08.11.20181,4 Millionen Euro für Ofen- und Keramikmuseum Velten

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Kulturministerin Martina Münch hat heute dem Förderverein Ofen- und Keramikmuseen Velten e.V. in Velten (Landkreis Oberhavel) einen Zuwendungsbescheid in Höhe von
1,4 Millionen Euro für den Erwerb der Ofenfabrik Schmidt, Lehmann & Co übergeben und dabei den Museumsstandort gewürdigt. „Velten gehört zu den herausragenden Standorten der Industriekultur und zu den besonders profilierten Museumsstandorten im Land: Das Ofen- und Keramikmuseum Velten verfügt über eine beeindruckende Sammlung an Öfen des 16. bis 20. Jahrhunderts, und die Sammlung des Hedwig Bollhagen Museums wurde 2015 in die Liste des Nationalen Kulturgutes eingetragen. Es ist nicht zuletzt die Verbindung von einem Museum am authentischen Standort und einer – bis vor kurzem – produzierenden Ofenfabrik, die besonders attraktiv ist. Ich freue mich, dass wir mit der Bereitstellung von 1,4 Millionen Euro für den Ankauf der ehemaligen Ofenfabrik aus ehemaligen SED-Mitteln den Museumsstandort in Velten sichern und weiterentwickeln können.“

Mit der Bereitstellung der Fördermittel kann die denkmalgeschützte Ofenfabrik als zentraler Ort des Museums erhalten und der zusammenhängende Betrieb der beiden Museen gesichert werden. Mit dem Ankauf der Fabrik soll zudem der Museumsstandort weiterentwickelt werden. Der Förderverein Ofen- und Keramikmuseen Velten hat dazu eine Nutzungskonzeption entwickelt, die auf dem Areal eine Mischnutzung von Kultur, Gewerbe und sozialen Einrichtungen vorsieht. Er wird eine gemeinnützige Stiftung gründen, die die Fabrik erwirbt und nachhaltig als Museumsstandort im Industriedenkmal entwickelt. Die Fördermittel kommen aus dem ehemaligen Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der DDR.

Der Veltener Museumsstandort auf dem Gelände der 1872 gegründeten Ofenfa­brik A. Schmidt, Lehmann & Co beherbergt zwei Museen: das 1905 ins Leben gerufene Ofen- und Keramikmuseum und das 2015 eröffnete Hedwig Bollhagen Museum. Das Ofen- und Keramikmuseum zeigt auf etwa 1.000 Quadratmetern Öfen des 16. bis 20. Jahrhunderts: Neben den berühmten weißen Schmelzkachelöfen aus Velten, den so genannten ‘Berliner Öfen‘, sind auch Kachelöfen aus der Schweiz, aus Österreich, Nürnberg, Meißen, Leipzig und Hamburg sowie eiserne Öfen und Küchenherde zu sehen. Im Hedwig Bollhagen Museum wird der keramische Nachlass der 1907 geborenen und 2001 gestorbenen Hedwig Bollhagen präsentiert. Internationale Bekanntheit erlangte die Keramikkünstlerin durch ihr künstlerisch anspruchsvolles und zeitloses Alltagsgeschirr. Ihr Nachlass wurde 2004 in die Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragen und 2015 in das Verzeichnis national wertvollen Kulturgutes aufgenommen. Beide Museen werden vom Förderverein Ofen- und Keramikmuseen Velten e.V. betrieben.

Derzeit läuft aktuell im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres und Kulturland-Themenjahres die Sonder-Ausstellung ‘Von Velten in die Welt. Und retour‘ des Fördervereins Ofen- und Keramikmuseum. Sie beleuchtet architektonische, sozioökonomische und kulturhistorische Facetten der Keramik- und Ofenindustrie. Von Velten aus wurden in den Jahrzehnten um 1900 Millionen von Schmelzkacheln für Berliner Kachelöfen verschickt. Das Museum hat Geschichte(n) rund um die Feuerstätten gesammelt und ihren kulturhistorischen Wert erforscht. Menschen, die mit dem Kulturgut Kachelofen zu tun hatten und haben, werden ebenso vorgestellt wie die Verteilwege der Kacheln, Keramiken und Baukeramiken. Die Ausstellung läuft bis zum 31. Dezember 2018.

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