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Theater für Brandenburg – Landesbühnen Süd und Nord starten

- Erschienen am 13.09.2017

Kulturministerin Martina Münch hat heute in Potsdam gemeinsam mit Manuel Soubeyrand, dem Intendanten der neuen Bühne Senftenberg (nBS), und Reinhard Simon, dem Intendanten der Uckermärkischen Bühnen Schwedt (ubs), die Erweiterung des Theater- und Konzertverbundes um die neue Bühne Senftenberg und die Uckermärkischen Bühnen Schwedt sowie den Start der Landesbühnen Südbrandenburg und Nordbrandenburg zur neuen Spielsaison 2017/18 präsentiert.

Kulturministerin Martina Münch begrüßte den Start der beiden Landesbühnen. „Mit der Gründung und Entwicklung der beiden Landesbühnen wollen wir die Möglichkeiten von Gastspielen und kulturellen Angeboten innerhalb des Landes weiter verstärken. Die Landesbühnen werden zukünftig neben ihren eigenen Häusern auch zahlreiche Städte und Gemeinden, die kein eigenes Theaterensemble aber geeignete Spielstätten haben, bespielen – Theater für ganz Brandenburg. Sie erweitern und gewährleisten damit ein dezentrales Kulturangebot mit hoher Qualität, leisten grundlegende Arbeit in kultureller Bildung fernab der Zentren und können regionale Identifikationsmöglichkeiten schaffen und stärken“, so Münch. „Neben der Gründung der Landesbühnen freue ich mich auch über die Aufnahme der beiden Bühnen in Senftenberg und Schwedt in den Theater- und Konzertverbund. Damit wird der Austausch von Inszenierungen zwischen den Partnern des Verbundes erweitert, wovon alle beteiligten Städte und Spielorte profitieren können. Die neue Struktur reiht sich in eine Reihe von Maßnahmen ein, mit denen wir vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und der geplanten Kreisgebietsreform die vielfältige und lebendige Kulturlandschaft im Land für die Zukunft neu ausrichten, sichern und stärken wollen. Ich freue mich, dass wir den Start der beiden Landesbühnen in diesem Jahr mit rund 120.000 Euro und im kommenden Jahr mit rund 260.000 Euro unterstützen können. Damit können sowohl zusätzliches Personal finanziert als auch Kosten für Gastspiele gedeckt werden.“ Ministerin Münch würdigte beide Bühnen als herausragende Theater im Land: „Beide Theater sind überaus lebendige und kreative Orte und zugleich kulturelle Ankerpunkte in sich verändernden Regionen. Der neuen Bühne Senftenberg gelingt es seit Jahren immer wieder attraktive Theaterkunst, gespickt mit bester Unterhaltung und witzigen Überraschungen anzubieten. Die Uckermärkischen Bühnen Schwedt belegen regelmäßig ihre hohe Kompetenz bei internationalen Theaterproduktionen und als kulturelle Brückenbauer, insbesondere zu Polen. Damit setzen beide Theater in hervorragender Weise wichtige Aspekte unserer kulturpolitischen Strategie um: Kulturelle Teilhabe vor Ort, Bewahrung regionaler Identität und Stärkung des Kulturtourismus.“

Mit dem Theater- und Konzertverbund hat das Land Brandenburg seit dem Jahr 2000 eine Struktur geschaffen, die den Austausch von Musik- und Schauspiel-Angeboten zwischen vielen Regionen des Landes ermöglicht. Dem Verbund gehören – neben den neuen Mitgliedern neue Bühne Senftenberg und Uckermärkische Bühnen Schwedt – das Hans Otto Theater und der Nikolaisaal in Potsdam an, das Theater in Brandenburg an der Havel mit seinen Symphonikern sowie das Kleist Forum und das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt (Oder) an. Das Staatstheater Cottbus ist assoziiertes Mitglied. Aufgabe des Verbundes ist der gegenseitige Austausch von Inszenierungen. Zudem fördert das Land die Arbeit von Freien Theatern in diesem Jahr mit mehr als 1,3 Millionen Euro – auch hier ist die kulturelle Belebung des ländlichen Raums ein Kriterium bei der Vergabe der Mittel. Außerdem erhalten die Kommunen aktuell jährlich 500.000 Euro aus der Spielstättenförderung des Landes Brandenburg, mit denen ebenfalls eine Vielzahl von Kulturangeboten in der Fläche finanziell unterstützt wird.

Neben der Einrichtung der beiden Landesbühnen, hat das Kulturministerium mit der Gründung des Brandenburgischen Landesmuseums für Moderne Kunst im Juli 2017 zur Sicherung und Weiterentwicklung der beiden Kunstmuseen in Cottbus und Frankfurt (Oder) unter dem Dach einer Landesstiftung beigetragen. Ab Januar 2018 soll eine weitere Landesstiftung dabei helfen, das überregional bedeutende Kulturerbe von Park und Schloss Branitz zu bewahren und zu stärken. In beiden Fällen erhöht das Land seine Zuschüsse signifikant.

Manuel Soubeyrand, Intendant der neuen Bühne Senftenberg: „Es gibt zurzeit bundesweit 21 Landesbühnen – aber bislang keine im Flächenland Brandenburg. Als neue Landesbühnen sichern wir ein dezentrales und vielfältiges Kulturkonzept. Trotz der Zentrumsfunktion großer Theater in Berlin, Potsdam und Cottbus sowie der Mobilität der Bevölkerung gibt es dafür einen Bedarf: Zum einen gibt es mit Kindern, Jugendlichen und Senioren große Bevölkerungsgruppen, die nur über geringe Mobilität verfügen, zum anderen sichern die Landesbühnen vor Ort ein kontinuierliches Programm. Die Ensemble- und Repertoirearbeit der Landesbühnen bietet Menschen, die am Heimatort Theateraufführungen besuchen wollen, leicht zugängliche Möglichkeiten. Wir verpflichten uns als Landesbühne dazu, mit Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen, Institutionen der Erwachsenenbildung und örtlichen Kultureinrichtungen kontinuierlich zusammenzuarbeiten. Dazu gehört sowohl die Unterstützung von Amateur- und Schultheatern mit Rat, logistischer, inhaltlicher und organisatorischer Hilfe als auch die Mitwirkung an örtlichen Projekten. Die Forcierung der Theaterpädagogik – vor allem für die Gastspielorte – ist mir daher ein wichtiges Anliegen.“

Die neue Bühne Senftenberg (nBS) wurde im Oktober 1946 als Stadttheater in Senftenberg für die ‘Kulturversorgung‘ der Bergarbeiter im Niederlausitzer Industriegebiet gegründet. Am Theater wirkten viele bekannte Schauspieler und Regisseure, darunter Annekathrin Bürger, Armin Mueller-Stahl und Frank Castorf. Im Jahr 1990 wurde das Theater in neue Bühne Senftenberg umbenannt. Im Jahr 2005 wurde sie für ihre erfolgreiche Arbeit als ‘Theater des Jahres‘ ausgezeichnet. Rund 70.000 Gäste besuchen jedes Jahr die rund 400 Schauspiel- und Kinder- und Jugendtheaterproduktionen, Unterhaltungsveranstaltungen, Musik- und Tanzproduktionen, Lesungen sowie Gesprächsrunden des Theaters. Intendant der neuen Bühne ist seit 2014 Manuel Soubeyrand. Die neue Bühne wird von einem kommunalen Zweckverband getragen, dem der Landkreis Oberspreewald-Lausitz und die Stadt Senftenberg angehören. Das Land unterstützt das Theater in diesem Jahr mit rund 1,7 Millionen Euro sowie mit 1,3 Millionen Euro aus Mitteln des Finanzausgleichsgesetzes.

Reinhard Simon, Intendant der Uckermärkischen Bühnen Schwedt: „Das Publikum außerhalb der Zentren ist anspruchsvoll, neugierig und begeisterungsfähig. Und es ist dankbar. Wir führen derzeit intensive Gespräche darüber, was unsere Partner von uns erwarten, welche Theaterformate, Stücke, Genres sie besonders interessieren, um die Antworten auf diese Fragen in unseren zukünftigen Spielplänen berücksichtigen zu können.“

Die Uckermärkischen Bühnen Schwedt (ubs) entstanden im Jahr 1990 aus dem Zusammenschluss des Theaters der Stadt Schwedt/Oder und des Kreiskulturhauses. Rund 145.000 Gäste besuchen jedes Jahr die rund 600 Schauspiel- und Musicalvorstellungen, Konzerte, Unterhaltungsveranstaltungen, Ausstellungen, Lesungen sowie Gesprächsrunden des Theaters. Dabei pflegen die Uckermärkischen Bühnen mit gemeinsamen Inszenierungen und Theaterbegegnungen enge künstlerische Kooperationen mit polnischen Künstlerinnen und Künstlern. Dieses Engagement wurde 2001 mit dem Walter-Mertineit-Preis für internationale Verständigung der UNESCO geehrt. Im Jahr 2010 wurde Reinhard Simon – seit 1990 Intendant der Uckermärkischen Bühnen Schwedt – für die fast 20-jährige Zusammenarbeit mit polnischen Theatern der Orden ‘Silberner Greif Westpommerns‘ verliehen. Die Uckermärkischen Bühnen sind ein Eigenbetrieb der Stadt Schwedt/Oder. Das Land unterstützt das Theater in diesem Jahr mit rund 1,7 Millionen Euro sowie mit 1,4 Millionen Euro aus Mitteln des Finanzausgleichsgesetzes.

Weitere Informationen: 
www.theater-senftenberg.de
www.theater-schwedt.de 

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Datum
13.09.2017
Rubrik
PM