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24.05.2019‘Holt die Bücher aus dem Feuer‘

Neues Fenster: Bild - Martina Münch - vergrößern ©Die Hoffotografen GmbH

Kulturministerin Martina Münch hat heute in Cottbus im Rahmen 1. Literaturfestivals für Kinder und Jugendliche an der Lesung zum Gedenken an die Bücherverbrennung vor 86 Jahren teilgenommen und aus Werken von Oskar Maria Graf und Bertolt Brecht gelesen. Dabei erinnerte sie an das frühe Unrecht des NS-Regimes. „Im Jahr 1933 übernahmen in Deutschland die Nationalsozialisten die Regierungsgewalt und beseitigten binnen weniger Monate Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Damit bahnten sie den Weg, der in die europäische Katastrophe führte und in Auschwitz seinen Höhepunkt fand. Die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 und die damit einhergehende Ausgrenzung und Verfemung von Andersdenkenden war ein frühes Warnsignal für die noch folgenden Kulturbrüche der NS-Diktatur. Die Bücherverbrennung bildete den Auftakt für die systematische Verfolgung jüdischer, pazifistischer und anderer oppositioneller oder politisch unliebsamer Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Auch nach 86 Jahren fordern die Ereignisse des Jahres 1933 zur Erinnerung und zur Auseinandersetzung auf. Gerade junge Menschen sollen für Mechanismen eines Unrechtssystems sensibilisiert werden – und damit auch für die Notwendigkeit, sich aktiv für Freiheit, Demokratie, Rechtstaatlichkeit und Toleranz einzusetzen. Das Literaturfestival für Kinder und Jugendliche ist eine gute Gelegenheit, sich mit Literatur im Spannungsfeld gesellschaftlicher Entwicklungen auseinanderzusetzen.“

An der Lese-Aktion ‘Holt die Bücher aus dem Feuer‘ nahmen neben zahlreichen Prominenten auch Cottbuser Schülerinnen und Schüler teil. Die Lesung wurde gemeinsam vom Piccolo Theater, von der Stadtbücherei Sandow e.V., vom Jugendkulturzentrum Glad-House und von der Literaturwerkstatt P12 organisiert. Im Vorfeld der Lesung organisierte das Jugendkulturzentrum Glad-House vom 20. bis 24. Mai erstmals ein Literaturfestival für Kinder und Jugendliche unter dem Titel ‘#Mutausbruch‘. Das Festivalprogramm umfasste unter anderem Schreibworkshops mit erfahrenen Schreibpädagogen für mehr als 150 Kinder und Jugendliche. Kulturministerin Martina Münch hat die Schirmherrschaft für das Literaturfestival übernommen.

Auf die Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 folgten weitere Schritte zur Festigung ihrer Herrschaft: Am Abend des 10. Mai 1933 verbrannten die Nationalsozialisten in Berlin und 20 weiteren deutschen Universitätsstädten die Bücher von zahlreichen Autoren. Die ‘Bücherverbrennungen‘ bildeten den Abschluss einer wochenlang vorbereiteten ‘Aktion wider den undeutschen Geist‘. Auf den ‘schwarzen Listen des schädlichen und unerwünschten Schrifttums‘ standen unter anderem Werke von Karl Marx, Anna Seghers, Sigmund Freud, Bertolt Brecht, Heinrich und Klaus Mann, Alfred Döblin, Stefan Zweig, Lion Feuchtwanger, Erich Maria Remarque, Erich Kästner, Carl von Ossietzky sowie Kurt Tucholsky und Joachim Ringelnatz.

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