Hauptmenü

Wie schon Heinrich in Paris: Rheinsberg feiert >>Blaubart<<-Premiere im Jubiläumsjahr

- Erschienen am 07.08.2026 - Presemitteilung 262
Ensemblefoto - Blaubart (Grétry) Rheinsberg © Stefan Gloede

Der Festivalsommer 2026 der Kammeroper Schloss Rheinsberg entwickelt sich erfreulich: Bereits 7.028 Besucher*innen haben in diesem Jubiläumsjahr "H300" den Weg nach Rheinsberg gefunden – zum Vergleich: 2025 kamen über die gesamte Saison 8.306 Gäste. Nun steht der Höhepunkt der Saison bevor: Am 7. August feiert André-Erneste-Modeste Grétrys selten gespielte Oper >>Blaubart<< im Schlosshof Premiere.

Mit seiner dramatischen Wucht und gesanglichen Eleganz ist der Revolutionshit des Lütticher Komponisten eine frische Lesart zu den Vertonungen Béla Bartóks und Jacques Offenbachs – und liegt zugleich deutlich näher am Originalstoff des französischen Märchensammlers Charles Perrault. Die Musikalische Leitung obliegt Bernhard Forck, es inszeniert Maja Jantar gemeinsam mit der Akademie für Alte Musik Berlin. Die Partien übernehmen Preisträger*innen des hauseigenen Gesangswettbewerbs in zwei alternierenden Besetzungen.

Die Produktion schlägt dabei eine besondere Brücke ins Jubiläumsjahr: Bereits 1789 war der Rheinsberger Preußenprinz Heinrich in Paris und bei der Uraufführung von Grétrys >>Blaubart<< anwesend – kurz bevor die Französische Revolution Europa erschütterte. Endlich kann nun auch das Rheinsberger Publikum dieses Werk live erleben. So wird Grétrys >>Blaubart<< zum Musiktheaterstück einer Zeitenwende – und zum Schlüsselwerk des Saisonmotivs „Auf Entdeckungsreise mit Heinrich und Wilhelmine“.

Kulturministerin Dr. Manja Schüle:

„Heinrich von Preußen war weit mehr als nur der kleine Bruder von Friedrich dem Großen: Er war Militär wie Intellektueller, Weltbürger wie Kunstförderer und Anhänger der Aufklärung. Vor allem aber war er derjenige, der Rheinsberg zu dem gemacht hat, was es bis heute ist: ein Ort der Künste, der Neugier, der Inspiration – ein weltoffener Musenhof für Musik, Theater und Gedankenfreiheit. Zum 300. Geburtstag holt die Kammeroper Rheinsberg Heinrich aus dem Schatten des Alten Fritz und kleidet ihn in ein modernes Gewand. Die Oper Blaubart passt perfekt zu diesem Jubiläumsjahr. Nicht nur, weil sie eine echte Wiederentdeckung ist. Sondern, weil die Erschütterungen der Revolution im Jahr der Uraufführung 1789 bis nach Rheinsberg spürbar wurden, als Emigrantinnen und Emigranten aus Frankreich hier Zuflucht fanden. Großartig, dass die Kammeroper Rheinsberg dieses vergessene Opernjuwel einer Zeitenwende wieder zum Funkeln bringt!“

Dazu Harald Hildwein, interim. Geschäftsführer der Musikkultur Rheinsberg gGmbH:

„Der Festivalsommer 2026 entwickelt sich sehr erfreulich: Schon jetzt haben wir 7.028 Besucher*innen in Rheinsberg begrüßen dürfen – und dass, obwohl der Sommer noch nicht vorbei ist. Zum Vergleich: 2025 kamen wir über die gesamte Saison auf 8.306 Besucherinnen. Nun freuen wir uns auf das Highlight der Saison – den „Blaubart" im Schlosshof. Ein besonderer Moment für uns im H300-Jahr: Schon Prinz Heinrich war 1789 in Paris bei der Uraufführung von Grétrys „Blaubart" dabei, kurz bevor die Französische Revolution Europa erschütterte. Dass wir dieses selten gespielte Werk nun live im Schlosshof zeigen dürfen, schließt einen besonderen Kreis. Und so dunkel die Zeit der Revolution war – und so aktuell Geschichten von Umbrüchen und Unsicherheit auch heute wieder klingen – so sehr zeigt das Stück: Am Ende gewinnen immer die Liebe und die Hoffnung."

Festivalsommer 2026

Das Internationale Festival junger Opernsänger*innen der Kammeroper Schloss Rheinsberg steht im Sommer 2026 erstmals vollständig im Zeichen der Ära des neuen Künstlerischen Leiters Jelle Dierickx. Das dichte Festspielprogramm vom 30. Juni bis 13. September 2026 bietet insgesamt 29 Events – von Musiktheater im Schlosshof über Open-Air-Abende im Heckentheater bis zu Konzerten im Spiegelsaal und Schlosstheater. Als Musiktheaterproduktion stehen auf dem Spielplan außerdem Giovanni Paisiellos „Der Barbier von Sevilla“ und „Dollhouse“ von Clemens K. Thomas.

Handlungs-Teaser >>Blaubart<<

Isaure hat ihrem geliebten Vergy die Treue geschworen! Doch eines Tages begegnet sie dem adeligen Ritter Blaubart – und sie heiraten. Nach der Hochzeit verlässt Blaubart die Burg und stellt Isaure auf die Probe: Isaure darf eine bestimmte Tür auf keinen Fall öffnen. Sie wird neugierig und missachtet das Verbot: Hinter der Tür offenbart sich ihr Schreckliches – die drei früheren Ehefrauen Blaubarts. Allerdings bricht beim Öffnen der Tür der Schlüssel im Schloss ab. So erkennt Blaubart bei seiner Rückkehr Isaures Ungehorsam. Wird Isaure das nächste Opfer? Kann sie sich aus den Klauen ihres Gatten befreien? Und wo steckt eigentlich Vergy, der erste Geliebte Isaures? Es entspinnt sich ein aufreibender Komödienthriller…

BLAUBART 

Opéra-comique in drei Akten
von André-Erneste-Modeste Grétry

FR 7., SA 8., MI 12., DO 13., FR 14., SA 15., SO 16. August, 19.30 Uhr / Schlosshof
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln