04.12.2015Brandenburgische Postdoc-Preise 2015 verliehen

Neues Fenster: Bild - Postdoc Preis 2015 - vergrößern Dr. Luis Valente; Wissenschaftsministerin Sabine Kunst, Ministerpräsident Dietmar Woidke, Dr. Franziska Rehlinghaus (v.l.n.r.) ©MWFK

Ministerpräsident Dietmar Woidke und Wissenschaftsministerin Sabine Kunst haben heute in Potsdam die diesjährigen Postdoc-Preise des Landes Brandenburg im Rahmen einer feierlichen Festveranstaltung verliehen. Bereits zum neunten Mal würdigt das Land herausragende Forschungsleistungen der wissenschaftlichen Nachwuchstalente seiner Hochschulen und außeruniversitärer Forschungseinrichtungen durch die Vergabe eines Landespreises. Den Postdoc-Preis in der Kategorie Sozial- und Geisteswissenschaften erhält die Historikerin Dr. Franziska Rehlinghaus vom Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) in Potsdam. Der Postdoc-Preis in der Kategorie Natur- und Ingenieurwissenschaften geht an den Evolutionsbiologen Dr. Luis Valente von der Universität Potsdam. Im Rahmen der Festveranstaltung wurden zudem auch die jeweils jahrgangsbesten Absolventinnen und Absolventen der brandenburgischen Hochschulen geehrt.

Ministerpräsident Dietmar Woidke sagte: „Mit dieser Auszeichnung macht die Landesregierung die außerordentliche Bedeutung junger Forscherinnen und Forscher für unser Land deutlich. Sie treiben die wissenschaftliche Entwicklung voran, sichern internationale Wettbewerbsfähigkeit und tragen dazu bei, dass wir in der globalen Wissensgesellschaft erfolgreich bestehen können. 25 Jahre ist es nun her, dass hier die ersten Hochschulen und Forschungsstellen ihren Betrieb aufnahmen. Deren exzellente Arbeit hat unser Land vorangebracht, Berlin-Brandenburg ist eine der besten Forschungsregionen in ganz Europa geworden. Die gute Qualität von akademischer Ausbildung und Forschung ist heute ein Qualitätsmerkmal des Wissenschaftsstandorts. Das ist ein Signal an den potentiellen Nachwuchs aus dem In- und Ausland.“

Wissenschaftsministerin Sabine Kunst gratuliert den Preisträgern: „Das Auswahlverfahren für die diesjährigen Postdoc-Preisträger hat einmal mehr die enormen Potenziale wissenschaftlicher Nachwuchstalente im Land Brandenburg gezeigt. Frau Rehling­haus und Herr Valente haben exzellente Forschungsleistungen gezeigt – ich hoffe, dass die Auszeichnung als Bestätigung und Motivation für die erfolgreiche Fortsetzung ihrer wissenschaftlichen Karriere dient. An den brandenburgischen Hochschulen haben im zurückliegenden Jahr erneut einige Studierende ihr Studium mit besonders herausragenden Ergebnissen abgeschlossen – auch Ihnen möchte ich sehr herzlich zu ihrem hervorragenden Studienabschluss gratulieren. Ihre Leistungen sind ein Beleg für die engagierte und erfolgreiche Ausbildungsleistung unserer Hochschulen, so Kunst. „Zur weiteren Stärkung der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung werden wir eine Landes-Postdoc-Akademie als neuartiges, landesweites Beratungs- und Qualifizierungsnetzwerk installieren, um die Potentiale der hochqualifizierten Postdocs an unseren Wissenschaftseinrichtungen künftig noch effektiver zu fördern.“

Der Postdoc-Preis des Landes Brandenburg wird seit 2007 – bis zum vergangenen Jahr noch unter dem Titel „Nachwuchswissenschaftlerpreis“ – in den beiden Kategorien Sozial- und Geisteswissenschaften sowie Natur- und Ingenieurwissenschaften an Postdoktorandinnen und Postdoktoranden für jeweils im Laufe des zurückliegenden Jahres an Wissenschaftseinrichtungen in Brandenburg entstandene hervorragende Forschungsarbeiten vergeben. Der Preis ist in beiden Kategorien mit jeweils 20.000 Euro dotiert. Die eine Hälfte des Preisgeldes steht den Gewinnern zur freien Verfügung, mit der anderen Hälfte werden wissenschaftliche Projekte der Preisträger gefördert.

Nach einer schriftlichen Begutachtung der Bewerbungen durch Mitglieder der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften hatten die jeweils drei am besten bewerteten Kandidatinnen und Kandidaten in beiden Kategorien in der Jurysitzung Gelegenheit, ihre Forschungsarbeiten der Jury persönlich zu präsentieren. Die Entscheidung der Jury erfolgte auf Grundlage der schriftlichen Gutachten und der mündlichen Präsentation. Die Jury zur Vergabe des Postdoc-Preises besteht aus zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Günter Stock, Vorstandsvorsitzender der Einstein Stiftung Berlin und ehemaliger Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Die Historikerin Dr. Franziska Rehlinghaus hat nach dem Bachelorstudium der Politik- und Geschichtswissenschaften den Masterstudiengang Geschichtswissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum abgeschlossen und ebenfalls in Bochum im Bereich der Zeitgeschichte promoviert. Seit 2014 ist sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) in Potsdam tätig. Dort entstand auch ihre ausgezeichnete Arbeit, in der sie sich mit der Frage beschäftigt, wie es den protestantischen Kirchen gelingen konnte, im Deutschland des 19. Jahrhunderts die Deutungshoheit über Bestattung und Tod wiederzuerlangen und ihre rituelle Gestaltung weitestgehend konkurrenzlos an sich zu ziehen. Nach dem Urteil der Jury hat Franziska Rehlinghaus damit eine hervorragende Arbeit zu einer spannenden zeithistorischen Fragestellung vorgelegt, die sich durch große methodische Qualität und einen innovativen Forschungsansatz auszeichnet.

Der Evolutionsbiologe Dr. Luis Valente ist gebürtiger Portugiese und hat in London Biologie und Ökologie studiert. An seine evolutionsbiologische Promotion an der Universität Madrid schlossen sich Postdoc-Positionen am Imperial College London an. Derzeit ist Luis Valente als Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung am Institut für Biochemie und Biologie der Universität Potsdam tätig. In seiner mit dem Postdoc-Preis ausgezeichneten Studie untersucht er gemeinsam mit zwei Co-Autoren, wie sich die Artenvielfalt unter den Vögeln auf den Galapagosinseln über Millionen von Jahren hinweg entwickelt hat. Der Biologe und sein Team haben hierzu eine neue statistische Methode entwickelt, die auf Erbgutinformationen anwendbar ist. Die Forschungsarbeit von Luis Valente hat die Jury vor allem mit ihrem hochinnovativen Ansatz und einer exzellenten Methodik beeindruckt.

Als Jahrgangsbeste wurden folgende Absolventinnen und Absolventen geehrt:

  • Stephanie Günther, Universität Potsdam, Master Erziehungswissenschaften
  • Philipp Meinecke, Universität Potsdam, Master Ökologie/Evolution/Naturschutz
  • Anika Giller, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), Master International Business Administration
  • Dawid Piotr Ligocki, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), 1. Staatsexamen Rechtswissenschaften
  • Alexander Acker, BTU Cottbus-Senftenberg, Bachelor Informatik
  • Robert Scheffler, BTU Cottbus-Senftenberg, Bachelor Informatik
  • Tom Wahlicht, BTU Cottbus-Senftenberg, Master Biotechnologie
  • Sascha Wichmann, Fachhochschule Brandenburg, Bachelor Mechatronik/Automatisierungssysteme
  • Bernadette Maria Wüchner, Fachhochschule Potsdam, Bachelor Produktdesign
  • Claudia Lenz, Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, Bachelor Holztechnik
  • Markus Koch, Fachhochschule der Polizei, Bachelor Polizeivollzugsdienst/Police
  • Laura Vanessa Bachmann, Fachhochschule für Finanzen, Diplom-Finanzwirtin
  • Markus Höfler, Theologische Hochschule Elstal, Master Evangelische Theologie
  • Gabriel Imran, Fachhochschule für Sport und Management Potsdam, Bachelor Sport/Angewandte Sportwissenschaft

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