Potsdamer Schülerinnen und Schüler setzen sich mit Gedenkstätte Ravensbrück auseinander
- Erschienen am - PresemitteilungKultur- und Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle hat heute ein Grußwort anlässlich der Präsentation der Werkstattergebnisse einer Gedenkstättenfahrt von Schülerinnen und Schülern des Hannah-Ahrendt-Gymnasiums aus Potsdam in die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück (Oberhavel) gesprochen:
„Geschichte ist nie vorbei, sie wirkt immer weiter. Und sie ist mehr als eine Abfolge von Daten und Namen. Sie erzählt von Menschen, von Entscheidungen, von Mut und Verantwortung. Nur wer die Vergangenheit versteht, kann die Gegenwart bewusst gestalten. Freiheit, Gleichheit und Menschenrechte sind nicht selbstverständlich – sie müssen verteidigt werden, auch und gerade wieder heute. Der Holocaust zeigt, wozu Hass, Ausgrenzung und Gewalt führen können, wenn wir wegsehen. Indem wir hinschauen, hinterfragen und handeln, machen wir Geschichte lebendig – und prägen die Welt von morgen. Die Schülerinnen und Schüler des Hannah-Arendt-Gymnasiums haben das verstanden und ihren Ravensbrück-Besuch in beeindruckende und berührende Arbeiten verwandelt. Dafür und für das Engagement der Lehrkräfte meine Hochachtung!“
Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs des Hannah-Ahrendt-Gymnasiums aus Potsdam haben im vergangenen Jahr eine mehrtägige Gedenkstättenfahrt nach Ravensbrück gemacht. Sie hatten dort die Möglichkeit, sich dem historischen Ort mit unterschiedlichen Workshop-Formaten zu nähern und sich mit der Geschichte des nationalsozialistischen Repressions- und Verfolgungsapparat auseinanderzusetzen. Neben der filmischen Arbeit haben die Schülerinnen und Schüler Podcasts erstellt und sich künstlerisch mit dem Thema auseinandergesetzt. Die Ergebnisse werden nun im Filmmuseum Potsdam vorgestellt. Die Jugendlichen waren zudem in die Veranstaltung zur Einweihung des jüdischen Gedenkzeichens in Ravensbrück involviert. Das Hannah-Arendt-Gymnasium hat ein politisch-wirtschaftliches Profil und setzt einen besonderen Schwerpunkt auf politische Bildung.
Im ehemaligen KZ Ravensbrück waren zwischen 1939 und 1945 rund 132.000 Frauen, 20.000 Männer und 1.000 weibliche Jugendliche des ‘Jugendschutzlagers Uckermark‘ als Häftlinge registriert. Sie stammten aus mehr als 40 Nationen, unter ihnen auch zahlreiche Juden sowie Sinti und Roma. Zehntausende wurden ermordet oder starben an Hunger, Krankheiten oder durch medizinische Experimente. Nach dem Bau einer Gaskammer Ende 1944 wurden rund 6.000 Häftlinge von der SS vergast. Ende April 1945 trieb die SS zehntausende Häftlinge auf Todesmärsche in Richtung Nordwesten. Rund 3.000 zurück gelassene Kranke wurden am 30. April 1945 durch die Rote Armee befreit. Die 1959 gegründete Mahn‑ und Gedenkstätte Ravensbrück ist Teil der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten (SBG). Das Land fördert die Arbeit der SBG in diesem Jahr mit rund 3,96 Millionen Euro. Für investive Maßnahmen stellt das Land jährlich weitere 1 Million Euro zur Verfügung.