02.09.2018Zisterzienser gründen Priorat in Neuzelle

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Kulturministerin Martina Münch hat ein Grußwort im Rahmen der Bistumswallfahrt der Diözese Görlitz anlässlich der Gründung des neuen Zisterzienser-Priorats in Kloster Neuzelle (Landkreis Oder-Spree) gesprochen und die Gründer-Mönche willkommen geheißen. Ich freue mich sehr, dass die Zisterzienser-Mönche ausgerechnet im 750. Jubiläumsjahr von Kloster Neuzelle ein Priorat in Neuzelle gründen. Die Wiederansiedlung knüpft nicht nur an eine jahrhundertealte Stiftstradition an – sie bereichert Neuzelle als Ort der Kultur und Bildung um eine religiöse und spirituelle Komponente und wird weitere Besucherinnen und Besucher anziehen. Mit ihrem Wirken stehen die Zisterzienser auch heute für eine weltweite Gemeinschaft im Glauben“, so Münch. „Mit der Entscheidung für einen Klosterneubau im näheren Umfeld von Neuzelle trägt die Gemeinschaft der Zisterzienser ihrer Tradition eines monastischen Lebens Rechnung. Ein Neubau bietet zudem zusätzliches räumliches Entwicklungspotenzial für das Kloster und lässt sich gut mit dem Wirken in der historischen Klosteranlage verknüpfen. Ich begrüße es sehr, dass die Mönche in der katholischen Klosterkirche und im Pfarrhaus auf dem Gelände des Klosters Neuzelle dauerhaft präsent sein werden.“

Die Abtei Heiligenkreuz in Niederösterreich hat am 20. August im Rahmen eines Pontifikalamtes offiziell sechs ‘Gründermönche‘ ausgesandt, die heute auf Initiative des Bischofs von Görlitz das Priorat Neuzelle gründen werden, um dort das klösterliche Leben fortzusetzen. Unter Berücksichtigung der Bedürfnisse einer klösterlichen Lebensweise haben sich die Zisterzienser entschieden, für ihren zentralen Standort im Umfeld von Neuzelle ein eigenes Gelände zu erwerben und dort ein Kloster neu zu bauen, statt – wie bisher geplant – das Kanzleigebäude auf dem Klostergelände zu nutzen.

Die Klosteranlage Neuzelle mit der Wallfahrtskirche St. Mariä Himmelfahrt wird in der spirituellen und pastoralen Arbeit der Mönche des neuen Priorats eine hervorgehobene Bedeutung haben. Dort werden sie in der Seelsorge tätig sein und den Wallfahrtsbetrieb geistlich betreuen sowie im schulischen Dienst der Katholischen Grundschule mitwirken. Die Zisterzienser sind derzeit in Abstimmung mit dem Kulturministerium, der Stiftung Stift Neuzelle und dem Bistum Görlitz auf der Suche nach einer geeigneten Liegenschaft, auf der sie ein Kloster errichten können. Bis auf weiteres werden sie im katholischen Pfarrhaus auf dem Stiftsgelände wohnen.

Die sechs ‘Gründermönche‘ sind die Patres Simeon Wester, Kilian Müller, Konrad Ludwig, Aloysius Zierl, Isaak Käfferlein und Alberich Fritsche. Pater Simeon Wester steht der kleinen Gemeinschaft als Prior vor, Pater Kilian Müller ist für die ökonomischen Aufgaben und die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Die Patres Konrad Ludwig, Alberich Fritsche und Isaak Käfferlein engagieren sich zukünftig in der Seelsorge, Pater Aloysius Zierl in Haushalt und Sakristei.

Die Klosteranlage in Neuzelle (Nova Cella) wurde gemäß einer Urkunde vom 12. Oktober 1268 von Heinrich dem Erlauchten, Markgraf von Meißen, gegründet. Im Jahr 1817 wurde das Kloster säkularisiert, und der Klosterbesitz in ein preußisch-staatliches Stift Neuzelle überführt, das bis 1955 als Forst- und Domänenverwaltung weiter bestand und danach verstaatlicht wurde. Um die Klosteranlage wiederzubeleben, wurde 1996 die Stiftung Stift Neuzelle als öffentlich-rechtliche Stiftung des Landes Brandenburg gegründet. Seit Anfang der 1990er Jahre wurden mehr als 50 Millionen Euro an Landes-, Bundes- und EU-Mitteln sowie an privaten Spenden in die Gesamtanlage investiert. Neben den beiden Barockkirchen, dem spätgotischen Kreuzgang, dem in Teilen wiederhergestellten barocken Klostergarten und dem 2015 eröffneten Museum ‘Himmlisches Theater – Die Neuzeller Passionsdarstellungen vom Heiligen Grab‘ locken auch besondere Kulturangebote wie die Oper Oder-Spree jedes Jahr zahlreiche Besucherinnen und Besucher an.

Das Kloster Neuzelle feiert in diesem Jahr das 750. Jubiläum mit einem umfangreichen Programm mit Konzerten, Opern, Symposien, Lesungen, Ausstellungen, Gottesdiensten und Festen. Einer der Höhepunkte ist die Festwoche vom 07. bis 14. Oktober, unter anderem mit einem großen ökumenischen Festgottesdienst. Das Land beteiligt sich mit rund 350.000 Euro an den Jubiläumsfeierlichkeiten.

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