Dialogforum zur Rolle der Wissenschaft in Zeiten des Rechtsrucks
- Erschienen am - PresemitteilungStaatssekretär Dünow hält Keynote beim Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit am GFZ
Wissenschaftsstaatssekretär Tobias Dünow hat beim Dialogforum des Forschungsinstituts für Nachhaltigkeit am GFZ (RIFS) in Berlin eine Keynote zur Rolle der Wissenschaft in Zeiten des Rechtsrucks gehalten. Darin warf er die Frage auf, wie unabhängig Forschungseinrichtungen von politischem Wohlwollen sein müssen, um auch unter veränderten politischen Mehrheiten arbeiten zu können.
Wissenschaftsstaatssekretär Tobias Dünow:
„Die Verteidigung der Wissenschaftsfreiheit ist die zentrale Aufgabe der Wissenschaftspolitik. Ohne freie Wissenschaft ist eine freie Gesellschaft nicht möglich. Auch deshalb misst unser Grundgesetz der Wissenschaftsfreiheit eine besondere Bedeutung zu. Die Feinde der Wissenschaft – in Deutschland wie anderswo – versuchen wissenschaftliche Erkenntnisse als bloße Meinungen zu diskreditieren. Dem muss die Wissenschaftspolitik entschieden entgegentreten. Wissenschaft und Politik sind vielfältig aufeinander angewiesen. Zugleich unterliegen sind ganz unterschiedlichen Logiken und sind ganz anders legitimiert. Politik darf nicht Wissenschaft ersetzen. Und Wissenschaft nicht Politik.“
Das Dialogforum „Transformative Wissenschaft in Zeiten des Rechtsrucks – Rolle, Verantwortung und Handlungsoptionen“ fragt danach, welche Rolle Wissenschaft in Zeiten des Rechtsrucks einnehmen kann und welche Verantwortung, Möglichkeiten und Grenzen sich daraus für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ergeben. Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und einen offenen Dialog anzustoßen. Neben Dünow hielt der Journalist Jan-Martin Wiarda eine Keynote; wissenschaftliche Impulse kamen von Franziska Mey, Julia Plessing und Germán Bersalli vom RIFS, das Perspektivgespräch führte Prof. Dr. Susanne Buiter, wissenschaftliche Vorständin des GFZ Helmholtz-Zentrums für Geoforschung.
Prof. Dr. Doris Fuchs, Direktorin Wissenschaftliche Direktorin des RIFS:
„Die Wissenschaftsfreiheit gehört zu den Grundpfeilern unserer Demokratie, denn sie ermöglicht unabhängige Erkenntnis und kritische Auseinandersetzung. Durch eine zunehmend feindselige Stimmung gegenüber Forschenden und ihren Erkenntnissen gerät diese Freiheit insbesondere für die Nachhaltigkeitsforschung in Gefahr.“
Forschungsgruppenleiterin Dr. Franziska Mey ergänzt:
„Auf unserem Dialogforum ist deutlich geworden, wie sehr die aktuellen politischen Entwicklungen die Nachhaltigkeitsforschung beschäftigen. Wissenschaftsfreiheit ist unverzichtbar, um Antworten zu finden, wie eine ökologisch nachhaltige und sozial gerechte Zukunft gestaltet werden kann.“
Das Dialogforum baut auf den Diskussionen der RIFS-Konferenz „Tough Conversations in Tough Times“ 2025 auf, bei der mehr als 300 Teilnehmende aus Forschung, Politik, Zivilgesellschaft und Praxis in 52 Sessions über den Umgang mit dem Widerstand gegen eine ambitionierte Nachhaltigkeitspolitik diskutierten.
Das Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit am GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung (englisch Research Institute for Sustainability, kurz: RIFS) wurde 2009 als Institute for Advanced Sustainability Studies gegründet und ist seit dem 01. Januar 2023 unter dem neuen Namen angebunden an das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung und damit Teil der Helmholtz-Gemeinschaft. Das RIFS ist ein transdisziplinär ausgerichtetes Forschungsinstitut, das globale Nachhaltigkeitsfragen transdisziplinär erforscht und dabei die ökologisch, ökonomische und soziale Dimension gleichermaßen berücksichtigt.