64,5 Millionen Euro für Forschungscampus Cottbus
- Erschienen am - PresemitteilungMinisterpräsident Woidke, Bundesforschungsstaatssekretärin Launert und Wissenschaftsministerin Schüle übergeben Förderbescheide an DLR-, Fraunhofer- und Leibniz-Einrichtungen und nehmen am ersten Spatenstich teil
Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke, Bundesforschungsstaatssekretärin Dr. Silke Launert und Brandenburgs Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle haben heute am ersten Spatenstich für den Forschungscampus Cottbus teilgenommen und erste Förderbescheide in Höhe von rund 64,5 Millionen Euro für die Flächenerschließung an die Präsidenten und Vorstände des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), der Fraunhofer-Gesellschaft und der Leibniz-Gemeinschaft übergeben. Der Forschungscampus Cottbus ist ein Leuchtturmvorhaben im Strukturwandel in der Lausitz, für den Bund und Land bis 2030 insgesamt rund 325 Millionen Euro bereitstellen.
Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke:
„Mit dem neuen Campus gewinnt Cottbus als Forschungs- und Innovationsstandort weiter an Profil. Durch die Integration starker Partner – darunter die Fraunhofer-Gesellschaft, das IHP-Leibniz Institut, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie die BTU Cottbus-Senftenberg – entstehen hier hochmoderne Arbeitsplätze für die wichtigen Fragen unserer Zukunft: von der Energieinfrastruktur bis zu alternativen Antrieben.“
Brandenburgs Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle:
„Hier entstehen fünf Häuser, in denen daran gearbeitet wird, womit die Lausitz heizt, wenn das Kraftwerk aus ist. Wie Industrie ihre Hitze ohne Kohle und Gas erzeugt. Wie Flugzeuge ohne Kerosin fliegen. Und wie Chips selbst rechnen, statt alles an ein Rechenzentrum zu schicken. Das ist keine Zukunftsmusik – das sind Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit. Ich bin überzeugt: Forschung braucht mehr Sichtbarkeit, damit Menschen sehen, wie Wissenschaft jeden Aspekt unseres Alltags durchdringt. Gebäude, an denen man vorbeigeht und versteht, was die Leute darin tun und weshalb. Heizung, Industrie, Fliegen, Chips: Das ist der Grund, warum jeder Cent für Forschung eine Investition ist und keine Ausgabe."
Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des DLR:
„Der neue Forschungscampus bietet die Chance, die Stärken des Standorts noch enger miteinander zu verbinden und den Strukturwandel weiter erfolgreich umzusetzen. Das Zusammenspiel von anwendungsorientierter Forschung, akademischer Ausbildung und außeruniversitären Forschungseinrichtungen schafft Raum für neue Ideen und gemeinsame Impulse. Davon profitieren Cottbus und die Lausitz als Forschungs- und Innovationsstandort – und stärken zugleich ihre Sichtbarkeit und Bedeutung über die Region hinaus.“
Prof. Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft:
„Der Spatenstich zum ersten Bauabschnitt markiert einen wichtigen Meilenstein für die weitere Entwicklung des Lausitz Science Park. Als zentraler Baustein des Strukturwandels wird er Forschungseinrichtungen sowie innovative kleine und mittlere Unternehmen zusammenbringen und Wissenschaft, Wirtschaft und Technologietransfer vor Ort noch enger verzahnen. Mit den Fraunhofer-Neubauten setzen wir wichtige Impulse für neue Arbeitsplätze, Innovationen und Wertschöpfung in der Region. Der Forschungscampus Cottbus trägt so dazu bei, die Lausitz als Zukunftsstandort für Energietechnologien, intelligente Mikrosysteme und industrielle Transformation weiter zu stärken.“
Prof. Dr.-Ing. Gerhard Kahmen, Wissenschaftlich-Technischer Geschäftsführer des IHP:
„Viele Fragen, an denen wir heute arbeiten, lassen sich innerhalb einer einzelnen Disziplin nicht mehr beantworten. Sensorsysteme für die Medizin etwa brauchen Mikroelektronik, Materialforschung und KI zugleich. Mit dem Neubau bringen wir diese Fächer unter ein Dach, direkt neben der BTU und unseren Partnern auf dem Campus. Was wir hier erforschen, soll in der Lausitz angewendet werden und wird wichtige Impulse für den Strukturwandel geben.“
Der Forschungscampus Cottbus ist Teil des künftigen Lausitz Science Parks, der sich auf rund 420 Hektar im Nordwesten der Stadt entwickeln und Forschung, Ausgründungen, Unternehmen, Wohnen und Freizeit verbinden soll. Mit dem gemeinsamen Spatenstich beginnt die Erschließung des Forschungscampus: Bis 2030 sollen auf dem rund 50.000 Quadratmeter großen Areal fünf Forschungsbauten für das DLR-Institut für Elektrifizierte Luftfahrtantriebe, das DLR-Institut für CO₂-arme Industrieprozesse, die Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien IEG, das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS sowie das Leibniz-Institut für Innovative Mikroelektronik entstehen.