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03.07.2019Wissenschaft und Forschung bringen Lausitz voran

Neues Fenster: Bild - Martina Münch - vergrößern ©Die Hoffotografen GmbH

Wissenschafts- und Forschungsministerin Dr. Martina Münch hat heute gemeinsam mit der amtierenden Präsidentin der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, Prof. Christiane Hipp, und dem Leiter des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme IPMS Dresden, Prof. Harald Schenk, aktuelle Projekte im Rahmen der Lausitz-Strategie vorgestellt und ihre Wissenschafts- und Forschungsbilanz für die zu Ende gehende Legislaturperiode von 2014 bis 2019 präsentiert.

Ministerin Martina Münch zog eine positive Zwischenbilanz für den Bereich der Wissenschaft, Forschung und Kultur bei der Strukturentwicklung in der Lausitz. „Anfang 2018 haben wir in Abstimmung mit zahlreichen Akteuren aus den Bereichen Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie der sorbischen/wendischen Minderheit begonnen, eine ressortspezifische Lausitz-Strategie zu entwickeln. Kernpunkte sind der Ausbau des Wissenschafts- und Forschungsstandorts Lausitz und die Stärkung der Kulturregion Lausitz mit ihrer reichhaltigen kulturellen Tradition und den hervorragenden kulturellen Institutionen, etwa Museen und Theatern. Mittlerweile gibt es erste Erfolge: Es ist uns gelungen, zahlreiche Projekte aus den Bereichen Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie zur Stärkung der Sorben/Wenden im Sofortprogramm des Bundes zu platzieren und für eine Förderung im Strukturstärkungsgesetz zu qualifizieren“, betont Münch. „Ich freue mich, dass eine ganze Reihe innovativer Forschungsvorhaben sowie hochkarätiger Ansiedlungen von Forschungseinrichtungen auf den Weg gebracht wurden, die den Strukturwandel vor Ort beschleunigen und der Region neue Chancen eröffnen können. Dafür stehen sowohl die speziell entwickelten Forschungsprojekte der BTU als auch das gemeinsame Verbundprojekt ‘Innovationscampus µSensorik‘ von zwei Fraunhofer- und zwei Leibniz-Instituten – aber auch die Ansiedlung eines Fraunhofer-Instituts für Energieinfrastruktur und Geothermie, die Einrichtung eines 3DLAB zur Erforschung von Werkstoffen, Prozessen und Produkten an der BTU sowie das DLR-Institut für Dekarbonisierte Industrieprozesse, das am 1. Juli in Cottbus gestartet ist. Der geplante Aufbau einer Hochschulmedizin im Rahmen der ‘Modellregion Gesundheit Lausitz‘ und unter dem Dach des Gesundheitscampus Brandenburg wäre ein weiterer starker Impuls für die Lausitz.“

Ministerin Münch zeigte sich auch zufrieden mit der Entwicklung der zu Ende gehenden Legislaturperiode: „Wir konnten unsere Landes-Förderung im Wissenschafts- und Forschungsbereich in den vergangenen fünf Jahren von 366 Millionen auf 472 Millionen Euro deutlich steigern – einen Aufwuchs in dieser Größenordnung gab es bislang nicht. Damit konnten wir wichtige Weichen stellen, neue Strukturen aufbauen und zahlreiche Projekte starten, um die Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu stärken, Studium, Lehre und Studienbedingungen zu verbessern, die Verzahnung von Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft auszubauen und den Wissenstransfer zu intensivieren – all das ist wesentlich für Innovation, wirtschaftliche Entwicklung, Fachkräftesicherung und gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land“, so Münch. „In den kommenden Jahren warten insbesondere mit der Digitalisierung und dem Strukturwandel Herausforderungen für unser Land, auf die Wissenschaft und Forschung wichtige Antworten liefern können – auch hier haben wir bereits wichtige Weichen gestellt und erste Projekte gestartet. So ist der Aufbau einer digitalen ‘Modellregion Gesundheit Lausitz‘ geplant, in der das Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus zu einem digitalen Leitkrankenhaus und Forschungsklinikum ausgebaut werden soll, um gemeinsam mit Partnern aus der Wissenschaft, der Krankenversorgung, den Krankenkassen und den Kommunen die medizinische und pflegerische Versorgung im Flächenland Brandenburg zu verbessern.“

Die amtierende Präsidentin der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, Prof. Christiane Hipp: „Die für das Sofortprogramm der Bundesregierung ausgewählten Projekte ‘Multidisziplinäre Optimierung eines hybriden Mikrogasturbinen-SOFC-Systems‘ und ‘Innovationscampus µSensorik (iCampus)‘ charakterisieren einen Teil der auf die Zukunft ausgerichteten Forschung an unserer Universität, auf die wir stolz sind. Zugleich zeigen sie, dass wir gemeinsam mit unseren Partnern und unseren Forschungsansätzen auch im Bundesvergleich auf dem richtigen Weg sind. Mit der Zusage, die Weiterqualifizierung der anderen fünf eingereichten Projektideen finanziell zu unterstützen, signalisiert das Wissenschaftsministerium Vertrauen in unsere Leistungsfähigkeit. Dies zeigt sich auch darin, dass ein weiteres Projekt unter dem Titel ‘Lausitzer Zentrum für Künstliche Intelligenz‘ vom Land in das offizielle Eckpunktepapier des Bundes aufgenommen worden ist.“

Der Leiter des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme Dresden, Prof. Harald Schenk: „Mit dem Innovationscampus Mikrosensorik werden erstmals vorhandene Forschungskompetenzen der BTU Cottbus-Senftenberg und der außeruniversitären Forschungseinrichtungen Leibniz IHP und FBH, sowie Fraunhofer IPMS und IZM am Standort Cottbus durch die Nutzung von Synergien und die Koordination einer gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsarbeit genutzt, gebündelt und ausgebaut. Mit dem Innovationscampus haben wir hervorragende Möglichkeiten, um unseren Beitrag für die Stärkung der Region zu leisten. Die Partner werden neuartige Sensoren und darauf basierende Systeme für die Digitalisierung der industriellen Produktion, der Landwirtschaft und der Medizin entwickeln. Im Fokus stehen dabei der Transfer anwendungsorientierter Forschungs- und Entwicklungsergebnisse in Unternehmen, die Initiierung technologieorientierter Ausgründungen und die Stärkung der Attraktivität der Region für Fachkräfte und Studierende. Mit der Finanzierung in Höhe von 7,5 Millionen Euro aus dem Sofortprogramm haben wir exzellente Voraussetzungen zur Umsetzung dieser Ziele.“

Der Bund will die vom Kohleausstieg betroffenen Regionen zusammen mit den Ländern bis zum Jahr 2038 beim Strukturwandel unterstützen. Zu diesem Zweck wurde für die Jahre 2019 bis 2021 ein Sofortprogramm für die Braunkohleregionen aufgelegt. Dafür stehen im Rahmen bestehender Bundesprogramme kurzfristig insgesamt 240 Millionen Euro bereit, darunter 80 Millionen Euro für Brandenburg. Für die längerfristige Unterstützung des Strukturwandels wird der Bund voraussichtlich im September 2019 das ‘Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen‘ mit einem Finanzvolumen in Höhe von insgesamt 40 Milliarden Euro beschließen. Davon erhält Brandenburg jährlich mehr als 500 Millionen Euro bis 2038.

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur hat im Februar 2018 begonnen, in enger Abstimmung mit zahlreichen Akteuren aus den Bereichen Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie der sorbischen/wendischen Minderheit eine ressortspezifische Lausitz-Strategie zu entwickeln, die Teil der Landes-Strategie ist. Dazu fanden im vergangenen Jahr eine Reihe von Workshops und Konferenzen statt. Zentrale Aspekte der Lausitz-Strategie des Ministeriums sind

  • der Ausbau der Hochschulstandorte um profilergänzende Studiengänge,
  • der Aufbau einer ‘Modellregion Gesundheit Lausitz‘,
  • die Stärkung innovativer Forschungsansätze in Kooperation mit der außeruniversitären Forschung (bspw. der Ansiedlung von DLR- und Fraunhofer-Instituten),
  • der Ausbau des Wissens- und Technologietransfers für den Strukturwandel,
  • die Sicherung kultureller Infrastruktur und kultureller Teilhabe,
  • die Sicherung und weitere Aufwertung bestehender kultureller Institutionen und Angebote mit überregional wirksamen Potenzialen,
  • die Sicherung des kulturellen Erbes der Region für kommende Generationen,
  • die Stärkung des Potenzials der Kultur- und Kreativwirtschaft sowie
  • diverse Projekte zur Stärkung der sorbischen/wendischen Minderheit, etwa durch die Entwicklung eines Sprachrevitalisierungsprogramms.

Im Rahmen dieser Schwerpunkte plant das Ministerium mit weiteren Partnern die Umsetzung von insgesamt 29 Maßnahmen aus den Bereichen Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie der sorbischen/wendischen Minderheit in den kommenden Jahren. Details zu den einzelnen Maßnahmen finden sich in der Anlage.

Ausgewählte Schwerpunkte der Wissenschafts- und Forschungspolitik 2014 bis 2019:

Das Land hat in den vergangenen Jahren neben der Entwicklung der Lausitz-Strategie weitere wichtige Weichen für die Stärkung und Weiterentwicklung der Wissenschafts- und Forschungslandschaft in Brandenburg gestellt und erhebliche zusätzliche Mittel (alle Summen gerundet) bereitgestellt:

  • Die Finanzierung der acht staatlichen Hochschulen wurde deutlich verbessert: Sie erhielten von 2014 bis 2019 zusätzlich 100 Millionen Euro – 25 Millionen flossen in die Grundfinanzierung und 75 Millionen Euro standen zur Verbesserung von Studium, Lehre sowie der Studienbedingungen bereit. Um den Hochschulen Planungssicherheit zu geben, erhalten sie mit der Rahmenvereinbarung zur Hochschulfinanzierung auch für die Jahre bis 2023 zusätzlich 5 Millionen Euro jährlich.
  • Im März 2019 wurden die Hochschulverträge unterzeichnet – damit werden gute Rahmenbedingungen und langfristige Planungssicherheit für alle acht staatlichen Hochschulen geschaffen. Das Land stellt den Hochschulen von 2019 bis 2023 insgesamt rund 1,76 Milliarden Euro bereit – 200 Millionen Euro mehr als in der abgelaufenen Vertragsphase von 2014 bis 2018.
  • Die Landesregierung hat erfolgreich Nachfolgevereinbarungen für die drei Wissenschaftspakte von Bund und Ländern verhandelt. Ab 2021 können die Brandenburger Hochschulen sowie die außeruniversitären Forschungseinrichtungen wieder mit deutlich höheren Bundesmitteln rechnen: Im Jahr 2020 erhalten sie 22 Millionen Euro, 2021 bis zu 27 Millionen Euro und ab 2024 rund 36 Millionen Euro jährlich.
  • Das Land baut seit 2015 den Gesundheitscampus Brandenburg auf. Ziel des Netzwerks aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Kliniken ist die Sicherung des Fachkräftebedarfs sowie der medizinischen und pflegerischen Versorgung im Flächenland Brandenburg, die Stärkung der Wissenschafts- und Forschungslandschaft im Gesundheitsbereich und die Unterstützung der im Jahr 2014 neu gegründeten Medizinische Hochschule Brandenburg ‘Theodor Fontane‘ bei ihrer Akkreditierung. Dafür hat das Land bislang mehr als 13 Millionen Euro bereitgestellt.
  • Um den Bedarf an Fachkräften zu sichern, hat das Land in den vergangenen Jahren die dualen Studienangebote erheblich ausgebaut – von 10 dualen Studienangeboten im Jahr 2014 auf 35 in diesem Jahr. Das Land hat die Entwicklung neuer dualer Studienangebote an den brandenburgischen Hochschulen in den vergangenen Jahren mit 6 Millionen Euro unterstützt.
  • Brandenburg hat sich 2017 als bundesweit erstes Land eine eigene Transferstrategie gegeben, die die Hochschulen und die außeruniversitären Forschungseinrichtungen gleichermaßen in den Blick nimmt, die Zusammenarbeit von Wissenschaft mit Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft verbessert und damit einen Beitrag zur Entwicklung des Landes leistet. Dazu wurden Pilotprojekte – unter anderem zur Steigerung der Wissenschaftskommunikation und der Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft – an den Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen gestartet.
  • Seit dem vergangenen Jahr werden die Präsenzstellen der Hochschulen in den Regionalen Wachstumskernen ausgebaut. Damit wird in allen Bereichen des Landes der Zugang zu Wissenschaft und Forschung für die Bevölkerung und für Unternehmen erhöht. Dafür stellt das Land 2019 insgesamt 1,5 Millionen Euro und ab 2020 jährlich 2,5 Millionen bereit.
  • Mit dem ‘Zukunftsprogramm für die Fachhochschulen des Landes Brandenburg‘ stellt das Land ab 2019 jährlich 3,1 Millionen Euro sowie 22 Planstellen für zusätzliche Professuren bereit. Mit den Mitteln werden Graduiertenkollegs mit 20 Promotionsstellen eingerichtet und die Verwaltung der Fachhochschulen gestärkt. Hinzu kommen einmalig 2,4 Millionen Euro für die Unterstützung der hochschulübergreifenden Forschung.
  • Um Nachwuchs- und Spitzenforschende besser zu fördern, haben die vier Universitäten mit Unterstützung des Landes im vergangenen Jahr das ‘Postdoc Network Brandenburg‘ gegründet. Mit dem neuen und in dieser Form bundesweit einzigartigen Netzwerk aller Universitäten des Landes erhalten junge Forscherinnen und Forscher eine vielfältige Unterstützung bei ihrer Karriereentwicklung. Das Wissenschaftsministerium fördert das Netzwerk ab 2019 mit jährlich 600.000 Euro.
  • Zur Deckung des Bedarfs an Lehrkräften werden zusätzliche Kapazitäten in der Lehramtsausbildung an der Universität Potsdam geschaffen. Die Zahl der Studienanfängerplätze für Lehramtsstudierende wird bis 2020 von 650 auf 1.000 ausgebaut. Dafür stellt das Land der Hochschule in diesem Jahr zusätzlich 5,5 Millionen Euro und ab dem kommenden Jahr 11 Millionen Euro pro Jahr bereit.

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