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26.03.2019Gedenkort Jamlitz erinnert an NS-Verbrechen

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Kulturministerin Martina Münch hat heute am Rande der ‘Kabinett vor Ort‘-Sitzung im Landkreis Dahme-Spreewald die KZ-Gedenkstätte Jamlitz besucht und als wichtigen Ort der Erinnerung, des Gedenkens und der Aufarbeitung gewürdigt. „Im Außenlager Lieberose des KZ Sachsenhausen mussten bis zu 10.000 Häftlinge, in der Mehrzahl Juden, unter mörderischen Bedingungen Zwangsarbeit leisten, unzählige starben aufgrund der Haftbedingungen oder wurden ermordet. In Jamlitz, aber auch allen anderen Gedenkorten im Land, wird man konkret und unmittelbar an individuelle Schicksale und unzähliges Leid erinnert und kann sich kritisch mit den fürchterlichen Auswirkungen des Nationalsozialismus sowie den Folgen der Sowjet- und DDR-Diktatur auseinandersetzen. Vor dem Hintergrund der schwindenden Zeitzeugen und einer sich durch Zuzug verändernden Gesellschaft müssen künftig verstärkt zeitgemäße Vermittlungsformate und neue Zugänge zu diesem wichtigen Thema entwickelt werden. Deshalb werden wir den Gedenkort in Jamlitz weiter ausbauen“, so Münch. „Gedenk- und Erinnerungsorte wie in Jamlitz haben eine herausgehobene Bedeutung in der Erinnerungskultur des Landes. Diese Orte sind eine Mahnung, was passiert, wenn einer Gesellschaft Menschlichkeit, Empathie und Toleranz verloren gehen. Und sie machen deutlich, dass Freiheit, Demokratie, Menschenrechte und Rechtstaatlichkeit in unserem Land nicht verhandelbar sind. Dafür lohnt es sich auch in Zukunft mit aller Entschlossenheit und Kraft zu kämpfen.“

Das Außenlager Lieberose des KZ Sachsenhausen in Jamlitz wurde 1943 während des Aufbaus des SS-Truppenübungsplatzes ‘Kurmark‘ errichtet. Bis zu 10.000 Häftlinge, darunter überwiegend Juden, mussten hier bis zur Auflösung des Lagers Anfang Februar 1945 unter mörderischen Bedingungen Zwangsarbeit leisten. Arbeitsunfähige wurden nach Auschwitz deportiert. Bei der Auflösung des Lagers Anfang Februar 1945 wurden 1.342 kranke und marschunfähige Häftlinge von der SS erschossen. Rund 1.500 Häftlinge trieb die SS auf einen etwa 200 Kilometer langen Todesmarsch in das Hauptlager Sachsenhausen, in dessen Verlauf weitere Häftlinge umkamen oder erschossen wurden. Nach der Ankunft im Hauptlager selektierte die SS erneut hunderte Häftlinge und ermordete sie.

An der Stelle des früheren KZ-Außenlagers befindet sich seit 2003 eine Dokumentationsstätte mit einer Freiluftausstellung zum Konzentrationslager sowie zum 1945 vom sowjetischen Geheimdienst NKWD eingerichteten Speziallager Nr. 6 Jamlitz, in dem bis 1947 mehr als 10.000 Personen inhaftiert waren. Die Dokumentations- und Gedenkstätte Jamlitz-Lieberose ist im vergangenen Jahr mit Unterstützung des Kulturministeriums um einen Gedenkort für die Opfer des Massakers vom Februar 1945 erweitert worden.

Die Landesregierung macht im Rahmen des im vergangenen Jahres gestarteten Formates ‘Kabinett vor Ort‘ in allen 18 Landkreisen und kreisfreien Städten Station, um mit Landräten und Oberbürgermeistern über aktuelle Herausforderungen zu sprechen. In den heutigen Beratungen zwischen der Landesregierung und dem Landkreis Dahme-Spreewald ging es unter anderem um den Flughafen BER und die Entwicklung des Flughafenumfeldes. Weitere Themen waren unter anderem die Gesundheitsversorgung in den ländlichen Regionen des Landkreises sowie der aktuelle Stand zum weiteren Umgang mit den Schlössern Lieberose und Fürstlich-Drehna in der Brandenburgischen Schlösser GmbH. Das nächste ‘Kabinett vor Ort‘-Treffen findet am 09. April im Landkreis Havelland statt.

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