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01.05.2022

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Gedenken an die Opfer in Ravensbrück

Gedenken II ©Pixabay
Gedenken II ©Pixabay

Kultur- und Wissenschaftsministerin Manja Schüle hat heute in Fürstenberg/Havel, Landkreis (Oberhavel) an der Gedenkveranstaltung anlässlich des 77. Jahrestages der Befreiung des Frauen-KZ Ravensbrück teilgenommen. Sie würdigte die Gedenkstätte als zentralen Ort der Aufarbeitung der Geschichte und der Erinnerung im Land:

„Wir gedenken der Opfer der nationalsozialistischen Lager und erweisen den Überlebenden unsere Ehre. Die Schicksale aller Verfolgten, Gequälten und Ermordeten bleiben unvergessen, sie zeugen unmittelbar von Krieg, Terror, Gewaltherrschaft und Mord. Erinnerung und Gedenken sollen künftige Gräuel zu verhindern – das wünschen sich viele Überlebende. Wenn wir eines aus der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts gelernt haben – dann, wie wichtig historische Wahrhaftigkeit und wie schändlich Geschichtsklitterung ist. Und angesichts der gegenwärtigen Gewalt in der Ukraine versichere ich, dass wir uns kompromisslos für unsere Werte – für Frieden und Freiheit, für gegenseitige Akzeptanz und Demokratie einsetzen! Zur Aufarbeitung der Vergangenheit gehören Wissen, Nachdenklichkeit und die Fähigkeit, eigene Versäumnisse zu reflektieren und eigene Schuld einzugestehen – und sich für das Leid anderer Menschen zu öffnen. Das ist unsere Aufgabe, unsere Verantwortung für die Zukunft.“

Mit Gesprächsrunden, Buchvorstellungen, Lesungen, Ausstellungen und Gedenkveranstaltungen erinnern die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück und das Internationale Ravensbrück-Komitee vom 28. April bis 01. Mai an die Befreiung des Frauen-Konzentrationslagers vor 77 Jahren.

Zwischen 1939 und 1945 sind im KZ Ravensbrück 132.000 Frauen, 20.000 Männer und 1.000 weibliche Jugendliche des ‘Jugendschutzlagers Uckermark‘ als Häftlinge registriert worden. Die Häftlinge stammten aus mehr als 40 Nationen, unter ihnen auch zahlreiche Juden sowie Sinti und Roma. Zehntausende wurden ermordet oder starben an Hunger, Krankheiten oder durch medizinische Experimente. Nach dem Bau einer Gaskammer Ende 1944 wurden rund 6.000 Häftlinge von der SS vergast. Ende April 1945 trieb die SS zehntausende Häftlinge auf Todesmärsche in Richtung Nordwesten. Rund 3.000 zurück gelassene Kranke wurden am 30. April 1945 durch die Rote Armee befreit. Die 1959 gegründete Mahn‑ und Gedenkstätte Ravensbrück ist Teil der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten (SBG). Das Land fördert die Arbeit der SBG in diesem Jahr mit rund 3,93 Millionen Euro.

Weitere Informationen: www.ravensbrueck.-sbg.de

Ident-Nr
136
Datum
01.05.2022
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