Brandenburgs ältestes Musikfestival vor spektakulärer Kulisse
- Erschienen am - PresemitteilungKulturstaatssekretär Tobias Dünow hat heute Nachmittag den 63. Choriner Musiksommer in Kloster Chorin (Barnim) eröffnet:
„Beim Choriner Musiksommer treffen großartige Musik und virtuose Musizierende auf erhabene Architektur und idyllische Natur. Das diesjährige Programm spiegelt einmal mehr die Bandbreite des Festivals: Von Klassik über Swing und Chanson bis hin zu zeitgenössischen Klängen mit Alphorn und Didgeridoo – und einem Gedenkkonzert für Peter Gülke, der als Dirigent und Musikwissenschaftler das kulturelle Leben Deutschlands nachhaltig geprägt hat, auch und gerade in Brandenburg. Ein großer Dank an den Verein des Choriner Musiksommers, der dieses grandiose Festival mit großem ehrenamtlichem Engagement Jahr für Jahr ermöglicht. Ich freue mich sehr, dass die Gemeinde Chorin die Bewirtschaftung der Anlage für ein weiteres Jahr bis Ende 2027 übernimmt – Zeit genug für uns, die Errichtung einer Landesstiftung vorzubereiten, die diese Symbiose aus gelebter Denkmalpflege und außergewöhnlichem Kulturerlebnis dauerhaft sichern wird. Allen Besucherinnen und Besuchern wünsche ich großartige musikalische Begegnungen, abseits von Bildschirmen und Algorithmen. Live. Körperlich. Unwiederholbar.“
Zum Auftakt des 63. Choriner Musiksommers hat das Philharmonische Orchester des Staatstheaters Cottbus mit der Geigerin Mariam Abouzahra unter Leitung von Alexander Merzyn Werke von Carl Maria von Weber, Max Bruch und Antonín Dvořák aufgeführt. Auf dem Programm des diesjährigen Festivals vom 20. Juni bis 30. August 2026 stehen 18 Konzerte, unter anderem ein Jugend- und Familienkonzert mit Igor Strawinskys Werk „Der Feuervogel“, ein Europakonzert mit dem Philharmonischen Orchester Szczecin, ein Konzert von Katharine Mehrling und dem Filmorchester Babelsberg mit Songs und Chansons von Kurt Weill, Edith Piaf und Marilyn Monroe sowie ein Gedenkkonzert der Staatskapelle Halle und des Pianisten Sir András Schiff für den am 24. April 2026 verstorbenen Dirigenten und Musikforscher Prof. Dr. Peter Gülke, der dem Festival sehr verbunden war. Das erste Konzert des Choriner Musiksommers fand am 23. Mai 1964 statt – als Kulturveranstaltung für die Beschäftigten des Institutes für Forstwissenschaften in Eberswalde, das die Klosterruine damals verwaltete. Das Festival wird vom Verein Choriner Musiksommer e.V. veranstaltet. Das Land unterstützt den Choriner Musiksommer in diesem Jahr mit 50.000 Euro.
Das Kloster Chorin wurde um 1300 als Zisterzienserkloster und Hauskloster der brandenburgischen Askanier errichtet. Im Jahr 1542 wurde es im Zuge der Reformation säkularisiert und diente fortan als kurfürstliche Domäne. Nach dem Dreißigjährigen Krieg verfiel die Anlage zunehmend. Seit dem 19. Jahrhundert wurden die bestehenden Klostergebäude schrittweise restauriert. Aufgrund des Engagements des preußischen Baumeisters Karl-Friedrich Schinkel (1781-1841) für die Rettung der verfallenden Klosteranlage gilt Chorin auch als frühes Beispiel der preußischen Denkmalpflege. Der gerade erst bis Ende 2027 verlängerte Besitzüberlassungsvertrag sieht vor, dass die Gemeinde Chorin für ein weiteres Jahr die Trägerschaft für die Klosteranlage Chorin im Rahmen des Eigenbetriebes übernimmt, bevor das Kloster in eine neue Landesstiftung überführt wird.