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10.05.2019Bücherverbrennung erinnert an frühes NS-Unrecht

Neues Fenster: Bild - Martina Münch - vergrößern ©Die Hoffotografen GmbH

Kulturministerin Martina Münch erinnert heute an den 86. Jahrestag der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933. „Im Jahr 1933 übernahmen in Deutschland die Nationalsozialisten die Regierungsgewalt: Binnen weniger Monate beseitigten sie in einem rasenden Tempo Demokratie und Rechtsstaatlichkeit und bahnten damit den Weg, der in die europäische Katastrophe führte und in Auschwitz seinen Höhepunkt fand. Die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 und die damit einhergehende Ausgrenzung und Verfemung von Andersdenkenden war ein frühes Warnsignal für die noch folgenden Kulturbrüche der NS-Diktatur – es wurde nicht gehört. Sie bildete den Auftakt für die systematische Verfolgung jüdischer, pazifistischer und anderer oppositioneller oder politisch unliebsamer Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Auch nach 86 Jahren fordern die Ereignisse des Jahres 1933 zur Erinnerung und zur Auseinandersetzung auf. Gerade junge Menschen sollen für Mechanismen eines Unrechtssystems sensibilisiert werden – und damit auch für die Notwendigkeit, sich aktiv für Freiheit, Demokratie, Rechtstaatlichkeit und Toleranz einzusetzen.

Kulturministerin Münch nimmt am 24. Mai an einer Lesung zum Gedenken an die Bücherverbrennung unter dem Motto ‘Holt die Bücher aus dem Feuer‘ im Rahmen des ersten Literaturfestivals für Kinder und Jugendliche in Cottbus teil.

Auf die Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 folgten weitere Schritte zur Festigung ihrer Herrschaft: Am Abend des 10. Mai 1933 verbrannten die Nationalsozialisten in Berlin und 20 weiteren deutschen Universitätsstädten die Bücher von zahlreichen Autoren. Die ‘Bücherverbrennungen‘ bildeten den Abschluss einer wochenlang vorbereiteten ‘Aktion wider den undeutschen Geist‘. Auf den ‘schwarzen Listen des schädlichen und unerwünschten Schrifttums‘ standen unter anderem Werke von Karl Marx, Sigmund Freud, Bertolt Brecht, Heinrich und Klaus Mann, Alfred Döblin, Stefan Zweig, Lion Feuchtwanger, Erich Maria Remarque, Erich Kästner, Carl von Ossietzky sowie Kurt Tucholsky und Joachim Ringelnatz.

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