22.11.2018Brandenburgische Postdoc-Preise 2018 verliehen

Neues Fenster: Bild -  - vergrößern Stock, Priber, Ministerin, Dietrich, Grötschel (v.l.n.r.)

Wissenschaftsministerin Martina Münch hat heute in Potsdam die diesjährigen Postdoc-Preise verliehen. Bereits zum 12. Mal würdigt das Land Brandenburg exzellente Forschungsleistungen herausragender wissenschaftlicher Nachwuchskräfte der Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen durch die Vergabe eines Landespreises. Aufgrund ihrer hervorragenden Forschungen erhalten den diesjährigen Postdoc-Preis der Historiker Dr. Christian Dietrich von der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) und der Chemiker Dr. Bartholomäus Pieber vom Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam-Golm. Auf dem Festakt eröffnete Ministerin Münch offiziell das ‘Brandenburgische Netzwerk für die Karriereentwicklung promovierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler‘.

Wissenschaftsministerin Münch gratulierte den beiden Preisträgern: „Mit der Auszeichnung von herausragenden Nachwuchsforscherinnen und -forschern wollen wir die außerordentliche Bedeutung junger Wissenschaftler für unser Land deutlich machen. Das Auswahlverfahren für die diesjährigen Postdoc-Preisträger hat einmal mehr die enormen Potenziale wissenschaftlicher Nachwuchstalente im Land Brandenburg gezeigt. Christian Dietrich und Bartholomäus Pieber haben exzellente Forschungsleistungen erbracht – ich hoffe, dass die Auszeichnung eine Motivation für die erfolgreiche Fortsetzung ihrer wissenschaftlichen Karriere ist.“ Ministerin Münch verwies in ihrer Rede auf die Bedeutung des wissenschaftlichen Nachwuchses für die Zukunftsfähigkeit Brandenburgs. „Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler treiben die wissenschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung voran, bilden hoch qualifizierte Arbeitskräfte aus und tragen dazu bei, dass wir in der globalen Wissensgesellschaft erfolgreich bestehen können. Mit der Gründung des neuen und bundesweit in dieser Form einzigartigen Netzwerkes aller Universitäten des Landes setzen wir weitere wichtige Akzente für die Karriereentwicklung und die Perspektiven junger Forscherinnen und Forscher in unserem Land und schaffen eine gute Voraussetzung dafür, dass die besten Köpfe auch dauerhaft in den wissenschaftlichen Einrichtungen oder Wirtschaftsunternehmen im Land bleiben.“

Das Land Brandenburg würdigt seit 2007 herausragende Forschungsleistungen der wissenschaftlichen Nachwuchstalente seiner Hochschulen und außeruniversitärer Forschungseinrichtungen durch die Vergabe des Postdoc-Preises in den Kategorien Geistes- und Sozialwissenschaften sowie Natur- und Ingenieurwissenschaften. Der Preis ist mit jeweils 20.000 Euro dotiert. Die eine Hälfte des Preisgeldes steht den Gewinnern zur freien Verfügung, mit der anderen Hälfte werden wissenschaftliche Projekte der Preisträger gefördert. Die beiden Preisträger werden mit der Verleihung des Preises Mitglieder des neuen Netzwerks und profitieren von dessen Förderangeboten. Die Entscheidung über die Preisträger traf eine Jury mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Brandenburger Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen unter dem Vorsitz von Prof. Günter Stock, Vorstandsvorsitzender der Einstein Stiftung Berlin.

Den Postdoc-Preis 2018 in der Kategorie Geistes- und Sozialwissenschaften erhält Dr. Christian Dietrich für seine hervorragende Publikation “Positions on Zionism in the Wake of the Colonial Policy Debate: Perspectives on Labour Zionism in the ‘Sozialistische Monatshefte‘“. Christian Dietrich schloss 2009 sein Magisterstudium der Soziologie, Zeitgeschichte und Politikwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ab und promovierte anschließend am Historischen Institut der Philosophischen Fakultät der Universität Potsdam. Seit 2012 ist er Akademischer Mitarbeiter an der Axel-Springer-Stiftungsprofessur für deutsch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte, Exil und Migration an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). In seinem mit dem Postdoc-Preis ausgezeichneten Aufsatz beschäftigt sich Christian Dietrich mit der Entwicklung der Debatte zur Kolonialpolitik innerhalb der deutschen Sozialdemokratie und bewertet dabei die Auseinandersetzung mit dem Zionismus als Revision der sozialdemokratischen Positionen zur Kolonialpolitik. Die Publikation leistet einen wichtigen Beitrag zur migrations- und gesellschaftspolitisch hochaktuellen Frage der Wahrnehmung ethnischer Minderheiten und ihrer politischen Artikulation. Die Jury würdigte in diesem Zusammenhang sowohl die hohe Innovativität als auch gesellschaftliche Relevanz der Forschungsarbeit.

Dr. Bartholomäus Pieber erhält den Postdoc-Preis in der Kategorie Natur- und Ingenieurwissenschaften für die von ihm als Erstautor in Zusammenarbeit mit einem Forscher­team verfasste Publikation ‘Kontinuierliche heterogene Photokatalyse in seriellen Mikro-Batch-Reaktoren‘. Bartholomäus Pieber hat sein Studium der Chemie im Jahr 2011 an der Universität Graz mit dem Mastertitel abgeschlossen, im Jahr 2015 promovierte er dort. Anfang 2016 wechselte er als Postdoktorand an das Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam-Golm, wo er seit Anfang 2018 eine eigene Forschungsgruppe leitet. In seiner mit dem Postdoc-Preis ausgezeichneten Arbeit präsentiert Bartholomäus Pieber ein Verfahren, das die Möglichkeiten zum Einsatz von Licht für chemische Reaktionen verbessert, die etwa bei der Herstellung von Arzneimitteln eine Rolle spielen. Ihm und seinem Team gelang es, hierfür preiswertere und wiederverwendbare Materialien nutzbar zu machen und dabei die Probleme verfahrensmäßig auszugleichen, die sich grundsätzlich aus der schlechten Lichtdurchlässigkeit von Feststoffen ergeben. Die hoch innovative Forschung stellt einen Durchbruch auf diesem Forschungsgebiet dar und ist Beleg für die außerordentlichen wissenschaftlichen Fähigkeiten des Nachwuchsforschers.

Die vier Brandenburger Universitäten haben gemeinsam das ‘Brandenburgische Netzwerk für die Karriereentwicklung promovierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler‘ gegründet. Ziel der landesweiten Kooperation ist es, gemeinsam ein umfangreiches Angebot an Kursen, Beratungen und Weiterbildungsmöglichkeiten bereitzustellen, das allen promovierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universitäten im Land offensteht. Dieses Angebot beinhaltet sowohl zusätzliche Qualifikationen, um die wissenschaftliche Karriere erfolgreich fortzuführen, als auch Beratungen und Angebote für den Übergang in den akademischen Arbeitsmarkt außerhalb der Wissenschaft. Die vier Universitäten werden dazu ihre vorhandenen Angebote zur Karriereförderung, zur Beratung und zur Vernetzung verschränken und sich mit außerakademischen Arbeitgebern vernetzen sowie gemeinsam neue Kurse und Veranstaltungen entwickeln. Ab dem kommenden Jahr soll es zudem eine Spitzenförderung für Nachwuchsforschergruppen sowie für Forschungsstipendien innerhalb des Netzwerks geben, um exzellente Nachwuchs-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler nach Brandenburg zu holen und hier zu binden. Das Land fördert das Netzwerk 2018 mit 100.000 Euro und ab dem kommenden Jahr mit 600.000 Euro jährlich.

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