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29.06.2019‘Carl Heinrich von Heineken in Dresden und auf Schloss Altdöbern‘

Neues Fenster: Bild - Schloss Altdöbern - vergrößern Schloss Altdöbern © Brandenburgische Schlösser GmbH

Kulturministerin Martina Münch hat heute bei einer Buch-Vorstellung in Altdöbern (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) Schloss und Park Altdöbern als bedeutendes Kulturerbe des Landes gewürdigt. „Das Schloss- und Park-Ensemble Altdöbern gehört nicht nur zu den bedeutendsten erhaltenen Anlagen des sächsischen Barock – es war im 18. Jahrhundert auch eine wichtige Brücke für Kunst- und Kulturtransfers zwischen Dresden und Potsdam und steht damit auch in besonderer Weise für die oft fruchtbare aber nicht immer spannungsfreie Beziehung zwischen Preußen und Sachsen. Dank des Engagements der Brandenburgischen Schlösser GmbH konnten Schloss und Park Altdöbern in den vergangenen 20 Jahren nicht nur vor dem Verfall gerettet und umfassend restauriert werden – die Anlage wurde in den vergangenen Jahren auch mit zahlreichen Veranstaltungen wiederbelebt und trägt als Einsatzstelle der Internationalen Jugendbauhütte zu internationalen Begegnungen bei“, so Münch. „Die Brandenburgische Schlösser GmbH hat seit den 1990er Jahren zahlreiche historisch bedeutende und besonders bedrohte Schlösser und Parkanlagen im Land Brandenburg vor dem Verfall gerettet, saniert und mit Leben gefüllt. Die meisten dieser Schlossanlagen haben sich inzwischen zu Schmuckstücken entwickelt und können sich sehen lassen. Ich danke der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sehr herzlich für ihr jahrzehntelanges herausragendes und bundesweit einmaliges Engagement im Land Brandenburg – ohne ihre Hilfe hätten die betreffenden Schlösser und Gärten nicht gesichert und entwickelt werden können. Mit der neuen Vereinbarung zwischen der Stiftung und dem Land wollen wir dafür sorgen, dass die Schlösser und Parks – darunter auch Altdöbern – in den nächsten Jahren in eine nachhaltige denkmalgerechte Eigentümer- und Trägerschaft überführt und somit langfristig gesichert werden.“

Die Publikation ‘Carl Heinrich von Heineken in Dresden und auf Schloss Altdöbern‘ widmet sich der Geschichte von Schloss und Park in Altdöbern sowie dem Wirken von Carl Heinrich von Heineken. Er war ein enger Vertrauter und Privatsekretär von Heinrich Graf von Brühl. Im Jahr 1747 wurde er Direktor des sächsischen königlich-kurfürstlichen Kupferstichkabinetts und ließ den Grafik- und Zeichnungsbestand des Kabinetts erheblich vergrößern. 1764 zog sich von Heineken nach Altdöbern zurück und widmete sich dort intensiv seinen kunstwissenschaftlichen Forschungen. Das Buch der beiden Autoren Martin Schuster und Thomas Ketelsen wurde von der Carl Heinrich von Heineken Gesellschaft e.V. herausgegeben. Das Kulturministerium unterstützte den Druck des Buches mit 5.000 Euro.

Schloss und Park Altdöbern entstanden in den Jahren 1717 und 1718 im barocken Stil. Sein prominentester Bewohner, der Kunstgelehrte Carl Heinrich von Heineken (1707–1791), ließ das Schloss von Mitte bis Ende des 18. Jahrhunderts prunkvoll ausbauen, von namhaften sächsischen Hofkünstlern umgestalten und den Garten um das Sechsfache vergrößern. Er wandelte Altdöbern in ein Mustergut um. Mit den Beschlüssen des Wiener Kongresses fiel die Niederlausitz und damit auch Altdöbern im Jahr 1815 an das Königreich Preußen. Nach 1945 wurde das Schloss bis 1974 als Kinder- und Altenheim genutzt, danach stand es jahrzehntelang leer. Im Jahr 1996 übernahm die Brandenburgische Schlösser GmbH die Anlage. Seit 2009 ist der Schlosspark Altdöbern Einsatzstelle der Internationalen Jugendbauhütte Gartendenkmalpflege der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, bei der sich junge Menschen aus dem In- und Ausland im Rahmen von Freiwilligendiensten für die Wiederherstellung und Pflege des Parks engagieren. Seit 1996 wurden insgesamt rund 13,7 Millionen Euro in das Gebäude, 1 Million Euro in die Parkanlage und 1,2 Millionen Euro in die Jugendbauhütte investiert.

Die Brandenburgische Schlösser GmbH wurde 1992 vom Land Brandenburg und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) gegründet. Aufgabe der Gesellschaft war und ist es, die denkmalgerechte Sanierung, Erhaltung und Pflege von Herrenhäusern und Schlössern mit den dazugehörigen Parkanlagen zu organisieren sowie für den langfristigen Erhalt der Anlagen zu sorgen. Die beiden Gesellschafter der BSG – die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und das Land Brandenburg – haben sich kürzlich darauf verständigt, die verbliebenen zehn Schloss- und Parkanlagen in eine nachhaltige denkmalgerechte Eigentümerschaft und Nutzung zu überführen. Die BSG soll laut Vereinbarung ihren Immobilienbesitz bis 2022 unter Wahrung der denkmalpflegerischen Belange und unter Berücksichtigung der geplanten Nutzung an geeignete Interessenten verkaufen. Voraussetzung für den Verkauf: Die Käufer müssen die denkmalpflegerischen Anforderungen erfüllen und die öffentliche Zugänglichkeit der Parkanlagen gewährleisten. Zur Unterstützung des neuen Arbeitsschwerpunktes stellt das Land der BSG in den Jahren 2019 und 2020 jährlich bis zu 910.000 Euro zur Verfügung.

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