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Startschuss für diesjährigen Mina-Witkojc-Preis / Start za lětoske Myto Miny Witkojc

- Erschienen am 03.09.2026 - Presemitteilung 291

Der Landesbeauftragte für Angelegenheiten der Sorben/Wenden, Wissenschafts- und Kulturstaatssekretär Tobias Dünow, startet die Ausschreibung für den diesjährigen Mina-Witkojc-Preis/Myto Miny Witkojc.

„Mit dem Mina-Witkojc-Preis wollen wir deutlich machen: Sorbische/wendische Sprache und Kultur sind zentraler Teil der Lausitzer Identität und Heimat – ohne sie ist Brandenburg schlicht nicht vorstellbar. Sorbisches/wendisches sprachliches Engagement trägt zum Erhalt einer bedrohten Kultur und Minderheit, zur Vielfalt in unserem Land und zur Zukunft der Lausitz bei. Mit der Auszeichnung würdigen wir besonderes Engagement für die niedersorbische Sprache: für ihren Erhalt, ihre Vermittlung, ihre Revitalisierung, ihre Weiterentwicklung. Wir hatten in den vergangenen Jahren mit der Witaj-Kindertagesstätte Mato Rizo, dem Slawisten Manfred Starosta, dem Künstler Bernd Pittkunings und der Wissenschaftlerin Madlena Norberg beeindruckende Preisträgerinnen und Preisträger. Ich freue mich wieder auf großartige Vorschläge!“

Mit dem mit 2.500 Euro dotierten Mina-Witkojc-Preis/Myto Miny Witkojc wird alle zwei Jahre eine Person, eine Personengruppe oder eine Institution ausgezeichnet, die bei der Anwendung, dem Gebrauch, der Vermittlung oder der Weiterentwicklung der sorbischen/wendischen Sprache – insbesondere des Niedersorbischen – Herausragendes leistet oder geleistet hat. Dabei sollen insbesondere persönliches Engagement, nachhaltige Leistungen und innovative Ansätze berücksichtigt werden. Vorschlagsberechtigt sind sowohl Kommunen im angestammten Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden als auch Vereine und Verbände mit sorbischem/wendischem Bezug sowie Einzelpersonen und die Mitglieder der Jury. Vorschläge für den diesjährigen Preis können ab sofort bis zum 31. Oktober 2026 im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur eingereicht werden. Die Auszeichnung wird durch den Landessorbenbeauftragten Tobias Dünow überreicht.

Der erste Mina-Witkojc-Preis des Landes Brandenburg ging 2018 an das Team der ersten Witaj-Kindertagesstätte Mato Rizo in Cottbus-Sielow/Chóśebuz-Žylow. Der zweite Mina-Witkojc-Preis wurde 2020 an den 1941 in Jänschwalde/Janšojce (Landkreis Spree-Neiße/Wokrejs Sprjewja-Nysa) geborenen Slawisten Manfred Starosta verliehen. Den dritten Preis erhielt 2022 der Liedermacher und Kabarettist Bernd Pittkunings aus Cottbus/Chóśebuz. Mit dem vierten Preis wurde 2024 die wissenschaftliche Mitarbeiterin am Witaj-Sprachzentrum, Dr. Madlena Norberg, aus Cottbus/Chóśebuz ausgezeichnet.

Die 1893 in Burg (Spreewald)/Bórkowy (Błota) geborene und 1975 in Papitz/Popojce bei Cottbus/Chóśebuz gestorbene Mina Witkojc zählt zu den bedeutendsten Dichterinnen in niedersorbischer Sprache. Ihre Gedichte bringen eine enge Verbundenheit mit den Sorben/Wenden und ihrer Heimat im Spreewald zum Ausdruck. Sie arbeitete unter anderem als Publizistin und Redakteurin für die niedersorbische Zeitung ‘Serbski Casnik‘ und für den sorbischen Buchkalender ‘Pratyja‘. 1964 erhielt sie den Ćišinski-Preis. In Burg/Bórkowy sind eine Grund- und Oberschule sowie die Bibliothek, in Cottbus/Chóśebuz eine Straße nach ihr benannt.

Die Sorben/Wenden sind seit rund 1.500 Jahren in der Lausitz ansässig. Sie haben sich trotz Assimilierungsversuchen früherer Herrscher und Regierungen ihre eigene Sprache und ihre von zahlreichen Festen und vielfältigem Brauchtum geprägte Kultur bewahrt. Die niedersorbische Sprache gehört zur slawischen Sprachfamilie, ist in Deutschland anerkannte Minderheitensprache und in Brandenburg durch die Landesverfassung geschützt. Die Länder Brandenburg und Sachsen und der Bund unterstützen die Bemühungen der Sorben/Wenden, ihre angestammte nationale Identität zu bewahren und weiterzuent­wickeln. Das Land stellt der Stiftung für das sorbische Volk in diesem Jahr rund 4,9 Millionen Euro zur Verfügung.

Weitere Informationen: https://mwfk.brandenburg.de/mwfk/de/kultur/sorben-wenden/