03.12.2018Stiftung Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam feiert zehnjähriges Jubiläum

Neues Fenster: Bild - Leistikowstraße - vergrößern ©Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam

Kulturministerin Martina Münch würdigt die Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der gleichnamigen Stiftung als wichtigen Ort der Erinnerung und Aufarbeitung. „Es gibt wenige Haftanstalten, die in so beklemmender Authentizität erhalten geblieben sind, wie das ehemalige Gefängnis des sowjetischen Geheimdienstes in der Leistikowstraße 1. Noch heute zeugen erhaltene Haftzellen mit originalen Holzpritschen, Karzer, zugemauerte Fenster sowie die Reste der Sperranlagen von der einstigen Nutzung. An den Kellerwänden sind zahlreiche Inschriften erhalten, die eindrücklich die Entrechtung und Isolation der Häftlinge widerspiegeln. Die Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße trägt mit ihren Angeboten maßgeblich dazu bei, Besucherinnen und Besuchern die Geschichte dieses Ortes nahezubringen und das Gedenken an die Opfer zu bewahren.

In der Leistikowstraße 1 befand sich von August 1945 bis zur Auflösung des KGB im Jahr 1991 das zentrale Untersuchungsgefängnis der sowjetischen militärischen Spionageabwehr. Es war Teil der ehemaligen sowjetischen Geheimdienststadt ‘Militärstädtchen Nr. 7‘, die nach dem Zweiten Weltkrieg in der Nauener Vorstadt Potsdams auf einer Fläche von rund 16 Hektar mit mehr als 100 Gebäuden entstand. Im Kernbereich befand sich eine Hochsicherheitszone mit Hauptquartier und dem Untersuchungsgefängnis. Bis 1955 wurden dort Menschen unterschiedlicher Nationalität festgehalten, ohne Rechtsbeistand verhört, misshandelt und zu hohen Haftstrafen oder zum Tode verurteilt. Die Basis der Urteile durch sowjetische Militärtribunale bildeten erpresste Geständnisse. Ab 1955 hielt der sowjetische Geheimdienst ausschließlich sowjetische Militärangehörige oder Zivilangestellte der sowjetischen Truppen dort fest.

Im Jahr 2008 wurde die Stiftung Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße gegründet, die von der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten treuhänderisch verwaltet wird. Stifter ist der Evangelisch-Kirchliche Hilfsverein (EKH) als Eigentümer des ehemaligen Untersuchungsgefängnisses. Seit April 2012 informiert die Dauerausstellung „Sowjetisches Untersuchungsgefängnis Leistikowstraße Potsdam“ über die Geschichte des Haftortes und das Schicksal der Häftlinge. Das Land und der Bund fördern die Stiftung in diesem Jahr mit je 150.000 Euro. Das Jubiläum der Stiftung wird am Samstag, den 08. Dezember mit einer Festveranstaltung und einem Tag der offenen Tür begangen. Der Chef der Staatskanzlei, Martin Gorholt, wird ein Grußwort sprechen.

Weitere Informationen:

www.gedenkstaette-leistikowstrasse.de

www.stiftung-bg.de

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