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Startschuss für „Offensive Kulturgutschutz“

- Erschienen am 15.09.2026 - Presemitteilung 348

Kulturministerin Dr. Manja Schüle hat heute gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Museumsverbandes Brandenburg, Dr. Arne Lindemann, das Stadtmuseum Cottbus/Chóśebuz besucht und den Startschuss für die „Offensive Kulturgutschutz“ des Museumsverbandes gegeben. Die Ministerin übergab zwei Förderbescheide in Höhe von 20.000 Euro für die „Offensive Kulturgutschutz“ sowie von 12.000 Euro für das Leitbildverfahren des Museums. Zugleich erhielt das Stadtmuseum eine vom Land Brandenburg finanzierte Notfallbox für die Erstversorgung von Kulturgut im Schadensfall.

Kulturministerin Dr. Manja Schüle:

„Unser Kulturerbe ist keine Selbstverständlichkeit – es kann durch Hochwasser, Stürme, Feuer oder andere Gefahren unwiederbringlich verloren gehen. Das sind keine abstrakten Annahmen, sondern sehr reale Erfahrungen: Dafür steht etwa die vorsorgliche Evakuierung des Kleist-Museums beim Oder-Hochwasser 2024. Oder der schwere Sturmschaden an der ehemaligen Häftlingswäscherei in der Gedenkstätte Sachsenhausen im vergangenen Jahr. Deshalb starten wir die Offensive Kulturgutschutz: konkret, praktisch und mit einem Pilotprojekt für 20 Museumsstandorte in Cottbus und Spree-Neiße. Das Ziel: Risiken früh erkennen und Museen besser auf Notfälle vorbereiten. Gerade angesichts zunehmender Extremwetterereignisse ist Vorsorge ein zentraler Baustein für den Schutz unseres kulturellen Gedächtnisses. Ich freue mich, dass wir den Start der Offensive mit 20.000 Euro unterstützen können.“

Dr. Arne Lindemann, Geschäftsführer des Museumsverbandes Brandenburg e.V.:

„Kulturgutschutz darf nicht erst beginnen, wenn das Wasser bereits im Depot oder die Feuerwehr vor der Tür steht. Wir müssen vorher wissen, wo die Risiken liegen, was im Ernstfall geschützt werden muss und wer dafür gemeinsam handeln muss. Mit dem Startprojekt in Cottbus und Spree-Neiße wollen wir zeigen, wie Museen, Kommunen und Katastrophenschutz gemeinsam Vorsorge betreiben können.“

Mit der Offensive Kulturgutschutz hat der Museumsverband des Landes Brandenburg ein Projekt zur Notfallvorsorge für das bewegliche Kulturgut entwickelt, das im September 2026 in der kreisfreien Stadt Cottbus/Chóśebuz sowie im Landkreis Spree-Neiße/Sprjewja-Nysa startet. Cottbus und Spree-Neiße wurden als Modellregion ausgewählt, weil hier bereits seit 2024 ein Notfallverbund besteht, in dem Museen, Archive, Bibliotheken und weitere kulturgutbewahrende Einrichtungen zusammenarbeiten. Beteiligt sind unter anderem Einrichtungen in Cottbus, Forst, Spremberg und Guben sowie die Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz. besteht, mit dem eine enge Kooperation erfolgen soll. In einem ersten Schritt soll eine Risikoanalyse für etwa 20 Museumsstandorte erfolgen, in einem zweiten Schritt sollen dann 2027 individuelle Notfallpläne entstehen. Später soll ein auf alle Kreise des Landes Brandenburg übertragbares Konzept der Risikoanalyse und eine Anleitung zur Erstellung individueller Notfallpläne entstehen.

Bereits im vergangenen Jahr hatte das Kulturministerium die Anschaffung von 17 Notfallboxen mit rund 16.000 Euro gefördert. Die Boxen enthalten unter anderem Materialien und Werkzeuge zur Bergung, Reinigung und Sicherung geschädigter Objekte, zur Dokumentation eines Schadens und zur Evakuierung von Kulturgut. Sie sollen Einrichtungen in die Lage versetzen, insbesondere bei kleineren Wasser- oder Brandschäden unmittelbar selbst erste Sicherungsmaßnahmen einzuleiten.

Die Städtischen Sammlungen der Stadt Cottbus – Stadtmuseum, Stadtarchiv und Wendisches Museum – umfassen rund eine Million Objekte, die teils in der ständigen Ausstellung zu sehen sind. Darunter befinden sich sowohl naturkundliche und geologische als auch archäologische und kulturhistorische Gegenstände der Geschichte der Stadt Cottbus und der Region. Die Geschichte des Stadtmuseums reicht bis 1887 zurück, als die Niederlausitzer Gesellschaft für Anthropologie und Urgeschichte die erste Ausstellung in Cottbus eröffnete. Mit Gründung des Vereins für Heimatkunde im Jahr 1905 wurden die einzelnen Sammlungen zusammengeführt. Mit Ankauf der ersten Bilder des Cottbuser Malers Carl Blechen (1913) und Gründung des Cottbuser Kunstvereins (1916) vergrößerte sich das Spektrum der städtischen Sammlungen weiter. Im Jahr 1925 wurde das Städtische Museum im ehemaligen Kaufmannshaus Liersch eröffnet. Nach weiteren Umzügen – und schweren Verlusten im Zweiten Weltkrieg – ist das Stadtmuseum seit 2015 im historischen Sparkassengebäude in der Bahnhofstraße 22 untergebracht. Das Stadtarchiv befindet sich seit 1991/92 im einstigen Druckerei- und Verlagsgebäude des Cottbuser Anzeigers, ebenfalls in der Bahnhofstraße.

Weitere Informationen: www.stadtmuseum-cottbus.de