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12.04.2019Gedenken an die Opfer des Todesmarschs

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Kulturstaatssekretärin Ulrike Gutheil hat heute in der Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) eine Rede im Rahmen der Gedenkveranstaltungen anlässlich des 74. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Sachsenhausen gehalten und die Gedenkstätte im Belower Wald als wichtigen Ort der Aufarbeitung und der Erinnerung im Land gewürdigt. Im Belower Wald lagerten kurz vor Kriegsende auf einem Todesmarsch zehntausende KZ-Häftlinge unter unwürdigsten Bedingungen, unzählige von ihnen starben. An diesem Ort wird man konkret und unmittelbar an individuelle Schicksale und unzähliges Leid erinnert und kann sich kritisch mit den fürchterlichen Auswirkungen des Nationalsozialismus auseinandersetzen. Viele Überlebende stellen sich seit Jahrzehnten trotz des erlittenen Grauens hoch engagiert als Zeitzeugen zur Verfügung – dafür danke ich ihnen von Herzen, so Gutheil. „Gedenk- und Erinnerungsorte wie im Belower Wald haben eine herausgehobene Bedeutung in der Erinnerungskultur unseres Landes. Diese Orte sind eine Mahnung, was passiert, wenn einer Gesellschaft Menschlichkeit, Empathie, Toleranz und Zivilcourage verloren gehen. Und sie machen deutlich, dass Freiheit, Demokratie, Menschenrechte und Rechtstaatlichkeit in unserem Land nicht verhandelbar sind. Gerade vor dem Hintergrund der jüngsten Zunahme von Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit gilt es dafür auch in Zukunft mit aller Entschlossenheit und Kraft zu kämpfen.“

Nach der Räumung des KZ Sachsenhausen durch die SS am 21. April 1945 wurden mehr als 30.000 Häftlinge auf einen der berüchtigten Todesmärsche in Richtung Nordwesten gezwungen, darunter auch Frauen und Kinder. Mehr als 16.000 von ihnen lagerten vom 23. bis 29. April vorübergehend im Belower Wald nahe der Stadt Wittstock/Dosse, ohne Unterkunft und Versorgung. Sie mussten in selbst errichteten Unterständen und Erdlöchern Schutz vor der Witterung suchen und versuchten, ihren Hunger mit Kräutern, Wurzeln und Rinde zu stillen. Für die meisten von ihnen endete der Marsch zwischen dem
03. und 06. Mai 1945 im Raum Parchim-Ludwigslust-Schwerin mit der Befreiung. Mehr als 1.000 starben unterwegs oder wurden von der SS erschossen.

Die Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald ist eine Gedenkstätte für die Opfer des Todesmarsches des Konzentrationslagers Sachsenhausen und informiert über die Todesmärsche am Ende des Krieges. Im Jahr 1965 wurde am historischen Ort ein Gedenkstein aufgestellt, 1975 erfolgte die Einweihung eines Erinnerungsortes, 1981 wurde das Museum des Todesmarsches eröffnet. Im Jahr 2010 wurde die Gedenkstätte nach einer umfassenden Neugestaltung als Außenstelle der Gedenkstätte Sachsenhausen wiedereröffnet.

Die 1993 gegründete Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten betreut als rechtlich selbständige Stiftung des öffentlichen Rechts mit ihren mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Gedenkstätten in den früheren Konzentrationslagern Sachsenhausen und Ravensbrück, die Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde in Brandenburg an der Havel und im ehemaligen Zuchthaus Brandenburg-Görden sowie die Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald als Außenstelle von Sachsenhausen. Außerdem verwaltet sie treuhänderisch die Stiftung Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam. Das Land Brandenburg fördert die Arbeit der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten in diesem Jahr mit rund 3,7 Millionen Euro, rund 3,2 Millionen Euro kommen vom Bund. Weitere rund 500.000 Euro Landesmittel stehen für die Stiftung Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam sowie Sonderbauprojekte bereit.

Weitere Informationen: www.stiftung-sbg.de

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