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20.06.2019Brandenburgisches Landeshauptarchiv wird 70

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Kulturministerin Dr. Martina Münch hat heute in ihrer Rede das Brandenburgische Landeshauptarchiv anlässlich des 70-jährigen Jubiläums als „Gedächtnis des Landes und der Region“ gewürdigt. „Archive bewahren seit jeher umfangreiche Zeugnisse unserer Geschichte. Sie sind damit nicht nur das Gedächtnis einer Gesellschaft, sondern zugleich zentrale Quellen für das Verständnis unserer Vergangenheit und Gegenwart. Sie geben Orientierung in einer zunehmend komplexer werdenden Gesellschaft und können wichtige Wegweiser für die Gestaltung unserer Zukunft sein. Dafür steht auch das Brandenburgische Landeshauptarchiv in besonderer Weise – etwa durch seine Kooperation mit dem Holocaust Memorial Museum, mit dem das Archiv zur Aufarbeitung des millionenfachen Völkermordes an den Juden und der Verfolgung und Ermordung weiterer Gruppen und Menschen im Nationalsozialismus beiträgt. Der 2016 eröffnete Standort im Wissenschaftspark Potsdam-Golm eröffnet dem Landeshauptarchiv in enger Nachbarschaft mit der Universität, außeruniversitären Forschungsinstituten und forschungsnahen Unternehmen zudem ein großes Potenzial in der wissenschaftlichen Zusammenarbeit“, so Ministerin Münch. „Ich freue mich insbesondere, dass das Landeshauptarchiv heute – sieben Jahrzehnte nach seiner Gründung – die ersten online recherchierbaren Akten öffentlich zugänglich gemacht hat. Das ist ein wichtiger Meilenstein bei der erforderlichen Digitalisierung und der Entwicklung neuer, insbesondere virtueller Zugänge zum weltweiten Wissen.“

Am Festakt auf Einladung des Direktors des Brandenburgischen Landeshauptarchivs, Prof. Klaus Neitmann, nahmen unter anderem die Direktoren der Landes- bzw. Staatsarchive in Deutschland sowie der Direktor des Polnischen Staatsarchivs in Gorzów Wielkopolski, Prof. Dariusz Rymar, teil. Die Festrede hielt der Präsident des Landesarchivs Baden-Württemberg, Prof. Gerald Maier. Anlässlich des Jubiläums werden die ersten 1.788 online recherchierbaren digitalisierten Akten mit insgesamt rund 463.000 Seiten aus den Jahren 1767 bis 1945 freigeschaltet. Der Bestand umfasst umfangreiches Quellenmaterial zur Bau- und Denkmalforschung, unter anderem von Schlössern der Berlin-Potsdamer Schlösserlandschaft sowie Kirchen und Klöstern. Die Digitalisierung und Bereitstellung weiterer rund 10.000 Akten soll bis zum Sommer 2020 abgeschlossen sein.

Das am 21. Juni 1949 gegründete Brandenburgische Landeshauptarchiv ist als nachgeordnete Einrichtung des Kultur- und Wissenschaftsministeriums für alle archivwürdigen Unterlagen zuständig, die bei Verfassungsorganen, Behörden, Gerichten und sonstigen Stellen des Landes und deren Vorgängern entstehen. Das Archiv mit seinen rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erschließt die Bestände, stellt sie für eine vielfältige Nutzung zu amtlichen, geschichtswissenschaftlichen, orts- und familiengeschichtlichen, publizistischen oder Bildungszwecken bereit und wirkt an der Erforschung und Darstellung der Landesgeschichte mit. Die vom Landeshauptarchiv verwahrte Überlieferung hat einen Umfang von mehr als 50 laufenden Kilometern. Sie setzt im 12. Jahrhundert ein – das älteste Dokument ist eine Urkunde des ersten brandenburgischen Markgrafen Albrecht des Bären von 1160 – und reicht mit Akten der Landesregierung bis in den Anfang des 21. Jahrhunderts. Das Landeshauptarchiv hat 2016 ein modernes Archiv-, Werkstatt- und Bürogebäude im Wissenschaftspark Golm bezogen. Das Land stellt dem Archiv in diesem Jahr rund 9 Millionen Euro für seine Arbeit zur Verfügung.

Weitere Informationen finden sich in der Anlage sowie unter www.blha.brandenburg.de.

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