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„In die Ruhe fallen“ – Werke von Hella Stoletzki und Anna M. Kempe

- Erschienen am 26.03.2026 - Presemitteilung 81
Eröffnung im Foyer

Kulturstaatssekretär Tobias Dünow hat heute die Ausstellung „In die Ruhe fallen“ mit Werken von Hella Stoletzki und Anna M. Kempe im Kulturministerium in Potsdam eröffnet:

„Unsere aktuelle Ausstellung ‚In die Ruhe fallen‘ ist eine spannende Begegnung zwei junger Künstlerinnen. Hella Stoletzki, mit sorbischen Traditionen aufgewachsen, zeigt, dass sorbische Kultur so viel mehr ist als museale Konservierung oder folklorisierte Dekoration. Sie findet bei ihr in Clubs, auf Festivals, in queeren Szenen und künstlerischen Kreisen wie dem Kolektiw Wakuum neue Formen. Die Ausstellung ist somit keine ‚Identitäts-Schau‘ – auch wenn die Lausitz, ihre Sprachen, ihre Brüche einen wichtigen Resonanzraum für die Arbeiten von Hella Stoletzki bilden. Im Zusammenspiel mit den Aquarellen von Anna M. Kempe, die von menschlichen Bedürfnissen zwischen Annäherung und Distanz, Geborgenheit und Unklarheit erzählen, entsteht ein spannender Dialog. Beide setzen sich in ihren Werken auf unterschiedliche Weise und mit jeweils eigenen Perspektiven mit Nähe, Zugehörigkeit und Veränderung auseinander. Ich freue mich sehr, dass Hella Stoletzki, eine unserer Nachwuchspreisträgerinnen für bildende Kunst, gemeinsam mit Anna M. Kempe bis Ende Mai hier bei uns im Haus zu sehen ist! Wer wissen will, wie junge Künstlerinnen aus Ostdeutschland die Welt reflektieren und spiegeln, muss in den nächsten Wochen nicht nach Berlin, Leipzig oder Rostock – sondern einfach nach Potsdam ins Kulturministerium kommen.“

Die Ausstellung „In die Ruhe fallen“ der Nachwuchspreisträgerin des Brandenburgischen Kunstpreises, Hella Stoletzki, ergänzt und bereichert mit Arbeiten von Anna M. Kempe, verbindet eine Verwandtschaft, die sich in Gesten und den Beziehungen zwischen den Figuren finden lässt, die in den Bildräumen verweilen. Es sind Erzählungen aus queerem Leben, die Erinnerungen reflektieren und nachformen. Einige der Bilder von Hella Stoletzki, die unter anderem Mitglied im sorbischen Künstlerbund ist, erzählen von sorbischen Welten, lenken den Blick raus aus dem tradierten Sorbisch-Sein und erweitern das Erwartbare um eigene Perspektiven. Sie bricht mit Klischees und fragt nach der Wandelbarkeit von Traditionen. Die Ausstellung zeigt Malerei, Grafik und zeichnerische Arbeiten von Hella Stoletzki sowie Aquarelle von Anna M. Kempe. Die Einführung in die Ausstellung übernahm die sorbische Künstlerin Karoline Schneider/Krawc.

Die 1996 in Berlin geborene Hella Stoletzki wuchs in Cottbus/Chóśebuz auf und wurde dort mit sorbischen/wendischen Kulturen und Traditionen vertraut. Ihre Malerei und ihr grafisches Werk sind wesentlich geprägt von der Darstellung und kritischen Befragung tradierter Vorstellungen sorbischer/wendischer Identitäten. Seit ihrem Studium der Malerei an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig sowie der Akademie der Bildenden Künste Wien lebt und arbeitet Hella Stoletzki in Cottbus/Chóśebuz. Im Jahr 2023 erhielt sie den Nachwuchsförderpreis des Landes für Bildende Kunst im Rahmen des Brandenburgischen Kunstpreises.

Die 1988 im mecklenburgischen Crivitz geborene Anna M. Kempe studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Seit 2013 präsentiert sie ihre Werke in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland, unter anderem in Leipzig, Berlin, München, Belgien, Norwegen und Dänemark. Sie lebt und arbeitet in Leipzig und ist dort seit 2017 Mitglied der künstler:innengeführten Galerie b2_.

Das Kulturministerium zeigt regelmäßig Ausstellungen. Zuletzt wurden unter anderem Fotografien von Studierenden der Fachhochschule Potsdam, Fotografien des Nachwuchsförderpreisträgers Adam Sevens, eine Fontane-Schau mit unveröffentlichten Skizzen und Notizen aus dem Havelland sowie Werke der Malerin Barbara Raetsch gezeigt. Die Ausstellung „In die Ruhe fallen“ ist vom 26. März bis zum 29. Mai 2026, montags bis freitags, von 08:00 bis 17:00 Uhr, zu sehen. Der Eintritt ist frei.