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35 Jahre Städtebauförderung: Brandenburg sagt Danke

- Erschienen am 04.05.2026 - Presemitteilung 145
Beim heutigen Termin in Potsdam

Seit 35 Jahren unterstützt die Städtebauförderung Städte und Gemeinden in Brandenburg dabei, historische Stadtkerne zu bewahren, Quartiere zu erneuern und neue Orte für Zusammenhalt zu schaffen. Es ist nun an der Zeit, den Macherinnen und Machern zu danken und auf das Ergebnis zu schauen: ein lebenswertes, schönes Brandenburg.

Mit rund 4,1 Milliarden Euro wurden seit 1991 401 Städte und Gemeinden gefördert. Vor Ort hat das eine enorme Dynamik ausgelöst: Jeder Euro Städtebauförderung zieht im Schnitt rund sieben Euro an privaten Investitionen nach sich. Das zeigt, wie groß die Bereitschaft ist, in die eigene Stadt zu investieren – und wie viel Engagement hinter der Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte steckt. Und es zeigt auch:  Hinter diesen Zahlen stehen vor allem die Menschen, die ihre Städte mit Ideen, Mut und viel Ausdauer verändert haben.

Bei einer Veranstaltung in Potsdam hat das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung dieses Engagement heute gewürdigt – unter anderem mit einer Pop-up-Ausstellung am Brandenburger Tor, die den Wandel der vergangenen Jahrzehnte zeigt.

Bauminister Robert Crumbach:

Städtebauförderung ist immer dann besonders erfolgreich, wenn finanzielle Unterstützung auf Ideen, Mut und Tatkraft vor Ort trifft. Geld allein baut keine Städte. Es braucht Menschen, die sich einmischen, anpacken und an ihre Stadt glauben, auch wenn andere sie schon aufgegeben haben. Die Brandenburgerinnen und Brandenburger haben unser Land in den vergangenen 35 Jahren Haus für Haus, Straße für Straße und Platz für Platz schöner gemacht. Darauf können wir gemeinsam stolz sein. Und es wird Zeit, dass wir das auch zeigen.“

Die Städtebauförderung begleitet Brandenburg seit den frühen 1990er-Jahren bei einer Generationenaufgabe. Damals waren vielerorts Häuser dem Verfall preisgegeben. Heute sind viele Stadtzentren im Land zu über 90 Prozent saniert – auch wenn Stadtentwicklung nie abgeschlossen ist und es weiterhin viel zu tun gibt.

Kulturministerin Dr. Manja Schüle:

„Was wir heute sehen, ist zwar kein Wunder – aber ein wundervoller Beleg für das, was Gemeinschaft leisten kann. Vor 35 Jahren waren viele unserer Altstädte dem Verfall preisgegeben: Fenster vernagelt, Fassaden bröckelig, ganze Straßenzüge kurz vor dem Aus. Und dann haben Menschen gesagt: Nicht mit uns. Nicht mit unserer Stadt. 35 Jahre Städtebauförderung sind auch 35 Jahre gelebter Denkmalpflege. Denkmalschutz nicht als Behördenaufgabe – sondern als Liebeserklärung vieler engagierter Menschen. An die Geschichte. An die Heimat. An die, die vor uns da waren – und die nach uns kommen.“

Wie sehr sich das Gesicht der Städte verändert hat, zeigt sich etwa in Potsdam: Wo Anfang der 1990er-Jahre ganze Straßenzüge vom Abriss bedroht waren, prägen heute sanierte Quartiere wie die zweite barocke Stadterweiterung, die Potsdamer Mitte, die Schiffbauergasse oder die Gartenstadt Drewitz das Bild. Nicht jede Entscheidung war unumstritten – gerade in der Innenstadt wurde hart um den richtigen Weg gerungen. Städtebauförderung und bürgerschaftliches Engagement haben diesen Prozess über Jahrzehnte begleitet.

Saskia Hüneke, Kunsthistorikerin und seit der Wendezeit eine prägende Stimme der Potsdamer Stadtgesellschaft, engagiert sich bis heute in Initiativen wie dem Stadt-Forum Potsdam und in der Kommunalpolitik. Sie war in den 1990er‑Jahren dabei, als in Potsdam die Debatte um den Erhalt der historischen Bausubstanz und die Wiedergewinnung der Mitte entbrannte:

„Dass aus Verfall wieder eine Stadt geworden ist, verdanken wir vor allem dem beharrlichen Engagement vieler Potsdamerinnen und Potsdamer. Seit den 90er-Jahren haben wir in Potsdam leidenschaftlich um jedes Haus, den Schutz der Kulturlandschaft und um die Zukunft der Mitte gerungen. Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, musste erst erstritten und gemeinsam entwickelt werden. Wenn ich heute in die Lindenstraße, auf den Weberplatz oder den Alten Markt schaue, sehe ich nicht nur schöne Fassaden und Stadträume – ich sehe die Geschichten und die Menschen dahinter.“

Heute geht es darum, diese Entwicklung verantwortungsvoll in die Zukunft zu führen – mit Blick auf Klimaanpassung, Lebensqualität und bezahlbaren Wohnraum.

Bernd Rubelt, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt der Landeshauptstadt Potsdam:

Unsere Aufgaben sind heute eher komplexer als kleiner geworden: Wenn es zu Beginn eher hauptsächlich darum ging, historische Bausubstanz zu erhalten, müssen wir heute und in Zukunft dringend neuen Wohnraum schaffen, Innenstädte klimaresilient umbauen, die nötige soziale und technische Infrastruktur sichern und öffentliche Räume so gestalten, dass sie wirklich für alle funktionieren. Daher braucht es neben den vielen Engagierten vor Ort, bei denen ich mich ausdrücklich an dieser Stelle bedanken möchte, von den Verantwortlichen auf Bundes- und Landesebene vor allem integrierte, kontinuierliche und ausreichend ausgestattete Förderinstrumente für die Städte und Gemeinden im Land Brandenburg. Daher ein eindeutiges Ja von mir zur Städtebauförderung - die bestehenden Programme nehmen wir gern in Anspruch! Aber diese reichen bei weitem nicht aus zur Bewältigung der Aufgaben, die in den nächsten Jahren vor uns in Potsdam und allen Kommunen in Brandenburg liegen."

Die Pop-up-Ausstellung zeigt, was Städtebauförderung in Brandenburg konkret bedeutet: nicht nur die Sanierung von Gebäuden, sondern auch neue Nutzungen für alte Orte, aufgewertete öffentliche Räume, mehr Aufenthaltsqualität und stärkeren sozialen Zusammenhalt. Wer die Ausstellung sieht, entdeckt dabei nicht nur sanierte Fassaden und neu gestaltete Plätze, sondern auch, wie viel Engagement, Streit und Leidenschaft in den vergangenen 35 Jahren in Brandenburgs Städten stecken.

Im Anschluss an die Auftaktveranstaltung wird eine kompakte Indoor-Version der Ausstellung auch in den Bahnhofspassagen Potsdam zu sehen sein. Vom 26. Mai bis zum 7. Juni können Besucherinnen und Besucher dort einen Einblick in 35 Jahre Städtebauförderung in Brandenburg gewinnen und ausgewählte Projekte aus verschiedenen Städten entdecken.

Pressebilder aus verschiedenen Städten in Brandenburg zum Download:

https://www.dropbox.com/scl/fo/k2rzd13j0i1jpr7u05rqg/AM4jecy_8Z4UUoFslT_rxSs?rlkey=xigmpvce0iebrtpj717xqklra&st=deuu6fbf&dl=0

Begleitend bündelt das MIL auf einer eigenen Internetseite Bilder, Impressionen und weitere Informationen zur Ausstellung: Städtebauförderung | Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung Brandenburg

Weitere Stationen der Pop-up-Ausstellung „35 Jahre Städtebauförderung“

 

  • Neuruppin – 9. Mai, Tag der Städtebauförderung
  • Cottbus – 21. Mai, Willkommensfest
  • Brandenburg an der Havel – 30. Mai, Tag der Baukultur
  • Eberswalde – September, Marktplatz am Markttag