Hauptmenü

24.07.2020

| 162

Sävko zeigt: Brandenburg ist Platt-Land

Staatssekretär Tobias Dünow
Staatssekretär Tobias Dünow

In Sewekow, niederdeutsch Sävko, einem Ortsteil der Stadt Wittstock/Dosse ist heute die erste Ortstafel im Land Brandenburg enthüllt worden, auf der neben dem hochdeutschen auch der niederdeutsche Ortsname geschrieben steht. Kulturstaatsekretär Tobias Dünow würdigt das zweisprachige Ortsschild als Schritt zur weiteren Sichtbarmachung des kulturellen Erbes im Land:

„In Brannenborch räd’t man Platt und vertellt up Platt – aufmerksame Fontane-Leser*innen wissen das, aber im heutigen Alltag ist das Niederdeutsche oft ein gut gehütetes Geheimnis. Umso wichtiger ist das unermüdliche Engagement der Platt-Sprecher*innen, die einzige Regionalsprache Deutschlands wieder sichtbarer zu machen. Aus Sewekow wird jetzt Sävko. Mit dieser Ergänzung wird nicht nur das Niederdeutsche in der Ostprignitz weithin sichtbar – die Schilder tragen auch zur Verbreitung und Revitalisierung der im Land anerkannten Regionalsprache Niederdeutsch bei. Ich danke der Stadt Wittstock und den Sewekower*innen für ihr Engagement“, so Staatssekretär Dünow. „Brandenburg hat sich im Rahmen der europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen dazu bekannt, diese Sprachen zu schützen und zu fördern. Dazu gehören bei uns insbesondere die Regionalsprache Niederdeutsch und die Minderheitensprache Niedersorbisch. Der Erhalt dieser Sprachen stiftet Identität, stärkt regionale Bindungen und ist eine Bereicherung für unser Land.“

Die Regionalsprache Niederdeutsch, im Volksmund ‘Platt‘ genannt, ist keine Mundart des Hochdeutschen, sondern eine eigene westgermanische Sprache mit Verwandtschaft zum Friesischen und Englischen. Sie ist im heutigen Land Brandenburg seit Jahrhunderten beheimatet und wird seit Generationen vorwiegend mündlich weitergegeben. Das traditionelle niederdeutsche Sprachgebiet reicht vom Fläming über Havelland, Prignitz, Uckermark und Barnim bis zum Oderland. Das Land unterstützt die Bemühungen zum Erhalt der niederdeutschen Sprache. Seit 2015 wird der Verein für Niederdeutsch in Brandenburg jährlich mit 50.000 Euro gefördert. Im Jahr 2018 unterzeichneten das Land und der Verein für Niederdeutsch eine Grundlagenvereinbarung zur Zusammenarbeit, 2019 beschlossen die Landesregierungen Brandenburgs und Sachsen-Anhalts bei der Förderung des Niederdeutschen enger zusammenzuarbeiten. Im März dieses Jahres trat der Erlass des Infrastrukturministeriums zur zweisprachigen Gestaltung von Ortstafeln mit hoch- und niederdeutschen Ortsnamen in Kraft.

Die Stadt Wittstock/Dosse engagiert sich seit Längerem für den Erhalt des Plattdeutschen. Im Jahr 2014 wurde hier der Verein für Niederdeutsch in Brandenburg gegründet. Im vergangenen Jahr wurde die ‘Wittstocker Erklärung‘ zu Platt in der Pflege verabschiedet, entsprechende Projekte wurden vom Sozial- und vom Kulturministerium gefördert. Die Sewekowerin Heidi Schäfer, die das Land Brandenburg im Bundesrat für Niederdeutsch vertritt, leitet eine Kinnerschool für Niederdeutsch und wurde für ihr Engagement bereits mit der Ehrenmedaille des Landtages ausgezeichnet. Der Ortsbeirat Sewekow beschloss bereits vor Inkrafttreten des Erlasses, zweisprachige Ortstafeln zu errichten.

Ident-Nr
162
Datum
24.07.2020
Rubrik
PM , niederdeutsch
Downloads
Ident-Nr
162
Datum
24.07.2020
Rubrik
PM , niederdeutsch
Downloads