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01.08.2019Neue Stiftung übernimmt Schloss Wiepersdorf

Im Beisein von Kulturministerin Martina Münch hat heute die Deutsche Stiftung Denkmalschutz das Grundstück und die Gebäude mitsamt Inventar von Schloss Wiepersdorf an die neu gegründete Kulturstiftung übergeben. Die Gründungsbeauftragte der Kulturstiftung, Annette Rupp, nahm symbolisch die Schlüssel von Steffen Skudelny, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), entgegen.

Kulturministerin Martina Münch würdigte in einer Ansprache die Schlüsselübergabe als einen „großen und besonderen Tag für das Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf und hervorragendes Signal für die weitere Entwicklung dieses weit über Brandenburg hinaus auch international bekannten Kunstortes.“

Weiter sagte Ministerin Münch: „Mit der Übergabe des Schlosses kann die vom Land Brandenburg gegründete Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf ihre Arbeit aufnehmen. Die Kulturstiftung ist ein Bekenntnis des Landes zum Bestand und zur Weiterentwicklung des Künstlerhauses und zur Förderung von Künstlerinnen und Künstlern. Die offene, freie und kreative Atmosphäre von Wiepersdorf wird von Kunstschaffenden seit Jahrzehnten sehr geschätzt.

Diese große Tradition wird von der Landesstiftung fortgeführt und zugleich durch neue Potenziale und Perspektiven erweitert. Wiepersdorf wird noch mehr ein Ort des künstlerischen Austausches, des gesellschaftlichen Diskurses und ein Impulsgeber für das kulturelle Leben werden. Mein herzlicher Dank heute gilt auch der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die seit 2006 das Künstlerhaus betrieben hat und enorme Leistungen für dieses kunst- und geistesgeschichtlich sehr bedeutsame Ensemble erbracht hat. Ich freue mich, dass sie sich mit ihrer Expertise im Bereich des Denkmalschutzes weiterhin für dieses wertvolle kulturelle Erbe engagieren will.“

Steffen Skudelny, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), erläuterte: „An der Erhaltung eines so bedeutenden Kulturortes wie Wiepersdorf beteiligt zu sein, ist für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz eine große Ehre und ein großes Anliegen.                

Dass gemeinsam mit dem Land Brandenburg für den Stipendiatenbetrieb mit der neuen Landesstiftung ein gutes Fundament gelegt werden konnte, freut uns sehr. Als private Denkmalpflege-Stiftung werden wir gerne mit dafür Sorge tragen, dass auch das bauliche Fundament immer in Ordnung bleibt.“

Die Gründungsbeauftragte Annette Rupp führte aus: „Die intensive Zusammenarbeit aller Beteiligten in den letzten Monaten war eine großartige Erfahrung. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, des Landkreises Teltow-Fläming, des Stiftungsrates, dem Bürgermeister Matthias Wäsche und dem Team im Schloss konnten bereits wegweisende Impulse in Gang gesetzt werden. Ich freue mich darauf, für die Wiedereröffnung im Sommer 2020 ein internationales und interdisziplinäres Stipendienprogramm etablieren zu können mit dem Ziel, Schloss Wiepersdorf wieder zu einem lebendigen Ort mit überregionaler Ausstrahlung zu gestalten.“

Der Bürgermeister der Gemeinde Niederer Fläming, Matthias Wäsche ergänzte: „Mit dem heutigen Tage wird in unserer Region die lange Tradition des Künstlerhauses Schloss Wiepersdorf fortgesetzt. Ich danke der Landesregierung und dem Freundeskreis Schloss Wiepersorf e.V. für ihr Engagement, das diesen Tag erst ermöglicht hat. Der Deutschen Stiftung Denkmalschutz danke ich sehr, dass in den letzten Jahren sehr umfangreich in das Gebäudeensemble investiert wurde. Stipendiaten werden in Wiepersdorf beste Bedingungen für ihre Arbeiten vorfinden und die Besucher können sich auf ein tolles Museum, eine schöne Architektur, interessante Projekte und einen lebendigen Austausch mit den Stipendiatinnen und Stipendiaten aus aller Welt freuen. Heute ist ein guter Tag für den Niederen Fläming.“

Die Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2019 gegründet. Für den Betrieb des Hauses stellt das Land Brandenburg ab 2020 jährlich rund 720.000 Euro bereit. Kulturministerin Martina Münch ist Vorsitzende des Stiftungsrates. In die neue Landesstiftung bringt die DSD den Immobilienbesitz von Schloss Wiepersdorf, das gesamte Inventar und den ihr bei der Übernahme der Trägerschaft anvertrauten Land Brandenburg-Fonds in Höhe von über sieben Millionen Euro ein.

Ab Sommer 2020 soll das Künstlerhaus auf der Grundlage eines neu entwickelten Konzeptes wieder als Residenz für mehrmonatige Arbeitsaufenthalte von Künstlerinnen und Künstlern der Sparten Literatur, Komposition und Bildende Kunst aus dem In- und Ausland geöffnet werden. Schwerpunkte der künftigen Arbeit sind eine weitere internationale Profilierung, die Öffnung auch für Gruppenstipendien und so genannte Kooperationsstipendien sowie die Aufenthaltsmöglichkeit für Forscherinnen und Forscher aus den Geistes- und Sozialwissenschaften mit den Schwerpunkten Romantik und deutsch-deutsche Fragen. Die Finanzierung der Stipendien erfolgt durch das Land Brandenburg und Partnerinstitutionen.

Bereits in diesem Jahr finden erste Veranstaltungen der Kulturstiftung in Wiepersdorf und in Potsdam statt. Am 06. September wird im Schlosspark der mehrfach preisgekrönte Film ‘Gundermann‘ gezeigt. Am 18. und 25. September sowie am 30. Oktober erörtern die ehemaligen Wiepersdorf-Stipendiatinnen und -Stipendiaten Thomas Hettche, Martin Mosebach und Antje Rávik Strubel im Rahmen des Begleitprogramms zur ‘fontane.200‘-Ausstellung im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam den Einfluss Fontanes auf ihr Werk. Am 17. November spricht Marcel Lepper, Leiter des Literaturarchivs der Akademie der Künste Berlin, in der Villa Quandt in Potsdam über romantische Denk- und Schreibweisen mit den Autoren Gianna Molinari und Georg Klein. Auch im kommenden Jahr wird es Programmangebote mit anwesenden und ehemaligen Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie Partnerinstitutionen geben. Ab Sommer 2020 werden das Café in der Orangerie und das Museum an den Wochenenden mit einem überarbeiteten und erweiterten Konzept wiedereröffnet.

Das Schloss Wiepersdorf hat als ehemaliger Wohnsitz von Achim und Bettina von Arnim eine lange Tradition als Ort des geistigen Austausches. Nach 1946 wurde Schloss Wiepersdorf in der DDR als Arbeits- und Erholungsstätte für Schriftsteller und Künstler genutzt und ist damit das älteste von insgesamt 13 Künstlerhäusern in Deutschland. Namhafte Schriftstellerinnen und Schriftsteller waren hier zu Gast, unter ihnen Anna Seghers, Christa Wolf und Arnold Zweig. Im Jahr 1992 erfolgte die Wiedereröffnung als Künstlerhaus Wiepersdorf der Stiftung Kulturfonds. Von 2006 bis 2018 betrieb die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit zeitweiser Unterstützung des Landes Brandenburg und des Bundes Schloss Wiepersdorf als Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf. Das Schloss wird derzeit bis Frühjahr 2020 renoviert.

 

Informationen im Internet unter www.schloss-wiepersdorf.de.

 

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