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Demokratie beginnt im Kopf und berührt das Herz

- Erschienen am 27.01.2026 - Presemitteilung 38

Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle hat heute Nachmittag einen Vortrag zum Thema „Kampf um die Köpfe – Die Kunst des Kompromisses gegen populistische Eindeutigkeit“ im Rahmen der öffentlichen Ringvorlesung an der Universität Potsdam gehalten:

„Ob geopolitische Konflikte, Finanz- und Klimakrisen oder technologische Umbrüche mit KI: Unsere Welt befindet sich im Umbruch, die liberale Demokratie in der Krise – befeuert durch die technologischen Möglichkeiten der heutigen Zeit. Ich bin überzeugt: Der Kampf um die Köpfe wird nicht durch Algorithmen entschieden, sondern durch Menschen, die sich analog begegnen, Konflikte austragen, Kompromisse suchen und dafür Verantwortung übernehmen – im Parlament, an der Universität, in der Familie. Denn: Demokratie ist eine Kultur der Verantwortung, des Dialogs, des Kompromisses. Demokratie ist eine Kunst des Beobachtens, des Zuhörens und des Sich-die-Hand-Reichens – sie beginnt im Kopf, berührt das Herz und bleibt nur lebendig, wenn wir uns trotz unserer Unterschiede zivilisiert begegnen. Die Wiederbelebung persönlicher Begegnungen, des direkten Dialogs und gemeinsamer physischer Erfahrungs- und Handlungsräume ist ein zentrales Moment der demokratischen Resilienz.“

Die interdisziplinäre Ringvorlesung „Demokratien in der Krise“ widmet sich der Frage, wie stabil und zukunftsfähig demokratische Ordnungen angesichts aktueller Herausforderungen und Belastungsprobleme sind. Die Erosion rechtsstaatlicher Institutionen, sinkendes Vertrauen in politische Repräsentation, politische Polarisierung, die Ausbreitung autoritärer Diskurse und die gezielte Verbreitung von Desinformation gehören ebenso zu den Krisensymptomen wie die Frage, wie Demokratien mit globalen Problemlagen – etwa Klimawandel, Migration oder sozialer Ungleichheit – umgehen können.

Weitere Informationen: www.uni-potsdam.de/veranstaltungen