02.11.2018100 Jahre Bauhaus in Brandenburg

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Kulturministerin Martina Münch hat heute gemeinsam mit Thomas Drachenberg, Landeskonservator und stellvertretender Direktor des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums, Christian Bodach, Leiter der Geschäftsstelle Bauhaus Verbund 2019, André Stahl, Bürgermeister der Stadt Bernau bei Berlin, Florentine Nadolni, Leiterin des Dokumentationszentrums Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt und des Kunstarchivs Beeskow, und Sven Till, künstlerischer Leiter der fabrik Potsdam, das Brandenburger Programm zum 100. Gründungsjubiläum des Bauhauses präsentiert.

Kulturministerin Martina Münch: „Das Bauhaus revolutionierte als ‘Hochschule für Gestaltung‘ zwischen 1919 und 1933 die architektonischen und ästhetischen Auffassungen zu Architektur, Gestaltung und Stadtplanung und prägte im 20. Jahrhundert weit über Deutschland hinaus die Bewegung der Moderne. Der Bauhaus-Gedanke steht bis heute für Funktionalität und klare Linien sowie für eine neue Form des Wohnens und Arbeitens, der Kunst und des Designs. Das Bauhaus steht aber auch für ein Kunst- und Architekturverständnis einer modernen und weltoffenen Gesellschaft. Politische, gesellschaftliche und soziale Partizipation waren den Bauhaus-Machern ein Kernanliegen. Auch diese gesellschaftlich-politische Dimension des Bauhaus-Gedankens soll im kommenden Jahr deutlich werden“, betont Münch. Brandenburg ist Bauhaus-Land und es gibt eine ganze Reihe bedeutender und sehenswerter Bauhaus-Stätten und hochkarätiger Veranstaltungen im Jubiläumsjahr zu erleben. Ein herausragendes Beispiel dafür ist die 1930 fertiggestellte Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes in Bernau – die Welterbe-Stätte wird im kommenden Jahr der Ort der offiziellen Auftaktveranstaltung des Bauhaus-Jahres am 10. Mai 2019 in Brandenburg sein. Aber auch das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst, das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt und die Potsdamer Tanztage werden das Jubiläumsjahr mit hochkarätigen und spannenden Bauhaus-Projekten bereichern.“

Christian Bodach, Leiter Geschäftsstelle Bauhaus Verbund 2019: „Mehr als 600 Veranstaltungen finden deutschlandweit aus Anlass von 100 Jahre Bauhaus statt. Mit sehr vielfältigen Veranstaltungen bringt sich das Land Brandenburg in den Bauhaus Verbund 2019 ein: Tanz, Architektur, Design, Forschung und Geschichte – das Programm in Brandenburg hat ein breites Spektrum zu bieten.“

Thomas Drachenberg, Landeskonservator und stellvertretender Direktor des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums: „Es geht der Denkmalpflege beim Thema Bauhaus sowohl um die Rettung der noch nicht restaurierten und oft verfallenden Bauten als auch um kontinuierliche Wartung und Pflege der bereits restaurierten Gebäude. Ein wichtiger Termin wird dabei der Brandenburgische Denkmaltag und die Auftaktveranstaltung des Jubiläumsjahres am 10. Mai in der ADGB-Schule in Bernau sein, bei der es um denkmalpflegerische Fragen der Erhaltung der Bauten der Moderne gehen wird.“

André Stahl, Bürgermeister der Stadt Bernau bei Berlin: „Ich freue mich, dass die Welterbe-Stätte Bundesschule Bernau als Ort für die offizielle Auftaktveranstaltung des Bauhaus-Jahres in Brandenburg ausgewählt worden ist. In Bernau steht 2019 ein besonderes Doppeljubiläum an: Neben ‘100 Jahre Bauhaus‘ wollen wir auch ‘500 Jahre Sankt-Marien-Kirche‘ feiern. 2019 ist also ein Jubiläumsjahr, das nicht besser zu unserem touristischen Motto ‘Geschichte trifft Moderne‘ passen könnte. Das ganze Jahr über werden wir daher themenbezogene Ausstellungen, kulturelle Veranstaltungen oder kombinierte Führungen anbieten.“

Florentine Nadolni, Leiterin des Dokumentationszentrums Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt und des Kunstarchivs Beeskow: „Wir freuen uns sehr, im Rahmen des Bauhaus-Jubiläums mit der Ausstellung ‘Alltag formen! Bauhaus-Moderne in der DDR‘ den Fokus auf das besonders facettenreiche Thema der Formgestaltung bzw. des Designs in der DDR zu legen und dieses aus verschiedenen Perspektiven – Gestaltungspraxis, Biografien und Wirkungsorte sowie Kulturpolitik – heraus zu beleuchten.“

Sven Till, künstlerischer Leiter der fabrik Potsdam: „Die noch junge Geschichte des zeitgenössischen Tanzes in Brandenburg wird seit dem Fall der Mauer 1989 wesentlich von international agierenden Choreographen, Tanzkünstlern und Pädagogen geprägt. In den praktizierten Ästhetiken, Stilformen und Arbeitsweisen lassen sich dabei auch die Einflüsse des Bauhauses und von ihm direkt oder indirekt beeinflusster herausragender Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts nachverfolgen. Wir freuen uns sehr, anlässlich des Bauhaus-Jubiläums sowohl herausragende Werke in Tradition und Reflexion der Bauhaus-Geschichte wie auch junge Künstlerinnen und Künstler der postmodernen Tanztradition zu präsentieren und erneut ein breites Publikum zum eigenen Erleben, Diskutieren und Erforschen von zeitgenössischer Tanz- und Körperkunst einzuladen.“ 

Deutschland begeht 2019 den 100. Jahrestag der Bauhaus-Gründung als einer der bedeutendsten kulturellen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts. Im Jahr 1919 in Weimar gegründet, 1925 nach Dessau umgezogen und schließlich 1933 in Berlin unter dem Druck der Nationalsozialisten geschlossen, hat das Bauhaus deutschland- und weltweit Spuren hinterlassen. Das Bauhaus war eine lebendige Ideenschule und ein Experimentierfeld auf den Gebieten der Architektur, der Stadtplanung, der freien und angewandten Kunst, der Gestaltung und der Pädagogik. Im ‘Bauhaus Verbund 2019‘ haben sich die drei Bauhaus-Institutionen in Berlin, Dessau und Weimar, die Bundeskulturbeauftragte, die Kulturstiftung des Bundes sowie elf Bundesländer, darunter Brandenburg, zusammengeschlossen, um das 100. Jubiläum unter dem Motto ‘Die Welt neu denken‘ gemeinsam zu begehen. In Brandenburg beteiligen sich eine Reihe von Einrichtungen und Institutionen am Jubiläumsjahr und laden dazu ein, sowohl die historischen Zeugnisse des Bauhauses als auch seine Bedeutung für die Gegenwart und Zukunft neu zu entdecken.

Ausgewählte Projekte zum Bauhaus-Jahr:

  • Die Galerie Bernau startet am 16. November 2018 mit der Vernissage zur Ausstellung ‘BEYOND BAUHAUS‘ in das Bauhaus-Jubiläumsjahr. Bis zum 11. Januar 2019 werden konzeptionelle Installationen von Andreas Burger, Bernhard Draz, Sven Kalden und Markus Krieger gezeigt. Die Gruppenausstellung ist in Bernau Auftakt des Themenjahres bauhaus100 und zeigt vier Positionen, deren Arbeitsweisen auf Grundgedanken und Formsprache der legendären Hochschule für Gestaltung zurückzuführen sind.
  • Die Sonderausstellung ‘Alltag formen! Bauhaus-Moderne in der DDR‘ des Dokumentationszentrums Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt in Kooperation mit der Weißensee Kunsthochschule Berlin geht anhand von zahlreichen Alltagsgegenständen den Wechselbeziehungen von politischen Entwicklungen in der DDR und der Bewertung der Bauhaus-Moderne sowie der Umsetzung einer auf Funktionalität beruhenden Gestaltungspraxis nach. Die Ausstellung sowie ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm laufen vom 07. April 2019 bis 05. Januar 2020.
  • Die Einflüsse des Bauhauses auf den Tanz greift die fabrik Potsdam, das internationale Zentrum für Tanz und Bewegungskunst, im Rahmen der Potsdamer Tanztage 2019 auf.
  • Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst wird in seinem Ausstellungsprojekt ‘Unbekannte Moderne 2019‘ auf Spurensuche zum Bauhaus in der Architektur, im Industriedesign, im Handwerk, in der Malerei und in der Fotografie gehen. Die Ausstellungen in Cottbus und Frankfurt (Oder) werden vom 26. Oktober 2019 bis zum 12. Januar 2020 zu sehen sein.
  • Mit einem länderübergreifenden Schülerwettbewerb haben die Architektenkammern Berlin und Brandenburg Kinder und Jugendliche auf Spurensuche der Moderne in der Region geschickt.
  • Das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologische Landesmuseum widmet den Brandenburgischen Denkmaltag 2019 am 10. Mai in der ADGB-Schule in Bernau denkmalpflegerischen Fragen der Erhaltung von Bauten der Moderne.
  • Das Land Brandenburg beteiligt sich zudem mit ausgewählten Orten an der bundesweiten ‘Grand Tour der Moderne‘, darunter mit der ehemaligen Gewerkschaftsschule in Bernau, dem Wohlfahrtsforum der AOK in Brandenburg an der Havel, dem Einsteinhaus in Caputh, dem Dieselkraftwerk in Cottbus, dem Wohnkomplex 1-3 in Eisenhüttenstadt, dem Musikheim in Frankfurt (Oder), der Hutfabrik in Luckenwalde und dem Einsteinturm in Potsdam.
  • Bereits eröffnet wurde die Ausstellung ‘Umkämpfte Wege der Moderne‘ im Potsdam Museum. Sie ist dem Maler, Architekten und Potsdamer Wahlbürger Wilhelm Schmid und der ‘Novembergruppe‘ gewidmet und beleuchtet die künstlerische Moderne aus einer besonderen Perspektive. Die Ausstellung läuft noch bis zum 27. Januar 2019.

Das Kulturministerium unterstützt Projekte zum Bauhaus-Jahr sowie die Bauhaus-Geschäftsstelle mit insgesamt mehr als 200.000 Euro.

Weitere Informationen: www.bauhaus100.de

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Kulturministerin Münch präsentiert gemeinsam mit mehreren Partnern das Brandenburger Programm zum Jubiläumsjahr 2019

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