Musikkultur Rheinsberg feiert den 300. Geburtstag Heinrich von Preußens
- Erschienen am - PresemitteilungKulturministerin Dr. Manja Schüle hat heute in Potsdam gemeinsam mit Dirk H. Beenken, Geschäftsführer der Musikkultur Rheinsberg gGmbH (MKR), Jelle Dierickx, Künstlerischer Leiter der MKR, und Felix Görg, Leiter der Musikakademie Rheinsberg, das Jahresprogramm der Musikkultur Rheinsberg präsentiert. Die diesjährigen Schwerpunkte sind die Kammeroper Schloss Rheinsberg mit dem Internationalen Festival junger Opernsängerinnen und Opernsänger, das Bildungs- und Präventionsprojekt „Musiktheater 360°“ sowie das Jubiläum „h300“.
Kulturministerin Dr. Manja Schüle:
„Heinrich von Preußen war weit mehr als nur der kleine Bruder von Friedrich dem Großen: Er war Militär wie Intellektueller, Weltbürger wie Kunstförderer und Anhänger der Aufklärung. Vor allem aber war er derjenige, der Rheinsberg zu dem gemacht hat, was es bis heute ist: ein Ort der Künste, der Neugier, der Inspiration. Heinrich hat einen offenen Musenhof geschaffen, einen Raum für Musik, Theater, Gedankenfreiheit. Zum 300. Geburtstag holt die Musikkultur Rheinsberg Heinrich aus dem Schatten des Alten Fritz und kleidet ihn in ein modernes Gewand. Und: Das Jubiläumsjahr erinnert nicht nur an Heinrich, sondern auch an Wilhelmine – eine eigenständige, gebildete, präsente Persönlichkeit ihrer Zeit. Keine weibliche Randfigur der Geschichte, sondern Gestalterin des kulturellen Lebens am Hof. Die Musikkultur Rheinsberg ist heute einer der größten, wichtigsten und erfolgreichsten Kulturorte unseres Landes. Sie ist Bühne, Denkwerkstatt, Talentschmiede und Ort kultureller Teilhabe zugleich. Hier begegnen sich internationale junge Stimmen, erfahrene Künstlerpersönlichkeiten und ein begeistertes Publikum. Hier entstehen Erinnerungen an atmosphärische Konzerte vor atemberaubender Kulisse. Eine Symbiose aus Musik, Architektur und Natur, die es weder in Berlin, München oder Hamburg gibt – sondern nur bei uns in Brandenburg. Rheinsberg ist schon lange kein Geheimtipp mehr, sondern längst eine Verführung.“
Dirk H. Beenken, Geschäftsführer der MKR:
„Die Musikkultur Rheinsberg hat im letzten Jahr drei Ziele verfolgt: nachhaltig finanzieren, Wirkung in der Fläche entfalten, Menschen für Musiktheater begeistern. Dafür geben uns die Landesmittel Verlässlichkeit – doch um unseren Auftrag auszubauen, müssen wir zusätzliche Finanzierungsquellen erschließen. 2025 haben wir mehr als 1,1 Millionen Euro eingeworben; rund 50 Prozent unseres Haushalts werden inzwischen aus eigenen Erlösen und weiteren Mitteln jenseits der Landesförderung finanziert. Was das in der Praxis bedeutet, zeigt die Resonanz: 19.200 Besucherinnen und Besucher nahmen an über 300 Projekten teil; die Musikakademie erreichte mit 120 Kursen mehr als 1.500 Teilnehmende. Mit 150 Veranstaltungen im Schlosstheater und 40 Projekten der Kammeroper stärken wir die Region – und bringen Musiktheater in die Fläche, von der Krippe bis zu Young Professionals. In Summe konnten wir in allen relevanten Geschäftsbereichen unsere Leistungen um mehr als 20 Prozent steigern: Beim Kammeropernfestival stieg die Auslastung von 62 auf 84 Prozent; die Musikakademie erhöhte die Teilnehmerzahl von 600 auf 1.500. Auch im Künstlerhaus haben sich seit 2022 die Übernachtungen und die damit erzielten Umsätze verdoppelt. Das zeigt: Die Musikkultur Rheinsberg ist ein stabiler Multiplikator – künstlerisch, gesellschaftlich und regionalwirtschaftlich.“
Jelle Dierickx, Künstlerischer Leiter der MKR:
„Im Frühling und Sommer gehen wir mit der Kammeroper auf Entdeckungsreise – auf den Spuren von Prinz Heinrich und Prinzessin Wilhelmine. Und wir erzählen dieses Abenteuer mit Fragen statt fertigen Antworten: Was tat Prinz Heinrich im Revolutionsjahr 1789 in Paris? Wer war Prinzessin Wilhelmine? Und warum macht ein schwedisches Sommerfest in Rheinsberg Sinn? Wir begegnen Opern von Grétry, Paisiello und Clemens K. Thomas, spielen Schach mit Philidor und erleben den Schlosspark als künstlerischen Resonanzraum. Wenn Natur, Architektur und Musik zusammenkommen und unser Publikum junge Künstlerinnen und Künstler entdeckt, entsteht ein Festivalzauber, den man so vielleicht nur bei uns erlebt. Und weil 2026 ganz Rheinsberg die 300. Geburtstage von Heinrich und Wilhelmine feiert, stellen wir uns dieselbe Frage wie damals am Musenhof: Was passiert, wenn man Kunst ernst nimmt – und ihr wirklich eine Bühne gibt? Unsere Antwort ist ein Festival, das wach und neugierig bleibt, europäische Fäden aufnimmt und die menschliche Stimme hörbar macht.“
Felix Görg, Leiter der Musikakademie Rheinsberg:
„Als Landesakademie verstehen wir kulturelle Bildung nicht als Zusatzangebot, sondern als zentrales Werkzeug für Selbstwirksamkeit und Teilhabegerechtigkeit, als ein Türöffner in eine Zukunft mit vielfältigen Möglichkeiten. Mit dieser Haltung gestalten wir unsere Angebote: von der Chorleiter*innen-Qualifizierung bis zur Fortbildungen für Erzieher*innen, von der bundesweiten Arbeit im Musiktheater von jungen Menschen zur beruflichen Qualifizierung junger Opernsänger*innen auf europäischer Ebene. Unser neues Großprojekt ‚Musiktheater 360°‘ ist ein Fokuspunkt dieses Selbstverständnisses: aufsuchend, partizipativ, strukturbildend und im Verbund. Mit dem Mittel Musiktheater machen wir kreative Potentiale bei Jugendlichen sichtbar, die in der Gesellschaft oft unsichtbar bleiben – in Zusammenarbeit mit Schulen, sozialen Trägern und gemeinsam mit starken Förderpartnern wie dem Land Brandenburg, der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und dem Europäischen Sozialfonds. Wir gehen dorthin, wo strukturelle Bedarfe bestehen, stärken Netzwerke und ermöglichen künstlerische Arbeit auf Augenhöhe – regional verankert und europäisch vernetzt.“
Die Musikkultur Rheinsberg feiert in diesem Jahr den 300. Geburtstag des Prinzen Heinrich von Preußen (1726-1802). Mit den Veranstaltungen zum Jubiläum soll die Bedeutung Heinrichs und seiner Gemahlin Wilhelmine für die Region ins Bewusstsein gerückt und einem breiten Publikum nahegebracht werden. Beim Bildungsprojekt „Musiktheater 360°“ können Jugendliche aus strukturell schwachen Regionen in Brandenburg durch die Erarbeitung einer Musiktheaterproduktion ihre sozialen Kompetenzen weiterentwickeln.
Die 2014 gegründete Musikkultur Rheinsberg gGmbH (MKR) vereint unter ihrem Dach die Bundes- und Landesmusikakademie Rheinsberg, die Kammeroper Schloss Rheinsberg als internationales Festival junger Opernsängerinnen und Opernsänger sowie das Schlosstheater Rheinsberg. Das Land Brandenburg unterstützt die MKR in diesem Jahr mit rund 2,65 Millionen Euro. Schloss und Park Rheinsberg waren von 1736 bis 1740 das Refugium des späteren Königs Friedrich II. Im Jahr 1744 schenkte er die Residenz seinem Bruder Prinz Heinrich, der Schloss und Lustgarten zu einem innovativen Zentrum der Fest-, Theater- und Musikkultur entwickelte.
Weitere Informationen: www.musikkultur-rheinsberg.de