09.01.2020

| 12

Sorben/Wenden sind integraler Bestandteil und Bereicherung unserer Gesellschaft, Geschichte und Kultur


Bild vergrößern

Sorben/Wenden
©Helmut Mattick

Wissenschafts- und Kulturstaatsekretär Tobias Dünow hat heute als Landesbeauftragter für Angelegenheiten der Sorben/Wenden mehrere sorbische/wendische Verbände und Institutionen in Cottbus/Chóśebuz besucht, darunter die Stiftung für das sorbische Volk, das Sorbische Institut/Serbski institut und die Domowina, Bund Lausitzer Sorben. Am Abend überreichte er die Tafel ‘deutsch-sorbisch/wendische Gemeinde‘ an Kolkwitz/Gołkojce (Landkreis Spree-Neiße). Mit der Tafel wird die Zugehörigkeit der Gemeinde zum angestammten Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden bezeugt und das dortige Engagement zur Pflege sorbischer/wendischer Sprache und Kultur gewürdigt.

Tobias Dünow würdigte im Anschluss seines Besuches das Engagement der Einrichtungen und auch der Kommunen für den Erhalt und die weitere Entwicklung der wendischen Sprache, Kultur und Traditionen.

„Die sorbische/wendische Kultur ist ein außergewöhnlicher Reichtum in Brandenburg – das hat mir mein heutiger Besuch in Cottbus/Chóśebuz und Kolkwitz/Gołkojce eindrücklich gezeigt. Das Engagement der sorbischen/wendischen Einrichtungen aber auch von Kommunen trägt maßgeblich dazu bei, Geschichte, Sprache, Kultur und Traditionen der in der Lausitz lebenden Sorben/Wenden zu bewahren – dafür danke ich ihnen sehr. Ich freue mich, in den kommenden Wochen weitere sorbische/wendische Akteure und Einrichtungen kennenzulernen“, so Dünow. „Die Sorben/Wenden sind integraler Bestandteil und eine Bereicherung unserer Gesellschaft, unserer Geschichte und unserer Kultur. In Brandenburg genießt der Schutz der sorbischen/wendischen Minderheit seit mehr als 25 Jahren Verfassungsrang. Ich werde mich nachdrücklich dafür einsetzen, den Schutz von nationalen Minderheiten und Volksgruppen künftig auch im Grundgesetz festzuschreiben. Das würde den Schutz und die Förderung der einheimischen Minderheiten bundesweit stärken und wäre vor dem Hintergrund der Situation vieler Minderheiten weltweit ein wichtiges Signal.“

Die Stiftung für das sorbische Volk fördert als gemeinsame Einrichtung der Länder Brandenburg und Sachsen mit Unterstützung des Bundes die Bewahrung, Entwicklung, Förderung und Verbreitung der sorbischen Sprache, Kultur und Traditionen. Aus ihren Mitteln werden Institutionen wie das Sorbische National-Ensemble, der Domowina-Verlag, das Sorbische Institut, das WITAJ-Sprachzentrum und die Schule für niedersorbische Sprache und Kultur finanziert. Die Stiftung wurde 1991 in Sachsen gegründet, im Jahr 1998 unterzeichneten die Länder Sachsen und Brandenburg dazu einen Staatsvertrag. Brandenburg unterstützt die Arbeit der Stiftung in diesem Jahr mit 3,1 Millionen Euro.

Das 1992 von Brandenburg und Sachsen gegründete Sorbische Institut/Serbski institut erforscht die Sprache, Kultur und Geschichte der Sorben/Wenden in der Ober- und Niederlausitz. Der Hauptsitz des Instituts ist in Bautzen/Budyšin, eine Arbeitsstelle befindet sich in Cottbus/Chóśebuz. Das Institut wird von Brandenburg und Sachsen über die Stiftung für das sorbische Volk finanziert.

Die Domowina, Bund Lausitzer Sorben e.V. ist ein Dachverband sorbischer/wendischer Vereine und Vereinigungen, der die politischen und kulturellen Interessen der Sorben/Wenden in Brandenburg und Sachsen vertritt und die sorbische/wendische Sprache und Kultur fördert. Er hat rund 7.500 Mitglieder, die in fünf Regionalverbänden mit Ortsgruppen und Mitgliedsvereinen sowie 13 überregionalen Mitgliedsverbänden organisiert sind.

Die Sorben/Wenden sind seit rund 1.500 Jahren in der Lausitz ansässig. Sie haben sich trotz Assimilierungsversuchen früherer Herrscher und Regierungen ihre eigene Sprache und ihre von zahlreichen Festen und vielfältigem Brauchtum geprägte Kultur bewahrt. Das Land Brandenburg hat in den vergangenen Jahren mit einer Reihe von Maßnahmen dazu beigetragen, Kultur und Sprache der nationalen Minderheit besser zu bewahren und weiterzuentwickeln: Im Jahr 2014 wurde das Sorben/Wenden-Gesetz umfassend novelliert, 2015 fanden erstmals Wahlen für den Rat für Angelegenheiten der Sorben/Wenden beim Landtag statt, 2016 wurde der Landesplan zur Stärkung der niedersorbischen Sprache verabschiedet, 2017 wurde die Förderung der Stiftung für das sorbische Volk auf 3,1 Millionen Euro erhöht, 2018 wurde der erste ‘Mina Witkojc-Preis‘ für sorbisches/wendisches sprachliches Engagement vergeben und 2019 wurden die ersten Projekte für die Einbeziehung des Sorbischen in die Strukturentwicklung der Lausitz auf den Weg gebracht.

Ident-Nr
12
Datum
09.01.2020
Downloads

Kontakt Pressestelle

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Ansprechpartner:
Pressestelle
E-Mail:
presse@­mwfk.brandenburg.de
Telefon:
+49 331 8664 560