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12.06.2020

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Strukturwandel durch Kultur

Kulturelle Heimat Lausitz - Pressetermin ©Pückler-Museum
Kulturelle Heimat Lausitz - Pressetermin ©Pückler-Museum

Kulturministerin Dr. Manja Schüle hat heute im Branitzer Park in Cottbus gemeinsam mit dem Architekten Karsten Feucht vom Verein ‘IBA-Studierhaus Lausitzer Seenland‘, dem Vorstand der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz, Dr. Stefan Körner, und Marietta Tzschoppe, Bürgermeisterin der Stadt Cottbus/Chóśebuz , im Rahmen eines Pressegesprächs den Startschuss für den Ideenwettbewerb ‘Kulturelle Heimat Lausitz‘ sowie einen Ausblick zur Weiterentwicklung der Kultur im Rahmen des Strukturwandels in der Lausitz gegeben. Ministerin Schüle hat dabei auch den neuen Beauftragten des Kulturministeriums für die Kulturentwicklung in der Lausitz, Dr. Uwe Koch, vorgestellt. Für den Ideenwettbewerb stehen insgesamt 1,1 Millionen Euro bereit.

Kulturministerin Dr. Manja Schüle:

„Wir haben eine großartige Kulturlandschaft in der Lausitz – mit Theatern, Museen, Schlössern, Industrieanlagen und dem einzigartigen Erbe der Sorben und Wenden. Deshalb spielt Kultur auch eine tragende Rolle im Prozess des Strukturwandels in den Braunkohleregionen Brandenburgs und Sachsens. Sie ist der Schlüssel, um regionale Identität zu stärken, neue Beschäftigungspotenziale zu erschließen, Strahlkraft für die Lausitz zu entwickeln. Mein Ziel: Die Lausitz als eigenständige und attraktive Kultur-Region weit über die Landes- und Ländergrenzen hinaus bekannt machen. Meine Vision: Die Lausitz soll als Region des Wandels und an der Schnittstelle zwischen West- und Osteuropa in den kommenden 10 bis 15 Jahren Kulturhauptstadt Europas werden“, so Ministerin Schüle. „An tollen kulturellen Leuchttürmen und Schätzen ist kein Mangel in der Lausitz. Es muss nun darum gehen, diese Potenziale zu vernetzen, in Beziehung zueinander zu setzen und Neues zu kreieren. Dazu sollen der Ideenwettbewerb ‘Kulturelle Heimat Lausitz‘ und die weiteren geplanten Projekte – vom Kulturplan Lausitz über das Lausitz Festival bis zum Kulturland-Themenjahr 2021 zur Industriekultur – beitragen. Dafür suchen wir jetzt engagierte Mitstreiter*innen mit kreativen Ideen für wegweisende Projekte, nachhaltige Konzepte und praktische Soforthilfen vor Ort. Um den Prozess des Strukturwandels durch Kultur zu befördern, habe ich Anfang Juni einen Beauftragten des Ministeriums für die Kulturentwicklung in der Lausitz ernannt. Er soll den Austausch mit Kultur-Akteuren weiter intensivieren, Menschen für unsere Projekte und damit für die Region begeistern und sie ermuntern, an der Kulturentwicklung vor Ort mitzuwirken. Der heutige Auftakt für den Ideenwettbewerb ist der Startschuss für die gesamte kulturelle Strukturentwicklung in der Lausitz. Ab sofort heißt es: Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!“

Karsten Feucht vom Verein ‘IBA-Studierhaus Lausitzer Seenland‘ e.V.:

„Der Strukturwandel ist auch ein kultureller Wandel – in diesem Sinne freuen wir uns sehr über die Gelegenheit, diesen Wettbewerb betreuen und über ihn kulturelle Impulse in den Strukturwandel geben zu können.“

Dr. Stefan Körner, Vorstand der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz:

„Die Stiftung in Branitz bewahrt das Erbe der sicher bedeutendsten Identifikationsfigur der Lausitz – Park, Schloss und Sammlungen des Fürsten Pückler. Der weltoffene und innovative Geist dieses Erdbändigers ist seit 200 Jahren Sinnbild für den Wandel der Lausitz. Keine Region Europas ist so tiefgreifend verändert, umgegraben und neugestaltet worden wie die Lausitz. Das entstandene Miteinander von bedeutenden Parks und Bergbaulandschaften, Adelsschlössern und Industriekultur ist faszinierendes Alleinstellungsmerkmal. Es gilt, diesen Schatz der ‘Lausitz als Landschaft in Bewegung‘ für unsere kulturelle Heimat zu heben. In diesen spannenden Prozess wird sich die Pückler-Stiftung weltoffen und innovativ einbringen.“

Marietta Tzschoppe, Bürgermeisterin der Stadt Cottbus/Chóśebuz:

„Kultur ist aus der Lausitz nicht wegzudenken. Da rede ich nicht nur von Leuchttürmen wie dem Staatstheater Cottbus, dem Landesmuseum für bildende Kunst im alten Dieselkraftwerk oder den vielfältigen sorbisch-wendischen Traditionen. Da rede ich auch von den vielen ‘Leuchtfeuern‘ wie dem Kinder- und Jugendtheater Piccolo, dem Kindermusical, dem Konservatorium, den Galerien im Großenhainer Bahnhof oder den vielen, vielen kleinen und privaten Kulturinitiativen, Kneipen und Klubs, die das Leben in unserer Stadt und Region prägen. Sie alle sorgen mit dafür, dass Kultur und Heimat keine einengenden Begriffe sind, sondern den offenen, neugierigen und unvoreingenommenen Blick in die weite Welt ermöglichen und wagen, wie es uns Herrmann Fürst von Pückler vorgelebt hat.“

Das Kulturministerium schreibt den Ideenwettbewerb ‘Kulturelle Heimat Lausitz‘ mit Unterstützung des Vereins ‘IBA-Studierhaus Lausitzer Seenland‘ aus. Er ist Teil des Sofortmaßnahmenprogramms des Bundes zur Strukturstärkung in den Braunkohlegebieten. Mit Hilfe des Wettbewerbs sollen in den Jahren 2020 und 2021 kleinere repräsentative sowie strategisch angelegte Projekte gefördert werden, die die Kulturlandschaft der Lausitz unterstützen und Zukunftsperspektiven entwickeln. Das Förderprogramm ist für alle Sparten und Themen der Kultur offen (Darstellende Kunst, Musik, Bildende Kunst, Museen/Denkmalpflege, Erinnerungskultur, Industriekultur, Literatur, Bibliotheken/Archive, Kulturelle Bildung, Soziokultur, Popkultur, Film/Medien, Kultur- und Kreativwirtschaft, Kulturtourismus). Aufbauend auf den historischen Bezügen und dem heutigen Kulturleben, können und sollen mit den Projektanträgen auch gänzlich neue Formate entwickelt werden. Zudem sind ausdrücklich spartenübergreifende sowie interdisziplinäre Projekte willkommen. Es gibt zwei Fördertöpfe: Für kleine Vor-Ort-Projekte wie Kunstprojekte, Kulturaktionen und Netzwerkprojekte, stehen jeweils bis zu 10.000 Euro bereit. Für größere strategische Projektideen fließen bis zu 150.000 Euro. Die Projekte werden zu 100 Prozent gefördert. Die ausgewählten Vorhaben sollen dazu beitragen, die regionale Identität und die Attraktivität des Kulturangebotes in der Lausitz zu stärken sowie den Kulturtourismus, die kulturelle Bildung und das bürgerschaftliche Engagement weiter zu entwickeln. Anträge können bis zum 14. August 2020 eingereicht werden. Die Antragsformulare sowie weitere Informationen sind ab sofort unter www.kulturwettbewerb-lausitz.de online abrufbar.

Weitere Projekte und Initiativen zur weiteren Entwicklung und Stärkung der Kultur im Rahmen des Strukturwandels in der Lausitz:

  • Mit dem ‘Kulturplan Lausitz‘ will das brandenburgische Kulturministerium in Abstimmung mit Sachsen länderübergreifend für Nieder- und Oberlausitz bis 2021 sowohl eine langfristige Strategie als auch konkrete Projekte und entsprechende Machbarkeitsstudien für die Kultur in der Lausitz entwickeln. Dazu läuft derzeit die europaweite Ausschreibung. Im Sommer wird ein Partner ausgewählt, der in enger Abstimmung mit den beiden Ländern und den Akteuren vor Ort aus Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft diese Strategie erarbeitet. Der ‘Kulturplan Lausitz‘ wird mit 500.000 Euro aus Sofortmaßnahmenprogramms des Bundes finanziert.
  • Gemeinsam mit Sachsen und Kulturakteuren in der Region wird ein länder- und spartenübergreifendes Lausitz Festival geplant. Der Bund finanziert das Projekt mit rund vier Millionen Euro. Abhängig von der weiteren Entwicklung in der Corona-Pandemie könnte das Festival im Herbst stattfinden.
  • Gemeinsam mit Partnern vor Ort entwickelt das Kulturministerium das immaterielle Kulturerbe der Sorben/Wenden im deutsch-slawischen Kontext weiter und identifiziert kulturtouristische Potentiale. Dafür stehen bis 2021 insgesamt 1,5 Millionen Euro aus dem Sofortprogramms des Bundes zu Verfügung.
  • Der Bund plant in enger Abstimmung mit den Ländern ein Förderprogramm zur Industriekultur, das über das Strukturstärkungsgesetz finanziert werden soll. Ziel: Industriegebäude und -anlagen sollen zu lebendigen Kulturorten umgestaltet werden. Dafür laufen derzeit die Vorbereitungen.
  • Im kommenden Jahr beschäftigt sich auch das Themenjahr von Kulturland mit Industriekultur in Brandenburg. Hier wird die Lausitz eine zentrale Rolle spielen. Das Land fördert die Kulturland-Projekte jedes Jahr mit mehreren 100.000 Euro.
Ident-Nr
124
Datum
12.06.2020
Rubrik
PM , Kultur , Lausitz
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124
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12.06.2020
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PM , Kultur , Lausitz
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