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MUL – CT beruft erste Wissenschaftler von extern Aufbau universitärer Exzellenz schreitet in hohem Tempo voran

- Erschienen am 14.01.2026 - Presemitteilung 16

Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie hat die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) am Mittwoch im Beisein von  Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle und vom Cottbuser Oberbürgermeister Tobias Schick erstmals Professorinnen und Professoren aus dem Kreis herausragender externer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler berufen: Prof. Sven Schumann im Fach Anatomie, Prof. Jeannine Schübel im Fach Allgemeinmedizin und Prof. Uwe Maus im Fach Orthopädie erhalten jeweils eine W3-Professur. Das Universitätsklinikum würdigt damit das besondere Engagement und die wissenschaftliche Exzellenz der neu berufenen Professorinnen und Professoren und setzt den eingeschlagenen Weg zum zügigen Aufbau universitärer Strukturen in der Lausitz fort. Die heutige Würdigung zeigt zudem die zunehmende Attraktivität des Universitätsklinikstandortes über die Bundeslandgrenzen hinweg.

In seiner Begrüßung betonte Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, Vorstandsvorsitzender der MUL – CT:

„Wir haben in den vergangenen Monaten alle wichtigen Schritte realisieren können, um im Oktober die ersten Studierenden der Universitätsmedizin zu begrüßen. Nach einem durchaus ambitionierten Auswahlprozess begrüßen wir heute die ersten von außen kommenden Professoren. Das macht uns stolz und mein Dank gilt allen am Prozess Beteiligten.“ 

Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, Wissenschaftliche Vorständin der MUL – CT:

„Die Verleihung dieser Professuren ist ein weiterer bedeutender Meilenstein für die Entwicklung unserer Universitätsmedizin und mir eine ganz besondere Ehre. Wir freuen uns auf die künftige gemeinsame Arbeit mit den Ausgezeichneten und gratulieren von Herzen!“ 

Brandenburgs Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle in ihrem Grußwort:

„Wir eilen weiter im Lausitz-Tempo voran: Wenn es um den Aufbau der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem geht, beginnt das neue Jahr so wie das alte endete: Mit einem Meilenstein. Ich freue mich sehr über die Berufung der ersten drei externen Professorinnen und Professoren, die eine renommierte Position andernorts aufgegeben haben, um in Cottbus etwas Neues aufzubauen. Sie zeichnen sich durch wissenschaftliche Exzellenz, aber auch durch Risikofreude und besondere Verantwortungsbereitschaft aus. Denn: Sie werden die erste Generation der Medizinerinnen und Mediziner von morgen ausbilden: wissenschaftsbasiert, interprofessionell und digital – und einen Modellstudiengang etablieren. Mein herzlicher Dank geht an Gründungsvorständin Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey und ihr Team! Ohne ihr großartiges Engagement wäre ein Studienstart zum Wintersemester 2026/27 nicht möglich. Ich wünsche den Neuberufenen Prof. Dr. Sven Schumann, Prof. Dr. Jeannine Schübel und Prof. Dr. Uwe Maus alles Gute und viel Erfolg! Herzlich willkommen in der Herzkammer eines der spannendsten Zukunftsprojekte Deutschlands!“

Die Geehrten im Überblick

Ausgezeichnet wurde unter anderem Prof. Sven Schumann. Der 34-jährige gebürtige „Ruhrpottler“ erforscht künftig an der MUL – CT tote Körper: Schumann ist der erste extern berufene Universitätsprofessor für Makroskopische Anatomie am Uniklinikum. Der studierte Humanmediziner stammt aus Datteln / Kreis Recklinghausen, hat Institute für Anatomie in Essen und Magdeburg durchlaufen, wurde 2020 Juniorprofessor für Anatomie an der Universitätsmedizin Mainz und war seit dem vergangenen Jahr Gastprofessor für Anatomie an der Medizinischen Hochschule Brandenburg – Theodor Fontane.

Als eins der drei großen vorklinischen Fächer neben der Physiologie und Biochemie kann die Anatomie und speziell die makroskopische Anatomie laut Schumann mit vielen klinischen Bezügen glänzen.

„Auch wenn es keinen klassischen Präparierkurs in Cottbus geben wird, der Unterricht am Humanmaterial und die Arbeit an Körperspenden wird vielseitig und lernintensiv zugleich“,

sagt der Professor. Wissenschaftliche Schwerpunkte am neuen Lehrstuhl für Makroskopische Anatomie der MUL – CT sollen die Variationsbiologie und (osteo-)anthropologische Untersuchungen von Human Remains (erhaltene Körperteile von verstorbenen Personen) sein, ging aus seiner Antrittsvorlesung „Faszination Vielfalt - Makroskopische Anatomie in Forschung und Lehre“ hervor.

Als zweite im Bunde wurde Prof. Jeannine Schübel auf eine W3-Professur für Allgemeinmedizin berufen. Die 42-Jährige stammt gebürtig aus Altdöbern, hat ihr Medizinstudium und ihre Facharztweiterbildung in Dresden absolviert, war seit 2012 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bereich Allgemeinmedizin der TU Dresden und ist seit 2019 Fachärztin für Allgemeinmedizin in der sächsischen Landeshauptstadt. Im selben Jahr hat sie ihre Promotion abgelegt.

„Mich reizt die Ausrichtung der MUL – CT: die Verbindung von universitärer Medizin mit der Versorgung der Bevölkerung. Das ist kein rein theoretischer Wissenschaftsbetrieb, sondern Forschung und Lehre mit Bezug zu Lebensrealitäten, zu Patienten, zu ihren Wegen ins System“,

so Professorin Schübel. Aufbauen will sie die Allgemeinmedizin an der MUL – CT - in Forschung, Lehre und Versorgung. Dazu gehört der Aufbau eines Netzes von Lehr- und Forschungspraxen in der Region und auch eines Patientenbeirates.

„Diese Zusammenarbeit ist wichtig - die Universität bringt wissenschaftliche Methoden und Strukturwissen, die Praxen reale Fragestellungen und Versorgungserfahrungen ein“,

sagt sie. Ein weiterer Schwerpunkt werde sein, herauszufinden, welche neuen Versorgungskonzepte der Region wirklich helfen - ob telemedizinische Angebote, mobile Versorgungspunkte oder digitale Assistenzsysteme.

„Meine Rolle wird auch sein, zu zeigen, wie vielfältig und anspruchsvoll das Fach Allgemeinmedizin ist. Dass die Arbeit in der Hausarztpraxis spannend ist und erfüllt, dass es facheigene wissenschaftliche Grundlagen und Arbeitsweisen gibt - das soll auch im Studium sichtbar werden."

Als dritter wurde Prof. Uwe Maus auf eine W3-Professur für Orthopädie berufen. Der 51-jährige gebürtige Hildener blickt auf Promotion und Habilitation an der RWTH Aachen zurück, folgte 2020 dem Ruf auf die W2-Professur für spezielle orthopädische Chirurgie und Osteologie, war zwischen 2020 bis 2024 stellvertretender Klinikdirektor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Düsseldorf und dort seit 2025 bis heute kommissarischer Klinikdirektor.

„Mein künftiges Aufgabengebiet wird neben der Lehre und Forschung auch die Vertretung der Orthopädie im klinischen Bereich. Ein wesentlicher Schwerpunkt meiner Tätigkeit ist es, die Transformation hin zu einer Uniklinik zu begleiten und die Mitarbeitenden auf diesem Weg mitzunehmen. Auch die Orthopädie wandelt sich, sodass die Fragen der orthopädischen Versorgung in der Lausitz ein wesentlicher Punkt sind." 

In der klinischen Versorgung spielt ebenfalls das Thema Robotik und Digitalisierung eine Rolle, sodass die Umsetzung dieser Themen ein wichtiger Bestandteil sein werden, beispielsweise der Einsatz der Robotik im OP. Die Vertiefung und Anpassung der bereits hervorragend etablierten Behandlungspfade gehört ebenfalls zu den Schwerpunkten, da Themen der Ambulantisierung und Wirtschaftlichkeit zu nehmend in den Fokus geraten.

„Und für mich erlaubt die Idee der Modellregion Lausitz die Etablierung eines Netzwerkes zur Versorgung der Patientinnen und Patienten, beispielsweise bei Osteoporose und deren Prävention, aber natürlich auch bei Arthrose“,

so Professor Maus. 

Hintergrund

Eine W3-Professur ist die höchste Stufe einer Professur an deutschen Universitäten, vergeben an etablierte Wissenschaftler mit umfassender Forschungs-, Lehr- und Publikationserfahrung, die oft mit Leitungspositionen und besserer Ausstattung sowie einer entsprechenden Besoldungsgruppe (W3) verbunden ist.

Im zurückliegenden Jahr wurden an der MUL – CT zentrale Ordnungen wie die Habilitations- und Promotionsordnung verabschiedet, die Berufungsverfahren für W3-Professuren angestoßen und erste Lehrflächen auf dem Campus bestimmt. Erste Inhouse- und W3-Professuren, außerplanmäßige und Honorarprofessuren sind bereits verliehen worden, nun erweitern die von extern berufenen Professoren den Stamm der Lehrenden an der Uniklinik. Der Modellstudiengang Humanmedizin startet im Wintersemester 2026 / 2027 – mit einem Curriculum, das auf aktives, interprofessionelles Lernen und frühe Forschungsorientierung setzt.