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01.07.2019Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf startet am 1. Juli

Kulturministerin Martina Münch hat heute in Potsdam gemeinsam mit der Gründungsbeauftragten Annette Rupp den Startschuss für die Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf gegeben und ihre Kultur-Bilanz für die zu Ende gehende Legislaturperiode von 2014 bis 2019 präsentiert. Das Künstlerhaus Wiepersdorf ist mit seiner Kunst- und Kultur-Geschichte, die von der Romantik bis in die Gegenwart reicht, ein besonderer Ort – mit einer Strahlkraft, die weit über Brandenburg hinausreicht. Das belegen auch die Künstlerinnen und Künstler, die seit Jahren aus der ganzen Welt nach Brandenburg kommen, um in der kreativen Atmosphäre von Wiepersdorf an ihren Werken zu arbeiten und sich auszutauschen. Aufgrund dieser herausragenden Tradition werden wir Wiepersdorf im Rahmen der finanziell und strukturell abgesicherten Landesstiftung weiterentwickeln. Ich danke der Deutschen Stiftung Denkmalschutz für ihr jahrelanges Engagement an diesem Ort! Wiepersdorf war und ist ein Ort der Kunst, der Kultur und der Begegnungen – und wird es auch bleiben“, so Ministerin Münch.

„Der Startschuss für die Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf ist gleichzeitig der Endpunkt einer zielgerichteten, strukturierten und erfolgreichen Kulturpolitik in dieser Legislaturperiode. Die Landesregierung hatte 2014 in ihrem Koalitionsvertrag das Ziel formuliert, der Brandenburger Kultur finanziell, institutionell und inhaltlich neue Perspektiven zu geben – das haben wir eingelöst. Finanziell ist der Kulturetat von 122,1 Millionen Euro im Jahr 2014 auf 168,8 Millionen Euro im Jahr 2019 gestiegen – das ist Rekord. Institutionell haben wir das Engagement des Landes bei den Kultur-Einrichtungen erheblich ausgebaut – dazu zählen mehrere neu geschaffene Landeseinrichtungen, wie etwa das Landesmuseum für Moderne Kunst in Cottbus und Frankfurt (Oder), die Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte, die Musikkultur Rheinsberg und die drei neuen Landestiftungen für das Kleist-Museum, Schloss und Park Branitz und Schloss Wiepersdorf. Ebenso wurden die Landesverbände im Kulturbereich gestärkt und die Theater- und Orchesterfinanzierung neu aufgestellt und verbessert. Die neu eingeführte Denkmalhilfe hat sich zu einem Erfolgsmodell entwickelt. Auch sorbische/wendische Traditionen sowie Kultur und Sprache konnten wir deutlich stärken. Inhaltlich haben wir mit dem Fontanejahr, dem Bauhaus-Jubiläum, dem Europäischen Kulturerbejahr und den erfolgreichen Themenjahren von Kulturland wichtige Impulse für unser Land gegeben. Mit all diesen Maßnahmen ist es uns gelungen, zahlreiche Kultur-Einrichtungen und -Angebote zu sichern und weiterzuentwickeln, die in hervorragender Weise wichtige Aspekte unserer kulturpolitischen Strategie umsetzen: attraktive kulturelle Angebote für alle Brandenburgerinnen und Brandenburger, kulturelle Teilhabe vor Ort, Bewahrung regionaler Identität und Stärkung des Kulturtourismus. Ich danke den zahlreichen Partnern aus unterschiedlichen Bereichen, die diese erfolgreiche Politik möglich gemacht haben“, so Münch. „In den kommenden Jahren warten mit dem Ausbau der Digitalisierung, der weiteren Stärkung des ländlichen Raums und dem Strukturwandel in der Lausitz weitere Herausforderungen im Kultur-Bereich – auch hier haben wir bereits wichtige Weichen gestellt und erste Projekte gestartet.“

Die Gründungsbeauftragte Annette Rupp: „Die letzten sechs Monate, in denen ich die Gründung der Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf mit vorbereiten durfte, waren eine großartige Erfahrung. Ein Konzept ist entstanden, die Website wurde gestaltet, erste Veranstaltungen sind geplant und zukünftige Partner wurden kontaktiert. In den kommenden Monaten werden wir gemeinsam mit dem Team vor Ort und allen Partnern die Wiedereröffnung des Hauses und die Ankunft der ersten Stipendiatinnen und Stipendiaten im Jahr 2020 vorbereiten. Schloss Wiepersdorf bietet mit seinen großartigen Arbeitsbedingungen und seiner reichhaltigen Geschichte beste Voraussetzungen für den künstlerischen und intellektuellen Austausch unter den zukünftigen Gästen.“

Die Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf beginnt offiziell am 01. Juli 2019 ihre Arbeit. Ab Sommer 2020 soll das Künstlerhaus im Rahmen einer öffentlich-rechtlichen Landesstiftung und auf der Grundlage eines neu entwickelten Konzeptes wieder als Residenz für mehrmonatige Arbeitsaufenthalte von Künstlerinnen und Künstlern der Sparten Literatur, Komposition und Bildende Kunst aus dem In- und Ausland geöffnet werden. Für den Betrieb des Hauses stellt das Land ab 2020 jährlich rund 720.000 Euro bereit. Schwerpunkte der künftigen Arbeit sind eine systematische Internationalisierung, die Öffnung auch für Gruppenstipendien und so genannte Kooperationsstipendien sowie die Aufenthaltsmöglichkeit für Forschende aus den Geistes- und Sozialwissenschaften mit den Schwerpunkten Romantik und deutsch-deutsche Fragen Die Finanzierung der Stipendien erfolgt durch das Land Brandenburg und Partnerinstitutionen. Die Ausschreibungen der Stipendien für 2020 werden im Herbst 2019 auf der Website www.schloss-wiepersdorf.de veröffentlicht. Das Kulturministerium vergibt in diesem Jahr statt der Wiepersdorf-Stipendien bis zu zehn Aufenthaltsstipendien im Künstlerdorf Schöppingen in Nordrhein-Westfalen an brandenburgische Bewerberinnen und Bewerber. Am 01. August 2019 übergibt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz offiziell und presseöffentlich Schloss Wiepersdorf an die Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf.

Bereits in diesem Jahr finden erste Veranstaltungen der Kulturstiftung in Wiepersdorf und in Potsdam statt. Am 31. Juli macht die rheinland-pfälzische Wanderbühnentruppe ‘buehnen dautenheims‘ mit Pedro Calderón de la Barcas ‘Das Große Welttheater‘ Station im Schlosspark. Am 06. September wird im Schlosspark der Film ‘Gundermann‘ gezeigt. Am 18. und 25. September sowie am 30. Oktober erörtern die ehemaligen Wiepersdorf-Stipendiatinnen und -Stipendiaten Thomas Hettche, Martin Mosebach und Antje Rávik Strubel im Rahmen des Begleitprogramms zur ‘fontane.200‘-Ausstellung im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam den Einfluss Fontanes auf ihr Werk. Auch im kommenden Jahr wird es Programmangebote mit anwesenden und ehemaligen Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie Partnerinstitutionen geben. Ab Sommer 2020 werden das Café in der Orangerie und das Museum an den Wochenenden mit einem überarbeiteten und erweiterten Konzept wiedereröffnet. Weitere Informationen gibt es unter www.schloss-wiepersdorf.de.

Das Schloss Wiepersdorf hat als ehemaliger Wohnsitz von Achim und Bettina von Arnim eine lange Tradition als Ort des geistigen Austausches. Nach 1946 wurde Schloss Wiepersdorf in der DDR als Arbeits- und Erholungsstätte für Schriftsteller und Künstler genutzt und ist damit das älteste von insgesamt 13 Künstlerhäusern in Deutschland. Namhafte Schriftstellerinnen und Schriftsteller waren hier zu Gast, unter ihnen Anna Seghers, Christa Wolf und Arnold Zweig. Im Jahr 1992 erfolgte die Wiedereröffnung als Künstlerhaus Wiepersdorf der Stiftung Kulturfonds. Von 2006 bis 2018 betrieb die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Unterstützung des Landes Brandenburg und des Bundes Schloss Wiepersdorf als Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf. Das Schloss wird derzeit bis Frühjahr 2020 renoviert.

Ausgewählte Schwerpunkte der Kulturpolitik 2014 bis 2019:

Das Land hat in den vergangenen Jahren vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und auf der Grundlage der Kulturstrategie von 2012 in Abstimmung mit Kommunen und weiteren Partnern zahlreiche Strukturen und Konzepte zur Sicherung von Kultur-Einrichtungen und -Angeboten entwickelt und stellt dafür erhebliche zusätzliche Mittel (alle Summen gerundet) bereit:

  • Im Rahmen der 2015 erstmals eingerichteten Denkmalhilfe zur Sicherung von bedrohten Denkmalen stehen in diesem Jahr insgesamt 1,5 Millionen Euro Landesmittel zur Verfügung – sechs Mal so viel wie 2015. Damit können rund 40 dringende Sanierungs- und Sicherungs-Projekte gefördert werden. Das Kulturministerium stellt in diesem Jahr insgesamt mehr als 17 Millionen Euro für die Denkmalpflege bereit.
  • Im April 2016 bezog das Brandenburgische Landeshauptarchiv seinen neuen Standort im Wissenschaftspark Potsdam-Golm mit mehr als 16.000 Quadratmetern Nutzflächen – damit sind zum ersten Mal seit der Gründung im Jahr 1949 alle Teile des Archivs unter einem Dach vereint. Das Land finanziert das Archiv in diesem Jahr mit 9 Millionen Euro.
  • Das Land hat im Jahr 2017 die Förderung der Musik- und Kunstschulen um 2,1 Millionen auf 5 Millionen Euro fast verdoppelt, ab 2019 wurde das Förderprogramm ‘Musische Bildung für alle‘ um 500.000 Euro aufgestockt. Damit haben sich die Rahmenbedingungen für Kulturelle Bildung entscheidend verbessert.
  • Am 01. Juli 2017 wurde das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst als Fusion des Kunstmuseums Dieselkraftwerk in Cottbus und des Museums Junge Kunst in Frankfurt (Oder) gegründet. Das Land hat seither seine Finanzierung um 450.000 Euro auf 1,3 Millionen Euro jährlich für die neue Einrichtung erhöht.
  • Seit der Spielzeit 2017/18 zeigen die neue Bühne Senftenberg (nBS) und die Uckermärkischen Bühnen Schwedt (ubs) als Landesbühnen Südbrandenburg und Nordbrandenburg ihre Inszenierungen und weitere kulturelle Angebote verstärkt in weiteren brandenburgischen Städten. Das Land stellt dafür jährlich mehr als 200.000 Euro für zusätzliches Personal und Kosten der Gastspiele bereit.
  • Das Land Brandenburg hat – gemeinsam mit dem Bund und Berlin – im Herbst 2017 das Sonderinvestitionsprogramm 2 und das neue Finanzierungsabkommen für die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg unterzeichnet. Für das Förderprogramm stellt das Land bis 2030 weitere 131 Millionen Euro für dringend notwendige Sanierungs- und Investitionsprojekte der Stiftung bereitgestellt, die institutionelle Förderung des Landes wurde von 12,8 Millionen Euro (2014) auf 14,5 Millionen Euro (2019) erhöht.
  • Seit dem 01. Januar 2018 kümmert sich die Landesstiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz um das überregional bedeutende Kulturerbe von Park und Schloss Branitz. Das Land unterstützt die Stiftung seitdem Jahr mit 2 Millionen Euro jährlich – mehr als viermal so viel wie zuvor.
  • Am 02. September 2018 haben Zisterzienser-Mönche aus Österreich das Priorat Neuzelle gegründet. Sie knüpfen damit an eine jahrhundertealte Stiftstradition an und bereichern Neuzelle, das 2018 mit einem umfangreichen Programm sein 750. Jubiläum feierte, als Ort der Kultur und Bildung um eine religiöse Komponente. Die Mönche werden im Umfeld des alten Klosters eine neue Klosteranlage errichten, das Land unterstützt sie bei der Suche nach einer geeigneten Liegenschaft.
  • Das Land und die beiden Potsdamer Jüdischen Gemeinden haben im Herbst 2018 eine Vereinbarung über die Errichtung, Trägerschaft und Betreibung eines Synagogen- und Gemeindezentrums in Potsdam unterschrieben. Die Landesregierung wird auf dem Gelände in Potsdam in den kommenden Jahren ein zur Nutzung als Synagogen- und Gemeindezentrum geeignetes Gebäude errichten und stellt dafür 8 Millionen Euro bereit. Die beiden Gemeinden werden das Zentrum nach der Fertigstellung gemeinsam als Israelitischer Kultusgemeindebund Potsdam betreiben.
  • Seit dem 01. Januar 2019 wird das weltweit einzige Museum über den Dramatiker Heinrich von Kleist in Frankfurt (Oder) im Rahmen der neuen Landesstiftung Kleist-Museum gesichert und weiterentwickelt. Das Land hat seine finanzielle Unterstützung für das Kleist-Museum von bislang 248.000 Euro auf rund 500.000 Euro pro Jahr verdoppelt.
  • Unter dem Titel ‘fontane.200‘ präsentieren 2019 zahlreiche Partner aus Kultur, Bildung und Wissenschaft im ganzen Land ein breit gefächertes Programm mit mehr als 400 Veranstaltungen zum 200. Geburtstag des großen märkischen Dichters und Schriftstellers. Erstmals wurde der mit 40.000 Euro dotierte ‘Fontane-Literaturpreis der Fontanestadt Neuruppin und des Landes Brandenburg‘ als Stipendium verliehen. Das Land unterstützt das Fontane-Jahr mit insgesamt 2 Millionen Euro.
  • Seit diesem Jahr gilt auch der neue Theater- und Orchesterrahmenvertrag. Mit dem bundesweit einmaligen neuen Finanzierungsschlüssel erhalten die Theater und Orchester erstmalig langfristig Planungssicherheit und die Kommunen werden nachhaltig entlastet. Das Land trägt künftig 50 Prozent der Finanzierung, 30 Prozent kommen aus der Theater-und Orchesterpauschale des Finanzausgleichsgesetzes, 20 Prozent von den Kommunen. Die Theater und Orchester erhalten vom Land in diesem Jahr 28 Millionen Euro, 7 Millionen Euro mehr als bisher.
  • Das Land Brandenburg hat seine Unterstützung der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten von 2,4 Millionen (2014) auf 3,1 Millionen Euro (2019) erhöht. Weitere rund 200.000 Euro stehen für die Stiftung Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam sowie 600.000 Euro für Baumaßnahmen der Stiftung bereit. Seit 2014 stiegen die jährlichen Zuwendungen des Landes von rund 3,1 Millionen Euro auf 3,9 Millionen Euro.
  • Die Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte mit Sitz in Potsdam wird zu einem Brandenburgischen Zentrum für die Vermittlung von Landesgeschichte und Kultur umgebaut – dafür wurden 2018 die Weichen gestellt. Die Zahl der Beschäftigten wird bis 2024 auf 26 Stellen fast verdoppelt und die Förderung des Landes von 2 Millionen Euro auf 2,5 Millionen Euro jährlich ab 2024 erhöht. Weitere 3,7 Millionen Euro stehen für den Umbau am Potsdamer Kutschstall bereit.
  • Das Land hat in den vergangenen Jahren mit einer Reihe von Maßnahmen dazu beigetragen, die Traditionen, Kultur und Sprache der nationalen Minderheit der Sorben/Wenden besser zu schützen: Im Jahr 2014 wurde das Sorben/Wenden-Gesetz erstmals novelliert, 2015 fanden die ersten direkten Wahlen für den Rat für Angelegenheiten der Sorben/Wenden beim Landtag statt, 2016 wurde der Landesplan zur Stärkung der niedersorbischen Sprache verabschiedet, 2017 wurde die jährliche Förderung der Stiftung für das sorbische Volk auf 3,1 Millionen Euro erhöht  und 2018 wurde erstmals der ‘Mina Witkojc-Preis‘ des Landes für sorbisches/wendisches sprachliches Engagement vergeben.

Deutlich verstärkt wurden in den vergangenen Jahren auch die Förderung der Kulturverbände, der Musikkultur Rheinsberg, der Freien Theater, der Museen im Rahmen des Programms ‘Kulturelle Anker‘, der Förderprogramme für Kulturelle Bildung, Partizipation und Integration, der Zeitgenössischen Musik und der Popularmusik sowie von Künstlerinnen und Künstlern, etwa im Rahmen von Stipendien und Atelierförderungen. Neu gefördert werden seit dieser Legislaturperiode Projekte zum Erhalt der Regionalsprache Niederdeutsch sowie der Landesverband der Sinti und Roma Berlin-Brandenburg.

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