Planungssicherheit für Kloster Chorin
- Erschienen am - PresemitteilungKulturministerin Dr. Manja Schüle hat heute im Ausschuss für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landtags Brandenburg zur Zukunft der Klosteranlage Chorin ausgeführt:
„Ich freue mich, dass wir mit dem Entwurf des Haushalts 2027/28 erstmals eine klare Perspektive für Chorin haben: Ab Januar 2028 wollen wir den Klosterbetrieb in eine Landesstiftung überführen und damit dauerhaft sichern. Das Land wird dann für den Betrieb jährlich 900.000 Euro bereitstellen. Ich bin der Gemeinde Chorin dankbar, dass sie für ein weiteres Jahr die Trägerschaft für die Anlage übernimmt. Mir ist wichtig: Die Gemeinde soll auch künftig ein zentraler Akteur bleiben – deswegen werden wir sie nicht nur in den Prozess der Errichtung einer Landesstiftung eng einbinden, sondern streben an, dass sie auch Sitz und Stimme im künftigen Aufsichtsgremium der Stiftung bekommt. Dasselbe gilt für den Choriner Musiksommer. Beide gehören untrennbar zusammen: Hier treffen eines der bedeutendsten Bauwerke der norddeutschen Backsteingotik und die Wiege des preußischen Denkmalschutzes auf Brandenburgs ältestes Musikfestival. Wir werden dafür sorgen, dass diese Symbiose aus gelungener Denkmalpflege und außergewöhnlichem Kulturerlebnis auch künftig sicht- und hörbar bleibt.“
Die Gemeinde Chorin übernimmt 2027 für ein weiteres Jahr die Trägerschaft für die Klosteranlage Chorin im Rahmen des Eigenbetriebes, bevor das Kloster in eine neue Landesstiftung überführt wird. Der im Juni 2026 zwischen dem Amt Britz-Chorin-Oderberg und dem Land Brandenburg unterzeichnete Besitzüberlassungsvertrag sieht unter anderem vor, dass das Land der Gemeinde die im Landesbesitz befindliche Klosteranlage weiterhin unentgeltlich überlässt und diese die Anlage der Öffentlichkeit zugänglich macht, die wissenschaftliche Erforschung unterstützt sowie eine kulturelle und kirchliche Nutzung gewährleistet. Ein erster Entwurf für ein Errichtungsgesetz soll Anfang 2027 vorgelegt und im Lauf des Jahres vom Landtag verabschiedet werden.
Das Kloster Chorin wurde um 1300 als Zisterzienserkloster und Hauskloster der brandenburgischen Askanier errichtet. Im Jahr 1542 wurde es im Zuge der Reformation säkularisiert und diente fortan als kurfürstliche Domäne. Nach dem Dreißigjährigen Krieg verfiel die Anlage zunehmend. Seit dem 19. Jahrhundert wurden die bestehenden Klostergebäude schrittweise restauriert. Aufgrund des Engagements des preußischen Baumeisters Karl-Friedrich Schinkel (1781-1841) für die Rettung der verfallenden Klosteranlage, gilt Chorin auch als frühes Beispiel der preußischen Denkmalpflege. Das erste Konzert des Choriner Musiksommers fand am 23. Mai 1964 statt – als Kulturveranstaltung für die Beschäftigten des Institutes für Forstwissenschaften in Eberswalde, das die Klosterruine damals verwaltete. Das Land unterstützt den Choriner Musiksommer in diesem Jahr mit 50.000 Euro.