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08.05.2019Fontane-Literaturpreis 2019 geht an Peggy Mädler

Neues Fenster: Bild - Fontane-Preis an Peggy Mädler - vergrößern © Jan Konitzki

Die Autorin Peggy Mädler erhält den erstmals gemeinsam vergebenen ‘Fontane-Literaturpreis der Fontanestadt Neuruppin und des Landes Brandenburg‘. Das hat die Jury beschlossen. In der Begründung heißt es dazu unter anderem: „Peggy Mädler hat sich in ihrem jüngsten Roman auf eine Reise durch die Zeiten und Landschaften begeben. In literarischer Perfektion beschreibt sie Land und Leute, ihre Seele und ihre Sehnsüchte, ihre Prägungen und ihr Scheitern – ganz in der Tradition Theodor Fontanes. Sie braucht dabei nur wenige knappe Striche, um erzählerische Wucht zu entfalten.“ Der mit 40.000 Euro dotierte Preis wird von Brandenburgs Kulturministerin Dr. Martina Münch und dem Bürgermeister der Fontanestadt Neuruppin, Jens-Peter Golde, am 31. Mai 2019 anlässlich der Eröffnung der Fontane-Festspiele 2019 in Neuruppin feierlich verliehen.

Kulturministerin Martina Münch: „Ich freue mich, dass wir gemeinsam mit Neuruppin in diesem Jahr erstmals den Fontane-Literaturpreis für besondere literarische Leistungen vergeben können. Damit würdigen wir nicht nur den märkischen Schriftsteller Fontane, sondern fördern auch begabte zeitgenössische Autorinnen und Autoren, die bereits erste Veröffentlichungen realisiert haben, bei ihren Folgeprojekten. Der 1819 in Neuruppin geborene Theodor Fontane ist einer der wichtigsten deutschen Schriftsteller und trägt mit seinem Werk bis heute wesentlich zur Identitätsbildung im Land Brandenburg bei. Bei den Jubiläumsveranstaltungen zu seinem 200. Geburtstag wird nicht nur seine Person gewürdigt, sondern auch ein Blick hinter die Kulissen seiner Arbeit geworfen und sein Werk im Spiegel des 21. Jahrhunderts neu entdeckt und reflektiert.“

Bürgermeister Jens-Peter Golde: „Es freut mich sehr, dass wir die Tradition zur Vergabe des Fontane-Literaturpreises, die in der Fontanestadt Neuruppin vor 25 Jahren aufgenommen wurde, von nun an gemeinsam mit dem Land Brandenburg weiterpflegen. Diese Kooperation macht den Fontane-Preis nicht nur ideell, sondern auch materiell zu einem der begehrtesten Literaturpreise Deutschlands, dessen Vergabe in der Fontanestadt Neuruppin uns eine große Ehre ist. Die alle zwei Jahre stattfindenden Fontane-Festspiele, zu deren Auftakt die feierliche Preisverleihung stattfindet, schaffen einen angemessenen Rahmen und erfahren zugleich selbst eine weitere Aufwertung.“

Mit dem in diesem Jahr erstmals gemeinsam vergebenen Fontane-Literaturpreis wollen das Land Brandenburg und die Fontanestadt Neuruppin künftig alle zwei Jahre Autorinnen und Autoren künstlerischer Literatur fördern, die in Brandenburg wirken und bereits einen ersten literarischen Erfolg erreichen konnten. Der Preis wird als Stipendium über 24 Monate bereitgestellt. Die Preisträgerin wurde von einer externen Jury ausgewählt. Zur Jury gehören die freie Autorin und Reporterin Nadine Kreuzahler, die gleichzeitig auch Juryvorsitzende ist, sowie der Vorsitzende des Geschäftsführenden Vorstands der Theodor Fontane Gesellschaft, Prof. Dr. Roland Berbig, der Leiter des Kurt-Tucholsky-Literaturmuseums Rheinsberg, Dr. Peter Böthig, der Geschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels Landesverband Berlin-Brandenburg e.V., Detlef Bluhm, und die brandenburgische Landesvorsitzende des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in der Gewerkschaft ver.di, Carmen Winter. Die Teilnahme an der Preisverleihung am 31. Mai 2019, ab 19.00 Uhr, in der Kulturkirche Neuruppin ist kostenlos. Es wird um Anmeldung bei Mario Zetzsche in der Stadtverwaltung Neuruppin unter mario.zetzsche@stadtneuruppin.de gebeten.

Peggy Mädler wurde 1976 in Dresden geboren. Sie hat in Berlin Theater-, Erziehungs- und Kulturwissenschaften studiert und im Jahr 2008 in den Kulturwissenschaften promoviert. Sie arbeitet als freie Dramaturgin und Autorin und ist Mitbegründerin der Künstlerformation ‘Labor für kontrafaktisches Denken‘. Im Jahr 2011 erschien ihr erster Roman ‘Legende vom Glück des Menschen‘ im Verlag Galiani Berlin, 2019 der Roman ‘Wohin wir gehen‘. Das Brandenburgische Literaturbüro organisiert in diesem Jahr mehrere Lesungen mit der Preisträgerin:

  • 1. Juni, 15 Uhr: Altes Gymnasium, Am Alten Gymnasium 1-3, 16816 Neuruppin (im Rahmen der Fontane-Festspiele)
  • 4. August, 18 Uhr: 14778 Golzow (im Rahmen des  ‘Golzower Literatursommers‘)
  • 1. September, 11 Uhr: Villa Quandt, Große Weinmeisterstr. 46/47, 14469 Potsdam
  • 4. September, 19 Uhr: Kleist-Museum, Faberstr. 6-7, 15230 Frankfurt (Oder)
  • 5. September, 19.30 Uhr: Bibliothek, Kirchplatz 7, 15806 Zossen
  • 19. September, 19 Uhr: Vertretung des Landes Brandenburg beim Bund, In den Ministergärten 3, 10117 Berlin

Der Fontane-Preis hat mehrere Vorgänger. Er wurde erstmals von 1913 bis 1922 vergeben, unter anderen an Annette Kolb, Leonhard Frank, Carl Sternheim und Alfred Döblin. Nach 1949 gab es zwei Fontane-Preise: Den Westberliner Preis erhielten unter anderen Hermann Kasack, Peter Huchel, Uwe Johnson, Arno Schmidt, Günter Grass, Wolf Biermann und Wolfgang Hilbig. Den Preis des DDR-Bezirks Potsdam erhielten beispielsweise Walter Kaufmann, Christa Wolf und Helga Schütz. Im Jahr 1994 wurde der Fontane-Literaturpreis von Theodor Fontanes Geburtsstadt Neuruppin neu gestiftet, seit 2010 wurde er im Zwei-Jahres-Rhythmus vergeben. Zu den Preisträgern gehören etwa Lutz Seiler, Moritz von Uslar, Christoph Ransmayr und Josef Bierbichler.

Theodor Fontane, geboren 1819 in Neuruppin und gestorben 1898 in Berlin, zählt zu den wichtigsten Vertretern des literarischen Realismus. Mit seinen Werken wie ‘Effi Briest‘, ‘Der Stechlin‘ und ‘Irrungen, Wirrungen‘ spiegelte er hintergründig die preußische Gesellschaft des 19. Jahrhunderts. Wie kein anderer Autor hat er die Identität Brandenburgs geprägt und das Bild der Region weit über deren Grenzen hinaus vermittelt, insbesondere mit seinen ‘Wanderungen durch die Mark Brandenburg‘. Neben den bekannten Romanen, Novellen und Gedichten gehören auch Reise- und Kriegsberichte, Reportagen, Literaturrezensionen sowie Kunst- und Theaterkritiken zum umfangreichen Schaffen Fontanes.

Unter dem Titel ‘fontane.200‘ präsentieren in diesem Jahr zahlreiche Programmpartner aus Kultur, Bildung und Wissenschaft im ganzen Land ein breit gefächertes Programm mit mehr als 400 Veranstaltungen zum 200. Geburtstag des Dichters und Schriftstellers. Im Zentrum des Jubiläumsjahres steht die Fontanestadt Neuruppin mit einer großen Leitausstellung im Museum Neuruppin, den Fontane Festspielen, interaktiven Jugendprojekten, einem Bildungs- und Vermittlungsprogramm für Brandenburger Schulen sowie einem umfangreichen Rahmenprogramm. Zu den weiteren Höhepunkten gehören eine Sonderausstellung im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam, die Einblicke in Fontanes Reisen und Schreiben gibt, das Themenjahr von Kulturland Brandenburg mit mehr als 40 Projektpartnern sowie ein internationaler wissenschaftlicher Kongress des Theodor-Fontane-Archivs zur Bedeutung der Medien für Fontanes Werk. Das Programm zum Jubiläum wurde offiziell am 30. März in Neuruppin eröffnet und dauert bis zu Fontanes Geburtstag am 30. Dezember 2019. Das Land unterstützt das Fontane-Jahr mit insgesamt rund 1,87 Millionen Euro.

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