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Goldene Auszeichnung für grenzüberschreitendes Engagement in der Denkmalpflege: Landeskonservator Drachenberg wird geehrt

- Erschienen am 15.10.2026 - Presemitteilung 409
Thomas Drachenberg beim diesjährigen Denkmalpflegepreis © Kathleen Friedrich

Heute wurde dem brandenburgischen Landeskonservator Prof. Dr. Thomas Drachenberg in Gubin die Auszeichnung „Złota Odznaka Za opiekę nad zabytkami“ („Für die Verdienste in der Denkmalpflege“ in Gold) verliehen.

Kulturministerin Dr. Manja Schüle gratuliert zur Auszeichnung:

„Wer dachte, dass Denkmalschutz an Ländergrenzen endet, kennt Thomas Drachenberg schlecht. Sein Engagement für unser baukulturelles Erbe kennt keine Grenzen. Seine Leidenschaft und sein Enthusiasmus auch nicht. Wenig verwunderlich, dass er damit auch die Polen angesteckt hat. Herzlichen Glückwunsch zur höchsten polnischen Auszeichnung für Verdienste in der Denkmalpflege! Eine großartige Auszeichnung für Thomas Drachenberg. Und ein wichtiges Symbol für die erfolgreiche deutsch-polnische Zusammenarbeit.“

Prof. Dr. Franz Schopper, Direktor des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums sowie Landesarchäologe, betont:

„Die grenzübergreifende Kooperation ist seit Jahrzehnten ein wichtiges Anliegen des BLDAM. Bau- und Kunstdenkmäler sowie archäologische Denkmäler beidseits der Grenze sind kulturhistorisch eng verbunden. Ihr Verständnis gelingt am besten im  fachlichen und persönlichen Kontakt über administrative und Sprachgrenzen hinweg. Thomas Drachenberg ist dies in hervorragender Weise gelungen. Es ist mir eine große Freude ihm zu dieser hochverdienten Anerkennung zu gratulieren.“

Seit 2013 setzt sich Thomas Drachenberg aktiv für die Zusammenarbeit zwischen der polnischen und der deutschen Denkmalpflege ein. Auf seine Initiative hin wurde  im Jahr 2014 die Expertengruppe „Schlösserlandschaften in der deutsch-polnischen  Grenzregion“ gegründet. Der Gruppe gehören unter anderem die Denkmalkonservator:innen der Wojewodschaften Lubuskie (Lebus), Pomorze Zachodnie (Westpommern) und Dolny Słask (Niederschlesien) sowie Landeskonservator:innen aus den Bundesländern Brandenburg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern sowie Vertreter:innen der jeweiligen Landesministerien dieser Bundesländer, des polnischen  Nationalen Instituts für Kulturerbe (Narodowy Instytut Dziedzictwa), der Europa-Universität Viadrina und von Nichtregierungsorganisationen an.

Die Gruppe trifft sich regelmäßig und diskutiert Fragen des Denkmalschutzes von Herrenhäusern und Schlössern und deren Gartenanlagen im deutsch-polnischen  Grenzgebiet. Ein Ergebnis dieser Zusammenarbeit war die Ausstellung „Schlösserlandschaften in der deutsch-polnischen Grenzregion“ (Zabytkowe reydencie w krajobrazie przygranicznych regionów Polski i Niemiec) mit zugehöriger Publikation. Die Ausstellung, die verschiedene Erhaltungs- und Nutzungskonzepte aufzeigt, wurde auf der Denkmalmesse in Leipzig und in vielen Städten beiderseits von Oder und  Neiße gezeigt. Sie war vor etlichen Jahren auch im Potsdamer Landtag zu sehen. Das Projekt erhielt im Jahre 2016 die Goldene Medaille der Leipziger Denkmalmesse.

Im Jahr 2024 fanden zum 10. Jubiläum der Initiative als Würdigung dieser einzigartigen Form der internationalen Zusammenarbeit zum Denkmalschutz eine Diskussionsrunde auf der Denkmalmesse in Leipzig statt, die dieses Jahr ihre Fortsetzung findet. Darüber hinaus hat Thomas Drachenberg zusammen mit seiner Kollegin Barbara Bielinis-Kopeć seit 2014 einen jährlichen Austausch der Denkmalfachleute in  der Wojewodschaft Lebuser Land und dem Land Brandenburg organisiert. Hiervon profitieren bis heute beide Seiten.

Für dieses grenzübergreifende Engagement zur Denkmalpflege erhielt Thomas Drachenberg die polnische Auszeichnung. Die Verleihung erfolgte im Rahmen des Gubiner Forums am 15.10.2026 im Kulturhaus in Gubin (Polen).

Das zweistufige (goldene und silberne) Abzeichen „Für die Pflege von Denkmalen“ wurde 1962 in Polen „für Verdienste zum Schutz von Kulturgütern“ eingeführt. Es wird vom zuständigen polnischen Minister für Kultur und den Schutz des Landeserbes verliehen.