeutschen Sprache in Brandenburg sein kann und formuliert Eckpunkte dafür. Der Bericht wird nun zur weiteren Bearbeitung dem Landtag Brandenburg zugeleitet.

Ministerin Manja Schüle:

„Ich freue mich, dass wir mit dem Bericht einen Auftrag des Landtags umsetzen können. Das Engagement zur Bewahrung und Förderung des Plattdeutschen hat in den vergangenen Jahren in Brandenburg deutlich an Dynamik gewonnen. Das Land fördert Projekte, wie die bundesweit erste plattdeutsche Bahnhofsbeschilderung in Prenzlau, die Erarbeitung einer Platt-Fibel für die Arbeit mit Kindern und das hochdeutsch-niederdeutsche Ortsnamenverzeichnis für die Brandenburger Kommunen. Der Erhalt des Niederdeutschen stiftet Identität, stärkt regionale Bindungen und bereichert unser Land. Uns alle eint das Ziel, die Regionalsprache als lebendiges Kulturgut für die Zukunft zu erhalten.“

Das seit Jahrhunderten gesprochene Niederdeutsch, auch Plattdeutsch genannt, ist als einzige Regionalsprache Deutschlands geschützt. Es handelt sich bei Niederdeutsch nicht um einen Dialekt des Hochdeutschen, sondern um eine eigene germanische Sprache, die beispielsweise mit dem Englischen und Friesischen verwandt ist. Sie wird derzeit in acht Bundesländern gesprochen. Der Großteil des Landes Brandenburg gehört zum historischen niederdeutschen Sprachgebiet. Aktive Sprecher*innen sind in verschiedenen Vereinen und Gruppen organisiert, die vom Verein für Niederdeutsch im Land Brandenburg als Dachverband vertreten werden. Im Jahr 2018 hat die Landesregierung mit dem Verein eine Vereinbarung über die Grundlagen der Zusammenarbeit abgeschlossen. Am 23. Juni 2022 hat der Landtag den Schutz und die Pflege der niederdeutschen Sprache in die Verfassung des Landes Brandenburg aufgenommen.

 

 

Ident-Nr
386
Datum
16.11.2022
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