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Land vergibt erstmals neuen Brandenburgischen Kunstpreis

- Erschienen am 07.08.2026 - Presemitteilung 268

Kulturministerin Dr. Manja Schüle hat heute in Potsdam gemeinsam mit den Jury-Mitgliedern Ulrike Kremeier, Direktorin des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst (BLMK), und Kurator Christoph Tannert das Konzept des neuen Kunstpreises des Landes Brandenburg sowie die sechs ausgezeichneten Künstlerinnen und Künstler vorgestellt. Die drei Einzelpreise in Höhe von jeweils 10.000 Euro für herausragende Positionen der zeitgenössischen Kunst gehen in diesem Jahr an Maren Strack, Peter Rohn und Gabriele Konsor. Der mit 15.000 Euro dotierte Ehrenpreis des Ministerpräsidenten für ein Lebenswerk geht an Christa Jeitner. Der mit 10.000 Euro dotierte Nachwuchsförderpreis der Kulturministerin geht an das kongolesisch-deutsche Künstler*innenduo Lydia Schellhammer und Christ Mukenge.

Kulturministerin Dr. Manja Schüle:

„Kunst entsteht an konkreten Orten, in Auseinandersetzung mit Menschen, Geschichte und Gegenwart. Brandenburg hat eine unglaublich vielfältige Kunstszene – in den Städten genauso wie im ländlichen Raum. Mit dem neuen Brandenburgischen Kunstpreis erkennen wir an, was Künstlerinnen und Künstler hier leisten: Sie prägen die kulturelle Identität unseres Landes, erzählen seine Geschichten weiter, bringen neue Perspektiven in unsere Gesellschaft. Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger entwickeln neue Ausdrucksformen, eröffnen Perspektiven und regen zum Nachdenken an. Ich danke Ihnen herzlich für Ihre großartige Arbeit – und der Jury für die Auswahl dieser herausragenden künstlerischen Positionen.“

Ulrike Kremeier, Direktorin des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst (BLMK) und Jury-Vorsitzende:

„Kunstpreise würdigen und fördern das Kunstschaffen. Sie sind ein Zeichen für die Anerkennung der spezifischen Qualität und Relevanz. Jedoch repräsentieren die Preisträgerinnen und Preisträger auch die preisverleihenden Institutionen, respektive die Region, in unserem Fall das Land Brandenburg. Sie sind Teil der kulturellen Identität unserer öffentlichen Sphäre, reflektieren und prägen den gesellschaftspolitischen Kontext gleichermaßen. Daher freue ich mich außerordentlich, dass die Brandenburgischen Kunstpreise 2026 durch das Kulturministerium strukturell sowie budgetär neu aufgestellt wurden und nunmehr im Landesmuseum verliehen werden. Die Vielzahl an wirklich guten Bewerbungen war ebenso erfreulich, wie deren hohes künstlerisches Niveau. Dafür vielen Dank an alle Künstlerinnen und Künstler und herzlichen Glückwunsch an alle Ausgezeichneten.“

Christoph Tannert, Kurator und Juryvorsitzender:

„Unverdrossen, mit geradezu friderizianischem Behauptungswillen wird im Land Brandenburg juriert und bepreist. Nun wird der neue Brandenburgische Kunstpreis vergeben. Wenn der Märkische Adler mit den Flügeln schlägt, trollt sich der Berliner Bär. Das Land steht zu der Überzeugung, dass Kunstproduktion geistige Lebensmittel erschafft und Sinnproduktion ist. Das ist gut so. Die Vergabe von Preisen ist eine Art der Kunstförderung. Sie ist eine kulturpolitische Demonstration und verbreitet Hoffnung unter den Kreativen der Region. Letztendlich trifft es immer die Richtigen. Selbst wenn diejenigen, die jetzt leer ausgehen, das aus subjektiver Perspektive anders sehen mögen. Keine Sorge: Irgendwann kommt jeder mal dran. Kunst kennt viele Qualitätskriterien. Und diese wandeln sich. Ich wünsche dem Preis, dass er eine vitale und erfrischende Wirkung auf die Kunstlandschaft haben möge.“

Das Land vergibt in diesem Jahr erstmals den neu konzipierten Brandenburgischen Kunstpreis und stellt dafür 55.000 Euro bereit. Der Preis richtet sich an Künstlerinnen und Künstler, die mit ihrer Arbeit die herausragende zeitgenössische Kunstlandschaft Brandenburgs repräsentieren und eine starke Verbindung zum Land aufweisen – durch Wohnsitz, Atelier oder künstlerisches Schaffen. Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke und Kulturstaatssekretär Tobias Dünow verleihen die Preise am 06. September 2026 im Rahmen einer Festveranstaltung im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst | Dieselkraftwerk Cottbus/Chóśebuz. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden dort mit ausgewählten Werken im Rahmen einer Ausstellung präsentiert. Der Festakt wird von Musik und Performance begleitet.

Die Kunstpreise mit drei Einzelpreisen in Höhe von je 10.000 Euro zeichnen herausragende künstlerische Positionen aus, die künstlerische Qualität und Relevanz verbinden. Die Preise sind spartenoffen und sollen die Vielfalt der zeitgenössischen Kunst widerspiegeln. In diesem Jahr gehen die Preise an:

·         Maren Strack (geboren 1967 in Hamburg): Sie erhält den Kunstpreis für ein Werk, das Bildhauerei, Performance, Tanz, Film und Klang zu einer eigenständigen künstlerischen Sprache verbindet. Mit Materialien wie Gummi, Luft, Metall, Textilien und Alltagsgegenständen entwickelt sie Arbeiten, in denen Bewegung, Rhythmus und Raum miteinander in Dialog treten. Nicht nur durch ihren Lebens- und Arbeitsmittelpunkt im Landkreis Oberhavel, ist ihre Arbeit trotz internationaler Präsenz, tief in Brandenburg verwurzelt. Auch ihre Auseinandersetzungen mit spezifischen kulturellen Entwicklungen und Themen sind durch den Sozialraum ihres Arbeitsalltags geprägt.

·         Peter Rohn (geboren 1934 in Dresden): Der seit 1960 in Potsdam lebende Künstler erhält den Kunstpreis für sein künstlerisches Schaffen. In Malerei, Zeichnung und Text verbindet er persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlichen Beobachtungen. Seine farbintensiven Bilder verknüpfen individuelle Wahrnehmung mit einem subtilen, humorvollen Blick auf Zeitgeschichte und schaffen Wirklichkeitsbilder, die von fantasiereichen Traumszenarien durchzogen sind.

·         Gabriele Konsor: Sie erhält den Kunstpreis für ihre künstlerische Arbeit im ländlichen Raum. Besonders aktiv an ihrem Wohn- und Lebensort im Havelland, begreift sie Landkultur als gemeinsame Gestaltungsaufgabe und schafft mit ihren kollektiven Arbeitsformen neue Perspektiven auf Landkultur, Gemeinschaft und gesellschaftliches Miteinander. Kunst ist hierbei eine ästhetische Praxis, die kollektive Erlebnis- und Identitätsmomente herstellt. Konsors Werke, die ihren Ausdruck in Zeichnungen, Installationen, Aktionen und Fotografien niederschlagen, markieren dabei oft den Ausgangspunkt für partizipatorische Projekte.

Der mit 15.000 Euro dotierte Ehrenpreis des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg für ein Lebenswerk geht an die 1935 in Berlin geborene Künstlerin Christa Jeitner. Sie studierte Grafik, Malerei, textiles Gestalten und Kunstgeschichte an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in West-Berlin sowie Grafik an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Seit ihrem ersten Lebensjahr in Brandenburg lebend, entwickelt sie seit den 1960er Jahren die Nahtzeichnung als eigenständige künstlerische Ausdrucksform weiter und verbindet in ihrem Werk Grafik, Malerei und textile Materialien. Jeitner zählt zu den wichtigen Künstlerinnen der DDR sowie der Gegenwart. In ihren Arbeiten setzt sie sich mit gesellschaftspolitischen Themen, Erinnerung und den Verbrechen der NS-Zeit auseinander. In der DDR gehörte sie zu den wenigen Künstlerinnen, die im regen Austausch mit polnischen Künstlerinnen und Literaten stand. Ihr umfangreiches Werk wurde regional, national und international ausgestellt und befindet sich unter anderem in den Sammlungen der Akademie der Künste Berlin, des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst, der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und des Getty Research Institute Los Angeles. Sie lebt und arbeitet in Ahrensfelde (Barnim).

Der als Stipendium in Höhe von 10.000 Euro vergebene Nachwuchsförderpreis der Kulturministerin geht in diesem Jahr an das kongolesisch-deutsche Künstler*innenduo Mukenge/Schellhammer. Lydia Schellhammer (geboren 1992 in Konstanz) und Christ Mukenge (geboren 1988 in Kinshasa) leben und arbeiten seit 2016 in Brandenburg an der Havel und in Kinshasa. In ihrer künstlerischen Arbeit verbinden sie kongolesische und westliche Maltraditionen und entwickeln Malerei im postdigitalen Zeitalter weiter. Ihre Werke umfassen Malerei, Zeichnung, Video, Performance sowie multimediale und installative Arbeiten. Aus der gemeinsamen Praxis entsteht eine eigenständige Bildsprache, die unterschiedliche kulturelle Erfahrungen und Perspektiven verbindet. Ihre Arbeiten wurden unter anderem in Ausstellungen in Deutschland und international gezeigt.

Die Vergabe der fünf Kunstpreise erfolgte über zwei verschiedene Jurys:

·         Stefanie Plattner (Stiftungsrätin der Hasso Plattner Foundation, insbesondere für das Projekt DAS MINSK Kunsthaus in Potsdam), Inka Schube (Kuratorin für Fotografie und Medienkunst am Sprengel Museum Hannover) und Christoph Tannert (freier Kurator) bildeten die Jury für die Vergabe der drei Kunstpreise, für die ein offenes Bewerbungsverfahren ausgelobt wurde.

·         Ulrike Kremeier (Direktorin des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst), Adam Sevens (Künstler & Vorstand im Berufsverband Bildender Künstler:innen Brandenburg bbk e.V.) und Katrin Stahmleder (Geschäftsführerin der GEDOK Brandenburg – Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstfördernden e.V.) wählten aus den vorgeschlagenen Künstlerinnen und Künstlern die Preisträgerinnen und Preisträger für ein Lebenswerk sowie für die Nachwuchsförderung aus.

Weitere Informationen zu den Biografien der ausgezeichneten Künstlerinnen und Künstler sowie Fotos gibt es in der Anlage sowie hier.