„Die Zukunft der Erinnerung im digitalen Zeitalter“
- Erschienen am - PresemitteilungKulturministerin Dr. Manja Schüle hat heute an der Podiumsdiskussion „Die Zukunft der Erinnerung im digitalen Zeitalter“ des Zentralrates der Juden in Deutschland in Berlin teilgenommen:
„Klar ist: Ohne Rituale und Traditionen funktioniert keine Erinnerungskultur. Weil sie verbinden und Haltungen verankern. Aber: Erinnerungskultur ist weder staatliches Dekor noch in Stein gemeißeltes Diktum, sondern gesellschaftliche und lebendige Praxis. Sie entsteht im dauernden Aushandeln von Geschichte und Identität – in Familien, Schulen, Medien, Kultur, Politik. Eine der Herausforderungen ist dabei die Digitalisierung. Brandenburg geht hier voran und hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Labor für digitale Gedenkstättenarbeit entwickelt: von der Digitalisierung von Sammlungen über virtuelle Zeitzeugenprojekte bis zur digitalen Erfassung von Stolpersteinen in Apps. Und ich bin ein wenig stolz, dass an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF künftig das Zentrum für Jüdischen Film und Audiovisuelles Erinnern entsteht, mit Forschung zu Erinnerungskultur und Antisemitismus im Film – eine bundesweit einmalige Einrichtung. Ich bin überzeugt: Die digitale Transformation ist für die Erinnerungskultur keine Kür, sondern eine Überlebensfrage. Aber sie darf nie die Maßstäbe der historischen Verantwortung und der demokratischen Bildung relativieren. Danke an den Zentralrat für diese wichtige Veranstaltung!“
Die Podiumsdiskussion „Die Zukunft der Erinnerung im digitalen Zeitalter“ ist Teil der am 13. und 14. Januar stattfindenden Tagung „Digitale Horizonte – Die Transformation der Erinnerungskultur“ des Zentralrates der Juden in Deutschland. Dabei geht es um Fragen, wie die Digitalisierung das kollektive Erinnern verändert, welche Chancen neue Technologien eröffnen und welche Grenzen es gibt. Wissenschaftlerinnen, Pädagogen, Kulturschaffende und Zeitzeugen diskutieren zwei Tage lang über neue Formen des Erinnerns zwischen virtuellen Realitäten, sozialen Medien und klassischer Gedenkstättenarbeit.