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14.02.2019Künstlernachlass im Kulturministerium

Der Countdown läuft: Am 21. Februar 2019 endet die Ausstellung ‘Hans-Otto Gehrcke – Maler und Segler‘ mit 57 Gemälden aus dem Nachlass des Fercher Malers im Kulturministerium in Potsdam. Der Ausstellungskurator Thomas Kumlehn und die Kunsthistorikerin Annette Purfürst bieten am Mittwoch, den 20. Februar, um 15.00 Uhr, eine Führung durch die Ausstellung an. Die Nachlasshalterin Erika Bauer wird anwesend sein. Die Führung ist kostenlos, Voraussetzung für die Teilnahme ist jedoch eine vorherige Anmeldung per E-Mail unter private-kuenstlernachlaesse-brandenburg@email.de oder telefonisch unter 01573 – 264 46 46.

Kulturministerin Martina Münch würdigt das Werk von Hans-Otto Gehrcke und das Engagement des Vereins ‘Private Künstlernachlässe im Land Brandenburg‘. „Im Mittelpunkt der Werke von Hans-Otto Gehrcke steht die havelländische Landschaft mit ihren Wäldern, Feldern, Seen, Flüssen und Kanälen. Zu seinen häufigen Bildmotiven zählen Einblicke in seinen Garten und Ausblicke auf den Schwielowsee. Seine überwiegend naturverbundenen Werke in Öl, Pastell und Aquarell sind geprägt von den Strömungen des französischen und deutschen Impressionismus. Gemeinsam mit anderen Künstlerinnen und Künstlern wie Arthur Borghard, Theo von Brockhusen und Karl Hagemeister gehört er zur ‘Havelländischen Malerkolonie‘“, so Ministerin Münch. „Die Ausstellung unterstreicht die Bedeutung von Künstlernachlässen für die regionale Kultur- und Kunstgeschichte sowie für die Identität vor Ort. Ich danke dem Verein ‘Private Künstlernachlässe im Land Brandenburg‘ für sein großes Engagement zur Erfassung, Bewahrung und Präsentation privater Nachlässe oftmals wenig bekannter brandenburgischer Künstlerinnen und Künstler. Das digitale Angebot des Vereins ermöglicht nicht nur eine breite Zugänglichkeit, sondern ist auch eine sehr gute Arbeitsgrundlage für wissenschaftliche Arbeiten, die weitere Rezeption und neue Ausstellungsvorhaben. Ich freue mich, dass wir neben den Werken zeitgenössischer Kunst – die wir sonst im Kulturministerium ausstellen – diesmal einen Blick in die Bildende Kunst der 1920er bis 1960er Jahre in Brandenburg präsentieren können. Die aktuelle Ausstellung macht deutlich, dass Brandenburg schon seit Jahrzehnten Künstlerinnen und Künstler inspiriert und anzieht.“

Die Ausstellung im Kulturministerium ist bis zum 21. Februar 2019, montags bis freitags, von 7.00 Uhr bis 17.30 Uhr, geöffnet. Der Eintritt ist frei. Das digitale Nachlassverzeichnis des Künstlers Hans-Otto Gehrcke kann vor Ort eingesehen werden. Einige der ausgestellten Gemälde sind mit einem QR-Code verlinkt, über den Besucherinnen und Besucher Zugang zur Datenbank und weiteren Informationen erhalten. Das Verzeichnis entstand in Zusammenarbeit mit der Nachlasshalterin Erika Bauer und der Kunsthistorikerin Annette Purfürst.

Der 1896 im niedersächsischen Langelsheim geborene und 1988 in Ferch gestorbene Hans-Otto Gehrcke begann 1914 das Studium der Malerei an der Königlichen akademischen Hochschule für die bildenden Künste in Berlin bei Friedrich Kallmorgen. Nach dem Ersten Weltkrieg und Kriegsgefangenschaft nahm er das Studium 1919 wieder auf – diesmal in der Landschaftsklasse von Olof Jernberg, der seine Studenten mit der französischen Schule von Barbizon und dem Impressionismus bekannt machte. Studienreisen führten Gehrcke nach Süddeutschland, an die Ostsee und in die Schweiz. Sowohl das Früh- als auch das Spätwerk von Hans-Otto Gehrcke blieben impressionistisch geprägt. Seit 1927 lebte und arbeitete er in Ferch. Seine Bilder finden sich unter anderem im Sammlungsbestand des Potsdam-Museums und in der Stiftung Stadtmuseum in Berlin. In der Ausstellung wird ein zeitlicher Bogen von Gehrckes Frühwerk der 1920er Jahre bis zum Spätwerk der 1960er Jahre gespannt, gebunden an die thematisch-motivische Zwiesprache zwischen dem sesshaften Fercher und dem in die Ferne strebenden Segler Gehrcke.

Der Verein ‘Private Künstlernachlässe im Land Brandenburg‘ wurde 2015 offiziell gegründet. Mit dem bereits 2011 gestarteten Pilotprojekt ‘Mobiler-Nachlass-Service‘ werden private Nachlass- und Werkverzeichnisse von bildenden Künstlern aus Brandenburg digital erfasst, dokumentiert und online präsentiert. Die Verzeichnisse bieten neben den Metadaten der Werke auch Angaben zur Provenienz sowie Verknüpfungen zwischen den einzelnen Werken und ihrer Rezeptionsgeschichte in Ausstellungen und Publikationen. Zudem sind umfangreiche biografische Angaben der Künstlerinnen und Künstler Teil der Datenbank. Aktuell sind 15 Nachlass- und Werkverzeichnisse von 13 Künstlerinnen und Künstlern online unter www.private-kuenstlernachlaesse-brandenburg.de veröffentlicht. Das Land hat den Verein im vergangenen Jahr mit 25.000 Euro gefördert.

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur zeigt regelmäßig Ausstellungen in seinen Räumen. Zuletzt waren die Ausstellungen ‘Schattenrisse‘ der Grüneberger Fotokünstlerin Kathrin Karras und ‘Strodisign‘ mit textilen Objekten des Vereins ‘landmade.Kulturversorgungs­raum‘ aus dem havelländischen Strodehne zu sehen. Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst Cottbus-Frankfurt (Oder) präsentierte Werke aus seinem Bestand unter dem Titel ‘Von (Wesens)Verwandtschaften und (Gleich)Artigkeiten‘.

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