10.10.2018‘Von Velten in die Welt. Und retour‘

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Kulturstaatssekretärin Ulrike Gutheil hat heute die Sonder-Ausstellung ‘Von Velten in die Welt. Und retour‘ im Ofen- und Keramikmuseum  Velten (Landkreis Oberhavel) eröffnet. „Die Sonderausstellung setzt sich mit der Geschichte der Kachelöfen auseinander und zeigt das weit gespannte Netz kultureller und wirtschaftlicher Verflechtungen, die früher von Velten aus in alle Welt reichten. Damit ist die Ausstellung ein gelungener Beitrag zum diesjährigen Kulturland-Themenjahr im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018. Das Kulturerbejahr unter dem Motto ‘SHARING HERITAGE‘ bietet die Gelegenheit, Kultur und Geschichte in Europa neu zu entdecken“, so Gutheil. „Velten gehört zu den herausragenden Standorten der Industriekultur und zu den besonders profilierten Museumsstandorten im Land Brandenburg: Das Ofen- und Keramikmuseum Velten verfügt über eine beeindruckende Sammlung an Öfen des 16. bis 20. Jahrhunderts, und die Sammlung des Hedwig Bollhagen Museums wurde 2015 in die Liste des Nationalen Kulturgutes eingetragen. Ich freue mich, dass wir mit der Bereitstellung von 1,4 Millionen Euro für den Ankauf der ehemaligen Ofenfabrik Schmidt, Lehmann aus ehemaligen SED-Mitteln den Museumsstandort in Velten sichern und weiterentwickeln können.“

Die Sonder-Ausstellung ‘Von Velten in die Welt. Und retour‘ des Fördervereins Ofen- und Keramikmuseum beleuchtet architektonische, sozioökonomische und kulturhistorische Facetten der Keramik- und Ofenindustrie. Von Velten aus wurden in den Jahrzehnten um 1900 Millionen von Schmelzkacheln für Berliner Kachelöfen verschickt. Das Museum hat Geschichte(n) rund um die Feuerstätten gesammelt und ihren kulturhistorischen Wert erforscht. Menschen, die mit dem Kulturgut Kachelofen zu tun hatten und haben, werden ebenso vorgestellt wie die Verteilwege der Kacheln, Keramiken und Baukeramiken. Die Ausstellung läuft bis zum 31. Dezember 2018.

Der Veltener Museumsstandort auf dem Gelände der historischen Ofenfabrik A. Schmidt, Lehmann beherbergt zwei Museen: das 1905 gegründete Ofen- und Keramikmuseum und das 2015 eröffnete Hedwig Bollhagen Museum. Das Ofen- und Keramikmuseum zeigt auf etwa 1.500 Quadratmetern Öfen des 16. bis 20. Jahrhunderts: Neben den berühmten weißen Schmelzkachelöfen aus Velten, den so genannten ‘Berliner Öfen‘, sind auch Kachelöfen aus der Schweiz, aus Österreich, Nürnberg, Meißen, Leipzig und Hamburg sowie eiserne Öfen und Küchenherde zu sehen. Im Hedwig Bollhagen Museum wird der keramische Nachlass der 1907 geborenen und 1993 gestorbenen Hedwig Bollhagen präsentiert. Internationale Bekanntheit erlangte die Keramikkünstlerin durch ihr künstlerisch anspruchsvolles und zeitloses Alltagsgeschirr. Ihr Nachlass wurde 2004 in die Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragen und 2015 in das Verzeichnis national wertvollen Kulturgutes aufgenommen.

Beim diesjährigen Kulturland-Themenjahr im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018 finden in Brandenburg unter dem Motto ‘wir erben. Europa in Brandenburg – Brandenburg in Europa‘ zahlreiche Veranstaltungen statt: Mehr als 30 Projekte und rund 200 Veranstaltungen mit unterschiedlichen künstlerischen und kulturellen Zugängen ermöglichen vielfältige Perspektiven auf das europäische Kulturerbe. Das Land fördert Projekte des Themenjahres mit insgesamt 365.000 Euro. Das von der Europäischen Kommission ausgerufene Kulturerbejahr geht auf eine Initiative des 1973 gegründeten Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz sowie des Bundes, der Länder und der Kommunen zurück. Seit 2016 ist Ministerin Martina Münch Präsidentin des Komitees.

Weitere Informationen:
www.kulturland-brandenburg.de
www.sharingheritage.eu

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