21.11.2018Brandenburg stärkt wissenschaftlichen Nachwuchs

Neues Fenster: Bild - Martina Münch - vergrößern ©Die Hoffotografen GmbH

Brandenburgs Wissenschaftsministerin Martina Münch hat heute in Potsdam gemeinsam mit Prof. Christiane Hipp, amtierende Präsidentin der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, Prof. Robert Seckler, Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der Universität Potsdam, Prof. Susanne Stürmer, Präsidentin der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, und Prof. Martin Eisend, Vizepräsident für Forschung, wissenschaftlichen Nachwuchs und Transfer der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder), die neu gegründete Akademie zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses an den Hochschulen präsentiert. Das ‘Brandenburgische Netzwerk für die Karriereentwicklung promovierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler‘ wird am morgigen Donnerstag mit einem Festakt in Potsdam offiziell eröffnet. Das Land fördert das Netzwerk in diesem Jahr mit 100.000 Euro und ab dem kommenden Jahr mit 600.000 Euro jährlich.

Ministerin Martina Münch verwies auf die Bedeutung des wissenschaftlichen Nachwuchses für die Zukunftsfähigkeit Brandenburgs. „Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler treiben die wissenschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung voran, bilden hoch qualifizierte Arbeitskräfte aus und tragen dazu bei, dass wir in der globalen Wissensgesellschaft erfolgreich bestehen können. Das Land Brandenburg hat in den zurückliegenden Jahren bereits einiges auf den Weg gebracht: Wir haben begleitende Qualifizierungen des wissenschaftlichen Nachwuchses erweitert, die Möglichkeiten für befristete Beschäftigungen eingeschränkt und wollen mit einem neuen Förderprogramm die Attraktivität der Fachhochschulen für den wissenschaftlichen Nachwuchs stärken. Mit dem neuen und bundesweit in dieser Form einzigartigen Netzwerk aller Universitäten des Landes setzen wir weitere wichtige Akzente für die Karriereentwicklung und die Perspektiven junger Forscherinnen und Forscher in unserem Land und schaffen eine gute Voraussetzung dafür, dass die besten Köpfe auch dauerhaft in den wissenschaftlichen Einrichtungen oder Wirtschaftsunternehmen im Land bleiben.“

Prof. Christiane Hipp, amtierende Präsidentin der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg: „Die BTU Cottbus-Senftenberg freut sich, Gründungsmitglied und Teil des Netzwerkes für die Karriereentwicklung von promovierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Brandenburg zu sein. An der BTU bestehen seit Jahren etablierte Qualifizierungsangebote, die der Förderung der wissenschaftlichen Entwicklung dienen. Insbesondere Postdoktorandinnen und Postdoktoranden erhalten eine Fülle von Unterstützungsmaßnahmen für ihren Karriereweg. Von der Vernetzung der Angebote aller Universitäten des Landes erhofft sich die BTU insbesondere eine Stärkung der Vielfalt der Qualifizierungsmöglichkeiten und einen noch intensiveren Austausch der Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler über die Grenzen ihrer jeweiligen Hochschulen und Fachkulturen hinaus. Wir sind überzeugt, dass das neue Netzwerk hilft, den wissenschaftlichen Nachwuchs noch besser als bisher auf den Karriereweg vorzubereiten.“

Prof. Robert Seckler, Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der Universität Potsdam: „Karrierewege von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern sind vielfältig und keineswegs nur auf den akademischen Bereich ausgerichtet. Seit mehr als zehn Jahren unterstützt die Universität Potsdam die Karriereentwicklung ihres wissenschaftlichen Nachwuchses durch außerfachliche Weiterbildung und Coaching im Rahmen der Potsdam Graduate School.“

Prof. Susanne Stürmer, Präsidentin der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF: „Die Filmuniversität war von Beginn an der Konzeption und Gründung des ‘Brandenburgischen Netzwerks zur Karriereentwicklung für promovierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler‘ beteiligt und ich freue mich sehr, dass diese Akademie heute offiziell eröffnet wird. Das Netzwerk stellt für viele Juniorprofessuren sowie PostDocs und akademische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine wichtige Bereicherung dar, da es – neben individueller Qualifikation in der Breiten- und Spitzenförderung – vor allem auch die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler miteinander vernetzt und so den Austausch  wissenschaftlicher und wissenschaftlich-künstlerischer Perspektiven fördert.“

Prof. Martin Eisend, Vizepräsident für Forschung, wissenschaftlichen Nachwuchs und Transfer der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder): „Wir freuen uns über den neu geschaffenen institutionellen und finanziellen Rahmen, der zugleich Fortsetzung und Ausbau der erfolgreichen Postdoc-Initiativen an der Viadrina mit besonderem Schwerpunkt auf Internationalität und Diversität ermöglicht.“

Die vier Brandenburger Universitäten haben gemeinsam das ‘Brandenburgische Netzwerk für die Karriereentwicklung promovierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler‘ gegründet. Ziel der landesweiten Kooperation ist es, gemeinsam ein umfangreiches Angebot an Kursen, Beratungen und Weiterbildungsmöglichkeiten bereitzustellen, das allen promovierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universitäten im Land offensteht. Dieses Angebot beinhaltet sowohl zusätzliche Qualifikationen, um die wissenschaftliche Karriere erfolgreich fortzuführen, als auch Beratungen und Angebote für den Übergang in den akademischen Arbeitsmarkt außerhalb der Wissenschaft. Die vier Universitäten werden dazu ihre vorhandenen Angebote zur Karriereförderung, zur Beratung und zur Vernetzung verschränken und sich mit außerakademischen Arbeitgebern vernetzen sowie gemeinsam neue Kurse und Veranstaltungen entwickeln. Ab dem kommenden Jahr soll es zudem eine Spitzenförderung für Nachwuchsforschergruppen sowie für Forschungsstipendien innerhalb des Netzwerks geben, um exzellente Nachwuchs-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler nach Brandenburg zu holen und hier zu binden.

Auf dem morgigen Festakt werden auch die beiden diesjährigen Preisträger des Postdoc-Preises von Ministerin Münch ausgezeichnet. Das Land Brandenburg würdigt seit 2007 herausragende Forschungsleistungen der wissenschaftlichen Nachwuchstalente seiner Hochschulen und außeruniversitärer Forschungseinrichtungen durch die Vergabe von zwei Landespreisen in den Kategorien Geistes- und Sozialwissenschaften sowie Natur- und Ingenieurwissenschaften. Der Preis ist mit jeweils 20.000 Euro dotiert. Die eine Hälfte des Preisgeldes steht den Gewinnern zur freien Verfügung, mit der anderen Hälfte werden wissenschaftliche Projekte der Preisträger gefördert. Die beiden Preisträger werden mit der Verleihung des Preises Mitglieder des neuen Netzwerks und profitieren von den Förderangeboten, die das Netzwerk bereithält. Die Entscheidung über die Preisträger trifft eine Jury mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Brandenburger Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen unter dem Vorsitz von Prof. Günter Stock, Vorstandsvorsitzender der Einstein Stiftung Berlin. In diesem Jahr werden der Historiker Dr. Christian Dietrich von der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) und der Chemiker Dr. Bartholomäus Pieber vom Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam-Golm mit dem Postdoc-Preis ausgezeichnet.

Wissenschaftsministerin Münch gratuliert den beiden Preisträgern: „Mit der Auszeichnung von herausragenden Nachwuchsforscherinnen und -forschern wollen wir die außerordentliche Bedeutung junger Wissenschaftler für unser Land deutlich machen. Das Auswahlverfahren für die diesjährigen Postdoc-Preisträger hat einmal mehr die enormen Potenziale wissenschaftlicher Nachwuchstalente im Land Brandenburg gezeigt. Christian Dietrich und Bartholomäus Pieber haben exzellente Forschungsleistungen erbracht – ich hoffe, dass die Auszeichnung eine Motivation für die erfolgreiche Fortsetzung ihrer wissenschaftlichen Karriere ist.“

Den Postdoc-Preis 2018 in der Kategorie Geistes- und Sozialwissenschaften erhält Dr. Christian Dietrich für seine hervorragende Publikation “Positions on Zionism in the Wake of the Colonial Policy Debate: Perspectives on Labour Zionism in the ‘Sozialistische Monatshefte‘“. Christian Dietrich schloss 2009 sein Magisterstudium der Soziologie, Zeitgeschichte und Politikwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ab und promovierte anschließend am Historischen Institut der Philosophischen Fakultät der Universität Potsdam. Seit 2012 ist er Akademischer Mitarbeiter an der Axel-Springer-Stiftungsprofessur für deutsch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte, Exil und Migration an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). In seinem mit dem Postdoc-Preis ausgezeichneten Aufsatz beschäftigt sich Christian Dietrich mit der Entwicklung der Debatte zur Kolonialpolitik innerhalb der deutschen Sozialdemokratie und bewertet dabei die Auseinandersetzung mit dem Zionismus als Revision der sozialdemokratischen Positionen zur Kolonialpolitik. Die Publikation leistet einen wichtigen Beitrag zur migrations- und gesellschaftspolitisch hochaktuellen Frage der Wahrnehmung ethnischer Minderheiten und ihrer politischen Artikulation. Die Jury würdigte in diesem Zusammenhang sowohl die hohe Innovativität als auch gesellschaftliche Relevanz der Forschungsarbeit.

Dr. Bartholomäus Pieber erhält den Postdoc-Preis in der Kategorie Natur- und Ingenieurwissenschaften für die von ihm als Erstautor in Zusammenarbeit mit einem Forscher­team erfolgte Publikation ‘Kontinuierliche heterogene Photokatalyse in seriellen Mikro-Batch-Reaktoren‘. Bartholomäus Pieber hat sein Studium der Chemie im Jahr 2011 an der Universität Graz mit dem Mastertitel abgeschlossen, im Jahr 2015 promovierte er dort. Anfang 2016 wechselte er als Postdoktorand an das Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam-Golm, wo er seit Anfang 2018 eine eigene Forschungsgruppe leitet. In seiner mit dem Postdoc-Preis ausgezeichneten Arbeit präsentiert Bartholomäus Pieber ein Verfahren, das die Möglichkeiten zum Einsatz von Licht für chemische Reaktionen verbessert, die etwa bei der Herstellung von Arzneimitteln eine Rolle spielen. Ihm und seinem Team gelang es, hierfür preiswertere und wiederverwendbare Materialien nutzbar zu machen und dabei die Probleme verfahrensmäßig auszugleichen, die sich grundsätzlich aus der schlechten Lichtdurchlässigkeit von Feststoffen ergeben. Die hoch innovative Forschung stellt einen Durchbruch auf diesem Forschungsgebiet dar und ist Beleg für die außerordentlichen wissenschaftlichen Fähigkeiten des Nachwuchsforschers.

Informationen zum Festakt:

Termin: Donnerstag, 22. November, 15.00 Uhr

Ort: Staatskanzlei, Brandenburg-Saal, Heinrich-Mann-Allee 107, 14473 Potsdam

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