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Hygiene-Handreichung für Kultureinrichtungen im Land Brandenburg

Indoor- und Outdoor-Veranstaltungen

ab 16. September 2021

Einleitung
Die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Betrieb von Theater-, Opern-, Konzerthäusern und vergleichbaren Kultureinrichtungen im Land Brandenburg, insbesondere die Einhaltung der erforderlichen Abstands- und Hygieneregeln, werden grundlegend durch die Dritte SARS-CoV-2-Umgangsverordnung (SARS-CoV-2-UmgV), das Infektionsschutzgesetz (IfSG) und die COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung (SchAusnahmV) in der jeweils geltenden Fassung geregelt.

Die vorliegende Hygiene-Handreichung soll eine Hilfestellung geben, um die notwendigen Hygieneschutzauflagen vorbereiten und umsetzen zu können.

Die Betreiberinnen und Betreiber der Einrichtungen haben dafür zu sorgen, dass die Maßnahmen bei den Beschäftigten sowie Besucherinnen und Besuchern klar kommuniziert und umgesetzt werden.

1.) Allgemeines

Maßgebend für die Einhaltung der erforderlichen Abstands- und Hygieneregeln für die jeweilige Einrichtung sind die einschlägigen Regelungen der 3. SARS-CoV-2-Umgangsverordnung. Zudem sind die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales bekannt gemachte SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregeln in der jeweils aktuellen Fassung, die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung (Corona-ArbSchV) in der jeweils aktuellen Fassung und die von den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung veröffentlichten branchenspezifischen Arbeitsschutzstandards durch die Betreiberinnen und Betreiber zu beachten.

Darüber hinaus gelten folgende Maßgaben:

  • Besucherinnen und Besucher, die in den letzten 14 Tagen Kontakt zu einem an COVID-19 Erkrankten hatten oder an einer Atemwegserkrankung leiden, dürfen an Veranstaltungen nicht teilnehmen und sind vom Veranstaltungsort zu verweisen.
  • Die Beschäftigten werden regelmäßig in allen Schutzmaßnahmen unterwiesen.
  • Die Betreiberinnen und Betreiber informieren die Besucherinnen und Besucher und die Beschäftigten in geeigneter Weise über die Vorgaben und Verfahrensweisen bei Auftreten eines COVID‑19‑Falles.
  • Auf die für die Einrichtung geltenden Abstands- und Hygieneregeln ist an allen neuralgischen Punkten des Veranstaltungsortes allgemeinverständlich und barrierefrei mittels Hinweistafeln hinzuweisen (Ein- und Ausgänge, Sanitäranlagen, Gastronomie, Catering, Veranstaltungssaal). Werden Online-Tickets verkauft, so ist auf die Abstands- und Hygieneregeln auch auf der Webseite der Einrichtung hinzuweisen.

2.) Testnachweispflicht bei Durchführung einer Aufführung / Veranstaltung nach dem 3G-Modell

Die Teilnahme an einer Veranstaltung im Indoorbereich einer Kultureinrichtung setzt die Vorlage eines negativen Testergebnisses in Bezug auf einen direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 voraus.

Bei Veranstaltungen unter freiem Himmel gilt die Testpflicht erst ab einer Besucherzahl 500, zeitgleich anwesenden Personen. Die Testpflicht gilt nicht – weder für Veranstaltungen in Theatern, Konzert- und Opernhäusern noch für Veranstaltungen unter freiem Himmel ab einer Besucherzahl von 750, wenn in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt  für fünf Tage ununterbrochen eine 7-Tage-Inzidenz von weniger als 20 vorliegt.

Testnachweise müssen den bundesrechtlichen Anforderungen entsprechen (§ 2 Nummer 7 COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung).

Das bedeutet, wenn ein Nachweis hinsichtlich des Nichtvorliegens einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 verlangt wird, gilt in Brandenburg:

  • Der Test darf maximal 24 Stunden zurückliegen.
  • Der Testnachweis muss in deutscher, englischer, französischer, italienischer oder spanischer Sprache in verkörperter oder digitaler Form vorgelegt werden.
  • Die zugrundeliegende Testung muss durch eine sogenannte In-vitro-Diagnostika erfolgt sein, zum Beispiel ein PoC-Antigen-Schnelltest durch geschultes Personal (etwa ein kostenfreier Bürgertest in einer Teststelle), im Rahmen einer betrieblichen Testung im Sinne des Arbeitsschutzes durch Personal, das die dafür erforderliche Ausbildung oder Kenntnis und Erfahrung besitzt, oder vor Ort unter Aufsicht ein Antigen-Selbsttest (sogenannter Laientest).

 Die in der UmgV vorgesehene Pflicht zur Vorlage eines Testnachweises gilt nicht

  1. für Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr,
  2. für Schülerinnen und Schüler, die im Rahmen eines verbindlichen Schutzkonzeptes der von ihnen besuchten Schule regelmäßig, auch während der Ferien, mindestens an zwei verschiedenen Tagen pro Woche, auf das Vorliegen einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus getestet werden; als Nachweis ist auch eine von einem Sorgeberechtigten unterzeichnete Bescheinigung über das negative Ergebnis eines ohne fachliche Aufsicht durchgeführten PoC-Antigen-Tests zur Eigenanwendung (Selbsttest) ausreichend,
  3. für vom Schulbesuch zurückgestellte Kinder
  4. für vollständig geimpfte Personen nach § 2 Nummer 2 der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung,
  5. für genesene Personen nach § 2 Nummer 4 der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung.

3.) 2G-Option

Kultureinrichtungen wie Theater, Konzert- und Opernhäuser können sich für das 2G-Modell entscheiden und den Zutritt auf Geimpfte und Genesene beschränken. Beim 2G-Modell entfallen Schutzmaßnahmen wie Abstand, Maske, Personengrenzen und Quadratmetervorgaben. Die Ermöglichung von Kontaktnachverfolgung und Hygienekonzepte bleiben jedoch weiterhin erforderlich.

Einige Veranstalter sind von dem 2G-Modell nach der Verordnung ausgenommen u.a. Gedenkstätten, Museen, Ausstellungshäuser und Galerien.

Veranstalterinnen oder Veranstalter sowie Betreiberinnen oder Betreiber des 2G-Modells müssen auf der Grundlage eines individuellen Hygienekonzepts durch geeignete organisatorische Maßnahmen Folgendes sicherstellen:

  • die Zutrittsgewährung ausschließlich für
  •  geimpfte Personen,
  • genesene Personen,
  • Kinder bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr,
  • den Einsatz ausschließlich von geimpftem oder genesenem Personal; dies gilt nicht für Personal, das dauerhaft keinen direkten Gäste- oder Kundenkontakt hat,
  • die Anbringung eines deutlich erkennbaren Hinweises im Zutrittsbereich, dass der Zutritt nur für geimpfte Personen, genesene Personen und Kindern unter 12 Jahren gewährt wird,
  • die vorherige schriftliche Anzeige der Inanspruchnahme des 2G-Modells gegenüber dem zuständigen Gesundheitsamt.

4.) Besucherzahlen bei Durchführung einer Aufführung / Veranstaltung nach dem 3G-Modell

Die zulässige Anzahl von gleichzeitig anwesenden Besucher*innen bei Kulturveranstaltungen ist beschränkt auf 1.000 Personen. Sie kann erweitert werden, wenn die reguläre Besucherkapazität bei den Einrichtungen über 1.000 liegt. Dann ist die maximal zulässige Besucherzahl um bis zu 50 % der über 1.000 hinausgehenden regulären Besucherkapazität erweitert, jedoch bis maximal 5.000.

Beispiel: Liegt die reguläre Besucherkapazität einer Einrichtung bei 2.500 Personen, können zu den Veranstaltungen 1.750 Personen eingelassen werden (50 Prozent der 1.500 Personen, die über der auf 1.000 beschränkten Besucher*innenzahl liegen).

Auf Antrag kann das zuständige Gesundheitsamt in besonderen Ausnahmefällen von der Personengrenze zulassen, sofern keine zwingenden infektiologischen Gründe entgegenstehen. Dem Antrag ist ein individuelles Hygienekonzept beizufügen, in dem insbesondere dargestellt ist, wie die erhöhten Anforderungen des Infektionsschutzes im konkreten Einzelfall sichergestellt werden.

5.) Hygienemaßnahmen
a) Reinigung

  • Es ist ein Reinigungsplan zu erstellen, aus dem klar hervorgeht, welche Bereiche wie häufig und mit welchen Reinigungsmitteln gereinigt werden.
  • Sämtliche Handkontaktflächen (insbesondere Türklinken, Handläufe, Tasten im Fahrstuhl und Tischoberflächen) sind vor Beginn der Veranstaltung einer wischdesinfizierenden Reinigung zu unterziehen.

b) Persönliche Hygiene

  • Allen Besucherinnen und Besuchern ist ein Desinfizieren der Hände zu ermöglichen. Dazu sind an sämtlichen Ein- und Ausgängen und neuralgischen Stellen der Einrichtung Händedesinfektionsmittelspender sichtbar zu installieren. Das Desinfizieren der Hände soll ausdrücklich empfohlen werden.
  • Aushänge mit Hygieneregeln zu Handhygiene, Husten- und Nies-Etikette und dem Abstandsgebot (im Fall einer Aufführung/Veranstaltung nach dem 3G-Modell) sind deutlich sichtbar anzubringen.
  • Für sämtliche Besucherinnen und Besucher von Kulturveranstaltungen im Innenbereich nach dem 3G-Modell gilt außerhalb des Sitzplatzes im Veranstaltungssaal und in der Gastronomie die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske. Ergänzend müssen ausreichend geeignete medizinische Masken für den Fall vorgehalten werden, dass die Besucherinnen und Besucher keine eigenen medizinischen Masken mit sich führen, damit diesen der Zugang zur Veranstaltung ermöglicht werden kann.
  • In den Einrichtungen, insbesondere in den Sanitärräumen, sind zum Händewaschen Waschgelegenheiten mit fließendem Wasser, Flüssigseife, Händedesinfektionsmittel sowie Einrichtungen zum hygienischem Trocknen (Einmalhandtücher aus Papier oder Textil) in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen.

c) Konzession-Verkauf/Gastronomie bei Durchführung einer Aufführung/Veranstaltung nach dem 3G-Modell

  • Bei der Herstellung und Ausgabe offener Getränke und Speisen ist sicherzustellen, dass die Beschäftigten mindestens eine medizinische Maske tragen und auf Hygiene achten.
  • Beim Angebot von Selbstbedienungsartikeln ist zu gewährleisten, dass die Besucherinnen und Besucher den Mindestabstand zueinander einhalten und eine medizinische Maske tragen.
  • Alle Beschäftigten im Bereich Konzession-Verkauf/Gastronomie müssen in den zusätzlichen Hygienemaßnahmen unterwiesen werden.

d) Akkreditierung, Ticketkontrolle, Garderobe bei Durchführung einer Aufführung/Veranstaltung nach dem 3G-Modell

  • Garderobenmarken sind grundsätzlich kontaktlos auszuhändigen (z. B. in Form digitaler Garderobenmarken). Alternativ können Einweg-Papiernummern verwendet werden. Das Garderoben- und Akkreditierungspersonal hat die Mindestabstände einzuhalten und eine medizinische Maske zu tragen.
  • Für alle Beschäftigten im Bereich Akkreditierung, Ticketkontrolle und Garderobe ist das Tragen einer medizinischen Maske sowie eine regelmäßige und korrekte Händedesinfektion verpflichtend.

6.) Wegeführung und Raumplanung bei Durchführung einer Aufführung / Veranstaltung nach dem 3G-Modell

  • Oberstes Gebot ist die Einhaltung des Mindestabstands von grundsätzlich 1,5 Metern. Ehe- oder Lebenspartnerinnen und -partner, Angehörige des eigenen Haushalts und Personen, für die ein Sorge- oder Umgangsrecht bestehen, sind von der Einhaltung des Mindestabstands ausgenommen.
  • Die Bewegungsströme des Publikums sind so zu organisieren, dass Kreuzungen von Personenströmen vermieden werden. Ebenso sind gegenläufige Besucherströme zu vermeiden (Einbahnstraßen-Regelung).
  • Es ist ein Raumnutzungsplan zu erstellen, der den Besucherinnen und Besuchern feste Sitz- oder Stehplätze zuordnet.

a) Raumnutzung bei Durchführung einer Aufführung/Veranstaltung nach dem 3G-Modell

  • In der Einrichtung werden Abstandsdefinition und -kontrolle nach den folgenden Flächen ausdifferenziert: Veranstaltungssaal/Open Air, Sozialflächen, Bewegungsflächen und Sonderflächen.
  • Die Einrichtung ist in Flächen, Zonen oder Räume zu unterteilen, um eine kontrollierte Verteilung der Besucherinnen und Besucher zu erreichen. Hierbei sind Flächenüberlastungen, Warteschlangen oder eine hohe Personendichte auf begrenztem Raum zu vermeiden. Eine Kapazitätsplanung im Vorfeld, insbesondere durch digitales Ticketing, kann hierbei unterstützen.

b) Veranstaltungssaal bei Durchführung einer Aufführung/Veranstaltung nach dem 3G-Modell

  • Bei der Anordnung bzw. Zuweisung der Sitz- bzw. Stehplätze ist die Einhaltung des jeweils erforderlichen Mindestabstands in alle Richtungen zu gewährleisten. Bei festen Sitzplätzen kann der Abstand auf bis zu 1 Meter verringert werden.
  • Es besteht Maskenpflicht für die Besucherinnen und Besucher in geschlossenen Räumen.
  • Die Maskenpflicht gilt nicht für Besucher*innen, die sich auf einem festen Sitzplatz aufhalten, sofern zwischen den Sitzplätzen der Mindestabstand von 1 Meter eingehalten wird.
  • Auch beim 3G-Modell kann der Abstand zwischen den Sitzplätzen wegfallen (mögliche Vollbesetzung), wenn durchgehend und damit auch am Sitzplatz eine FFP2-Maske getragen wird.

c) Sozialflächen bei Durchführung einer Aufführung/Veranstaltung nach dem 3G-Modell

  • Sozialflächen sind Bereiche, in denen sich die Besucherinnen und Besucher regelmäßig über einen längeren Zeitraum gemeinsam aufhalten. Hierzu zählen insbesondere Cateringbereiche, Akkreditierung, Ticketkontrollbereiche, Garderobenflächen und Sanitäranlagen. Es sind daher geeignete Maßnahmen zu treffen, um die Einhaltung des Mindestabstands zwischen den Besucherinnen und Besuchern in diesen Bereichen sicherzustellen. In Bereichen, in denen es zu Schlangenbildungen kommen kann, z. B. in Eingangs- und Kassenbereichen, ist durch die Beschäftigten oder durch Einrichtungen wie Bodenmarkierungen oder Absperrbänder die Einhaltung des Mindestabstandes zu gewährleisten. Die Besucherinnen und Besucher müssen in diesen Bereichen eine medizinische Maske tragen. Mit durchsichtigen Abtrennungen kann eine Trennung der Atemausstoßbereiche von Beschäftigten und Besucherinnen und Besuchern erreicht werden, sodass Beschäftigte hinter der Abtrennung keine medizinische Maske tragen müssen. Die Abtrennungen sind ausreichend zu dimensionieren. Diesbezügliche Regelungen enthält die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel.
  • Der Zugang zu Sanitäranlagen muss durch Beschäftigte oder durch Einrichtungen wie Bodenmarkierungen oder Absperrbänder derart gesteuert werden, dass der Mindestabstand gewährleistet werden kann. Die Anzahl der WC-Kabinen, Urinale und Waschbecken ist derart aufzuteilen, dass der Mindestabstand gewährleistet werden kann. Eine medizinische Maske ist durch die Besucherinnen und Besucher zu tragen.

d) Bewegungsflächen bei Durchführung einer Aufführung/Veranstaltung nach dem 3G-Modell

Bewegungsflächen sind Bereiche eines Veranstaltungsortes, in denen die Besucherinnen und Besucher sich zu den jeweiligen Veranstaltungsinhalten und -abschnitten bewegen, insbesondere Flure, Treppenhäuser, Flucht- und Rettungswege. Hier sind die Besucherinnen und Besucher durch den Veranstalter dazu anzuhalten, die geltenden Abstandsregeln und Hygieneregeln zu beachten.

e) Sonderflächen bei Durchführung einer Aufführung/Veranstaltung nach dem 3G-Modell

Sonderflächen sind der Zugang, Einlass sowie Bereiche für Raucher und Raucherinnen. Um den Mindestabstand jederzeit zu gewährleisten, sind hier zusätzliche Maßnahmen erforderlich: Geeignete Methoden zur Zugangssteuerung durch Sicherheits- und Ordnungspersonal oder entsprechende „technische“ Einrichtungen (insbesondere Bodenmarkierungen, Raumtrenner, Personenvereinzelungssysteme oder Ampelsysteme).

g) Ein- und Auslass bei Durchführung einer Aufführung/Veranstaltung nach dem 3G-Modell

  • Es sind geeignete Methoden zur abstandsregelungskonformen Ein- und Auslasssteuerung (z. B. durch Bodenmarkierungen) vorzuhalten. Die Laufwege sind zu definieren und zu kennzeichnen, um den Personenfluss reibungslos zu steuern. Im Rahmen des Auslasses sind grundsätzlich weitere Türen, Notausgänge o. Ä. mit in die Lenkung der Besucherinnen und Besucher einzubinden.
  • Hinsichtlich der Veranstaltungsbereiche ist ausreichend Platz für Warteschlangen einzuplanen, die die Einhaltung des Mindestabstands berücksichtigen, sowie kontrollierte Zugangsbeschränkungen einzurichten.
  • Die Ticket- bzw. Einlasskontrolle erfolgt möglichst kontaktlos und elektronisch.

7.) Belüftung der Innenräume

  • Veranstaltungen dürfen nur in ausreichend durchlüfteten Räumen durchgeführt werden. Sollte in einem Raum, in dem sich Besucherinnen und Besucher aufhalten, keine raumlufttechnische Anlage zur Verfügung stehen, ist ein geeignetes Lüftungskonzept zu erstellen, das den regelmäßigen Austausch der Luft gewährleistet (z. B. durch Stoß- oder Querlüftung über die gesamte Öffnungsfläche der Fenster mit einer Dauer von 3 bis 10 Minuten, ggf. auch durch eine hierfür erforderliche Unterbrechung der Aufführung).
  • Die Betriebsparameter raumlufttechnischer Anlagen (RLT-Anlagen) sind wie folgt zu optimieren:
  • RLT-Anlagen sind mindestens 45 Minuten vor der ersten Vorstellung in Betrieb zu nehmen und während der gesamten Vorstellungszeit in Betrieb zu halten,
  • die Einstellung der RLT-Anlage ist auf eine möglichst hohe Luftwechselrate durch Außenluft zu verändern,
  • ein Umluftbetrieb ohne geeignete Filter ist unzulässig.
  • Die RLT-Anlagen müssen für die jeweilige Raumgröße angemessen ausgelegt, regelmäßig gewartet und instandgehalten (einschließlich des Wechsels der Filter) werden. Ebenfalls ist für einen ordnungsgemäßen Betrieb zu sorgen. Auf einen ausreichenden Luftwechsel ist zu achten, vor allem vor und nach einer Aufführung.
  • Alle gegebenen Möglichkeiten der Durchlüftung aller Räumlichkeiten inklusive der Sanitäranlagen, die dem Aufenthalt von Besucherinnen und Besuchern oder Beschäftigten dienen, sind zu nutzen. Hierzu gehören insbesondere regelmäßige Stoßlüftungen über die gesamte Öffnungsfläche von Fenstern oder Türen mit einer Dauer von 3 bis 10 Minuten.

8.) Anwesenheitsdokumentation

  • Zur infektionsschutzrechtlichen Kontaktnachverfolgung ist eine Anwesenheitsdokumentation zu führen, die für jede anwesende Person die folgenden Informationen erfasst:
  • Vor- und Familienname,
  • E-Mail-Adresse oder Telefonnummer,
  • Datum und Zeitraum der Anwesenheit
  • Die Daten sind auf Anforderung dem jeweils zuständigen Gesundheitsamt zur Verfügung zu stellen und nach Ablauf von vier Wochen zu vernichten oder zu löschen.
  • Die Kontaktdatenerfassung kann alternativ digital über eine App erfolgen.
Zu sehen sind zwei gezeichnete Strichmännchen und ein Schild mt der Aufschrift 1,5 Meter
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Hygiene-Handreichung für Kultureinrichtungen im Land Brandenburg

Indoor- und Outdoor-Veranstaltungen

ab 16. September 2021

Einleitung
Die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Betrieb von Theater-, Opern-, Konzerthäusern und vergleichbaren Kultureinrichtungen im Land Brandenburg, insbesondere die Einhaltung der erforderlichen Abstands- und Hygieneregeln, werden grundlegend durch die Dritte SARS-CoV-2-Umgangsverordnung (SARS-CoV-2-UmgV), das Infektionsschutzgesetz (IfSG) und die COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung (SchAusnahmV) in der jeweils geltenden Fassung geregelt.

Die vorliegende Hygiene-Handreichung soll eine Hilfestellung geben, um die notwendigen Hygieneschutzauflagen vorbereiten und umsetzen zu können.

Die Betreiberinnen und Betreiber der Einrichtungen haben dafür zu sorgen, dass die Maßnahmen bei den Beschäftigten sowie Besucherinnen und Besuchern klar kommuniziert und umgesetzt werden.

1.) Allgemeines

Maßgebend für die Einhaltung der erforderlichen Abstands- und Hygieneregeln für die jeweilige Einrichtung sind die einschlägigen Regelungen der 3. SARS-CoV-2-Umgangsverordnung. Zudem sind die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales bekannt gemachte SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregeln in der jeweils aktuellen Fassung, die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung (Corona-ArbSchV) in der jeweils aktuellen Fassung und die von den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung veröffentlichten branchenspezifischen Arbeitsschutzstandards durch die Betreiberinnen und Betreiber zu beachten.

Darüber hinaus gelten folgende Maßgaben:

  • Besucherinnen und Besucher, die in den letzten 14 Tagen Kontakt zu einem an COVID-19 Erkrankten hatten oder an einer Atemwegserkrankung leiden, dürfen an Veranstaltungen nicht teilnehmen und sind vom Veranstaltungsort zu verweisen.
  • Die Beschäftigten werden regelmäßig in allen Schutzmaßnahmen unterwiesen.
  • Die Betreiberinnen und Betreiber informieren die Besucherinnen und Besucher und die Beschäftigten in geeigneter Weise über die Vorgaben und Verfahrensweisen bei Auftreten eines COVID‑19‑Falles.
  • Auf die für die Einrichtung geltenden Abstands- und Hygieneregeln ist an allen neuralgischen Punkten des Veranstaltungsortes allgemeinverständlich und barrierefrei mittels Hinweistafeln hinzuweisen (Ein- und Ausgänge, Sanitäranlagen, Gastronomie, Catering, Veranstaltungssaal). Werden Online-Tickets verkauft, so ist auf die Abstands- und Hygieneregeln auch auf der Webseite der Einrichtung hinzuweisen.

2.) Testnachweispflicht bei Durchführung einer Aufführung / Veranstaltung nach dem 3G-Modell

Die Teilnahme an einer Veranstaltung im Indoorbereich einer Kultureinrichtung setzt die Vorlage eines negativen Testergebnisses in Bezug auf einen direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 voraus.

Bei Veranstaltungen unter freiem Himmel gilt die Testpflicht erst ab einer Besucherzahl 500, zeitgleich anwesenden Personen. Die Testpflicht gilt nicht – weder für Veranstaltungen in Theatern, Konzert- und Opernhäusern noch für Veranstaltungen unter freiem Himmel ab einer Besucherzahl von 750, wenn in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt  für fünf Tage ununterbrochen eine 7-Tage-Inzidenz von weniger als 20 vorliegt.

Testnachweise müssen den bundesrechtlichen Anforderungen entsprechen (§ 2 Nummer 7 COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung).

Das bedeutet, wenn ein Nachweis hinsichtlich des Nichtvorliegens einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 verlangt wird, gilt in Brandenburg:

  • Der Test darf maximal 24 Stunden zurückliegen.
  • Der Testnachweis muss in deutscher, englischer, französischer, italienischer oder spanischer Sprache in verkörperter oder digitaler Form vorgelegt werden.
  • Die zugrundeliegende Testung muss durch eine sogenannte In-vitro-Diagnostika erfolgt sein, zum Beispiel ein PoC-Antigen-Schnelltest durch geschultes Personal (etwa ein kostenfreier Bürgertest in einer Teststelle), im Rahmen einer betrieblichen Testung im Sinne des Arbeitsschutzes durch Personal, das die dafür erforderliche Ausbildung oder Kenntnis und Erfahrung besitzt, oder vor Ort unter Aufsicht ein Antigen-Selbsttest (sogenannter Laientest).

 Die in der UmgV vorgesehene Pflicht zur Vorlage eines Testnachweises gilt nicht

  1. für Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr,
  2. für Schülerinnen und Schüler, die im Rahmen eines verbindlichen Schutzkonzeptes der von ihnen besuchten Schule regelmäßig, auch während der Ferien, mindestens an zwei verschiedenen Tagen pro Woche, auf das Vorliegen einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus getestet werden; als Nachweis ist auch eine von einem Sorgeberechtigten unterzeichnete Bescheinigung über das negative Ergebnis eines ohne fachliche Aufsicht durchgeführten PoC-Antigen-Tests zur Eigenanwendung (Selbsttest) ausreichend,
  3. für vom Schulbesuch zurückgestellte Kinder
  4. für vollständig geimpfte Personen nach § 2 Nummer 2 der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung,
  5. für genesene Personen nach § 2 Nummer 4 der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung.

3.) 2G-Option

Kultureinrichtungen wie Theater, Konzert- und Opernhäuser können sich für das 2G-Modell entscheiden und den Zutritt auf Geimpfte und Genesene beschränken. Beim 2G-Modell entfallen Schutzmaßnahmen wie Abstand, Maske, Personengrenzen und Quadratmetervorgaben. Die Ermöglichung von Kontaktnachverfolgung und Hygienekonzepte bleiben jedoch weiterhin erforderlich.

Einige Veranstalter sind von dem 2G-Modell nach der Verordnung ausgenommen u.a. Gedenkstätten, Museen, Ausstellungshäuser und Galerien.

Veranstalterinnen oder Veranstalter sowie Betreiberinnen oder Betreiber des 2G-Modells müssen auf der Grundlage eines individuellen Hygienekonzepts durch geeignete organisatorische Maßnahmen Folgendes sicherstellen:

  • die Zutrittsgewährung ausschließlich für
  •  geimpfte Personen,
  • genesene Personen,
  • Kinder bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr,
  • den Einsatz ausschließlich von geimpftem oder genesenem Personal; dies gilt nicht für Personal, das dauerhaft keinen direkten Gäste- oder Kundenkontakt hat,
  • die Anbringung eines deutlich erkennbaren Hinweises im Zutrittsbereich, dass der Zutritt nur für geimpfte Personen, genesene Personen und Kindern unter 12 Jahren gewährt wird,
  • die vorherige schriftliche Anzeige der Inanspruchnahme des 2G-Modells gegenüber dem zuständigen Gesundheitsamt.

4.) Besucherzahlen bei Durchführung einer Aufführung / Veranstaltung nach dem 3G-Modell

Die zulässige Anzahl von gleichzeitig anwesenden Besucher*innen bei Kulturveranstaltungen ist beschränkt auf 1.000 Personen. Sie kann erweitert werden, wenn die reguläre Besucherkapazität bei den Einrichtungen über 1.000 liegt. Dann ist die maximal zulässige Besucherzahl um bis zu 50 % der über 1.000 hinausgehenden regulären Besucherkapazität erweitert, jedoch bis maximal 5.000.

Beispiel: Liegt die reguläre Besucherkapazität einer Einrichtung bei 2.500 Personen, können zu den Veranstaltungen 1.750 Personen eingelassen werden (50 Prozent der 1.500 Personen, die über der auf 1.000 beschränkten Besucher*innenzahl liegen).

Auf Antrag kann das zuständige Gesundheitsamt in besonderen Ausnahmefällen von der Personengrenze zulassen, sofern keine zwingenden infektiologischen Gründe entgegenstehen. Dem Antrag ist ein individuelles Hygienekonzept beizufügen, in dem insbesondere dargestellt ist, wie die erhöhten Anforderungen des Infektionsschutzes im konkreten Einzelfall sichergestellt werden.

5.) Hygienemaßnahmen
a) Reinigung

  • Es ist ein Reinigungsplan zu erstellen, aus dem klar hervorgeht, welche Bereiche wie häufig und mit welchen Reinigungsmitteln gereinigt werden.
  • Sämtliche Handkontaktflächen (insbesondere Türklinken, Handläufe, Tasten im Fahrstuhl und Tischoberflächen) sind vor Beginn der Veranstaltung einer wischdesinfizierenden Reinigung zu unterziehen.

b) Persönliche Hygiene

  • Allen Besucherinnen und Besuchern ist ein Desinfizieren der Hände zu ermöglichen. Dazu sind an sämtlichen Ein- und Ausgängen und neuralgischen Stellen der Einrichtung Händedesinfektionsmittelspender sichtbar zu installieren. Das Desinfizieren der Hände soll ausdrücklich empfohlen werden.
  • Aushänge mit Hygieneregeln zu Handhygiene, Husten- und Nies-Etikette und dem Abstandsgebot (im Fall einer Aufführung/Veranstaltung nach dem 3G-Modell) sind deutlich sichtbar anzubringen.
  • Für sämtliche Besucherinnen und Besucher von Kulturveranstaltungen im Innenbereich nach dem 3G-Modell gilt außerhalb des Sitzplatzes im Veranstaltungssaal und in der Gastronomie die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske. Ergänzend müssen ausreichend geeignete medizinische Masken für den Fall vorgehalten werden, dass die Besucherinnen und Besucher keine eigenen medizinischen Masken mit sich führen, damit diesen der Zugang zur Veranstaltung ermöglicht werden kann.
  • In den Einrichtungen, insbesondere in den Sanitärräumen, sind zum Händewaschen Waschgelegenheiten mit fließendem Wasser, Flüssigseife, Händedesinfektionsmittel sowie Einrichtungen zum hygienischem Trocknen (Einmalhandtücher aus Papier oder Textil) in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen.

c) Konzession-Verkauf/Gastronomie bei Durchführung einer Aufführung/Veranstaltung nach dem 3G-Modell

  • Bei der Herstellung und Ausgabe offener Getränke und Speisen ist sicherzustellen, dass die Beschäftigten mindestens eine medizinische Maske tragen und auf Hygiene achten.
  • Beim Angebot von Selbstbedienungsartikeln ist zu gewährleisten, dass die Besucherinnen und Besucher den Mindestabstand zueinander einhalten und eine medizinische Maske tragen.
  • Alle Beschäftigten im Bereich Konzession-Verkauf/Gastronomie müssen in den zusätzlichen Hygienemaßnahmen unterwiesen werden.

d) Akkreditierung, Ticketkontrolle, Garderobe bei Durchführung einer Aufführung/Veranstaltung nach dem 3G-Modell

  • Garderobenmarken sind grundsätzlich kontaktlos auszuhändigen (z. B. in Form digitaler Garderobenmarken). Alternativ können Einweg-Papiernummern verwendet werden. Das Garderoben- und Akkreditierungspersonal hat die Mindestabstände einzuhalten und eine medizinische Maske zu tragen.
  • Für alle Beschäftigten im Bereich Akkreditierung, Ticketkontrolle und Garderobe ist das Tragen einer medizinischen Maske sowie eine regelmäßige und korrekte Händedesinfektion verpflichtend.

6.) Wegeführung und Raumplanung bei Durchführung einer Aufführung / Veranstaltung nach dem 3G-Modell

  • Oberstes Gebot ist die Einhaltung des Mindestabstands von grundsätzlich 1,5 Metern. Ehe- oder Lebenspartnerinnen und -partner, Angehörige des eigenen Haushalts und Personen, für die ein Sorge- oder Umgangsrecht bestehen, sind von der Einhaltung des Mindestabstands ausgenommen.
  • Die Bewegungsströme des Publikums sind so zu organisieren, dass Kreuzungen von Personenströmen vermieden werden. Ebenso sind gegenläufige Besucherströme zu vermeiden (Einbahnstraßen-Regelung).
  • Es ist ein Raumnutzungsplan zu erstellen, der den Besucherinnen und Besuchern feste Sitz- oder Stehplätze zuordnet.

a) Raumnutzung bei Durchführung einer Aufführung/Veranstaltung nach dem 3G-Modell

  • In der Einrichtung werden Abstandsdefinition und -kontrolle nach den folgenden Flächen ausdifferenziert: Veranstaltungssaal/Open Air, Sozialflächen, Bewegungsflächen und Sonderflächen.
  • Die Einrichtung ist in Flächen, Zonen oder Räume zu unterteilen, um eine kontrollierte Verteilung der Besucherinnen und Besucher zu erreichen. Hierbei sind Flächenüberlastungen, Warteschlangen oder eine hohe Personendichte auf begrenztem Raum zu vermeiden. Eine Kapazitätsplanung im Vorfeld, insbesondere durch digitales Ticketing, kann hierbei unterstützen.

b) Veranstaltungssaal bei Durchführung einer Aufführung/Veranstaltung nach dem 3G-Modell

  • Bei der Anordnung bzw. Zuweisung der Sitz- bzw. Stehplätze ist die Einhaltung des jeweils erforderlichen Mindestabstands in alle Richtungen zu gewährleisten. Bei festen Sitzplätzen kann der Abstand auf bis zu 1 Meter verringert werden.
  • Es besteht Maskenpflicht für die Besucherinnen und Besucher in geschlossenen Räumen.
  • Die Maskenpflicht gilt nicht für Besucher*innen, die sich auf einem festen Sitzplatz aufhalten, sofern zwischen den Sitzplätzen der Mindestabstand von 1 Meter eingehalten wird.
  • Auch beim 3G-Modell kann der Abstand zwischen den Sitzplätzen wegfallen (mögliche Vollbesetzung), wenn durchgehend und damit auch am Sitzplatz eine FFP2-Maske getragen wird.

c) Sozialflächen bei Durchführung einer Aufführung/Veranstaltung nach dem 3G-Modell

  • Sozialflächen sind Bereiche, in denen sich die Besucherinnen und Besucher regelmäßig über einen längeren Zeitraum gemeinsam aufhalten. Hierzu zählen insbesondere Cateringbereiche, Akkreditierung, Ticketkontrollbereiche, Garderobenflächen und Sanitäranlagen. Es sind daher geeignete Maßnahmen zu treffen, um die Einhaltung des Mindestabstands zwischen den Besucherinnen und Besuchern in diesen Bereichen sicherzustellen. In Bereichen, in denen es zu Schlangenbildungen kommen kann, z. B. in Eingangs- und Kassenbereichen, ist durch die Beschäftigten oder durch Einrichtungen wie Bodenmarkierungen oder Absperrbänder die Einhaltung des Mindestabstandes zu gewährleisten. Die Besucherinnen und Besucher müssen in diesen Bereichen eine medizinische Maske tragen. Mit durchsichtigen Abtrennungen kann eine Trennung der Atemausstoßbereiche von Beschäftigten und Besucherinnen und Besuchern erreicht werden, sodass Beschäftigte hinter der Abtrennung keine medizinische Maske tragen müssen. Die Abtrennungen sind ausreichend zu dimensionieren. Diesbezügliche Regelungen enthält die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel.
  • Der Zugang zu Sanitäranlagen muss durch Beschäftigte oder durch Einrichtungen wie Bodenmarkierungen oder Absperrbänder derart gesteuert werden, dass der Mindestabstand gewährleistet werden kann. Die Anzahl der WC-Kabinen, Urinale und Waschbecken ist derart aufzuteilen, dass der Mindestabstand gewährleistet werden kann. Eine medizinische Maske ist durch die Besucherinnen und Besucher zu tragen.

d) Bewegungsflächen bei Durchführung einer Aufführung/Veranstaltung nach dem 3G-Modell

Bewegungsflächen sind Bereiche eines Veranstaltungsortes, in denen die Besucherinnen und Besucher sich zu den jeweiligen Veranstaltungsinhalten und -abschnitten bewegen, insbesondere Flure, Treppenhäuser, Flucht- und Rettungswege. Hier sind die Besucherinnen und Besucher durch den Veranstalter dazu anzuhalten, die geltenden Abstandsregeln und Hygieneregeln zu beachten.

e) Sonderflächen bei Durchführung einer Aufführung/Veranstaltung nach dem 3G-Modell

Sonderflächen sind der Zugang, Einlass sowie Bereiche für Raucher und Raucherinnen. Um den Mindestabstand jederzeit zu gewährleisten, sind hier zusätzliche Maßnahmen erforderlich: Geeignete Methoden zur Zugangssteuerung durch Sicherheits- und Ordnungspersonal oder entsprechende „technische“ Einrichtungen (insbesondere Bodenmarkierungen, Raumtrenner, Personenvereinzelungssysteme oder Ampelsysteme).

g) Ein- und Auslass bei Durchführung einer Aufführung/Veranstaltung nach dem 3G-Modell

  • Es sind geeignete Methoden zur abstandsregelungskonformen Ein- und Auslasssteuerung (z. B. durch Bodenmarkierungen) vorzuhalten. Die Laufwege sind zu definieren und zu kennzeichnen, um den Personenfluss reibungslos zu steuern. Im Rahmen des Auslasses sind grundsätzlich weitere Türen, Notausgänge o. Ä. mit in die Lenkung der Besucherinnen und Besucher einzubinden.
  • Hinsichtlich der Veranstaltungsbereiche ist ausreichend Platz für Warteschlangen einzuplanen, die die Einhaltung des Mindestabstands berücksichtigen, sowie kontrollierte Zugangsbeschränkungen einzurichten.
  • Die Ticket- bzw. Einlasskontrolle erfolgt möglichst kontaktlos und elektronisch.

7.) Belüftung der Innenräume

  • Veranstaltungen dürfen nur in ausreichend durchlüfteten Räumen durchgeführt werden. Sollte in einem Raum, in dem sich Besucherinnen und Besucher aufhalten, keine raumlufttechnische Anlage zur Verfügung stehen, ist ein geeignetes Lüftungskonzept zu erstellen, das den regelmäßigen Austausch der Luft gewährleistet (z. B. durch Stoß- oder Querlüftung über die gesamte Öffnungsfläche der Fenster mit einer Dauer von 3 bis 10 Minuten, ggf. auch durch eine hierfür erforderliche Unterbrechung der Aufführung).
  • Die Betriebsparameter raumlufttechnischer Anlagen (RLT-Anlagen) sind wie folgt zu optimieren:
  • RLT-Anlagen sind mindestens 45 Minuten vor der ersten Vorstellung in Betrieb zu nehmen und während der gesamten Vorstellungszeit in Betrieb zu halten,
  • die Einstellung der RLT-Anlage ist auf eine möglichst hohe Luftwechselrate durch Außenluft zu verändern,
  • ein Umluftbetrieb ohne geeignete Filter ist unzulässig.
  • Die RLT-Anlagen müssen für die jeweilige Raumgröße angemessen ausgelegt, regelmäßig gewartet und instandgehalten (einschließlich des Wechsels der Filter) werden. Ebenfalls ist für einen ordnungsgemäßen Betrieb zu sorgen. Auf einen ausreichenden Luftwechsel ist zu achten, vor allem vor und nach einer Aufführung.
  • Alle gegebenen Möglichkeiten der Durchlüftung aller Räumlichkeiten inklusive der Sanitäranlagen, die dem Aufenthalt von Besucherinnen und Besuchern oder Beschäftigten dienen, sind zu nutzen. Hierzu gehören insbesondere regelmäßige Stoßlüftungen über die gesamte Öffnungsfläche von Fenstern oder Türen mit einer Dauer von 3 bis 10 Minuten.

8.) Anwesenheitsdokumentation

  • Zur infektionsschutzrechtlichen Kontaktnachverfolgung ist eine Anwesenheitsdokumentation zu führen, die für jede anwesende Person die folgenden Informationen erfasst:
  • Vor- und Familienname,
  • E-Mail-Adresse oder Telefonnummer,
  • Datum und Zeitraum der Anwesenheit
  • Die Daten sind auf Anforderung dem jeweils zuständigen Gesundheitsamt zur Verfügung zu stellen und nach Ablauf von vier Wochen zu vernichten oder zu löschen.
  • Die Kontaktdatenerfassung kann alternativ digital über eine App erfolgen.