01.09.2018Orgel-Klänge aus dem 17. Jahrhundert

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Kulturministerin Martina Münch hat heute ein Grußwort anlässlich der feierlichen Wiederinbetriebnahme der ältesten Orgel Brandenburgs nach der Restaurierung in der Kirche St. Nikolai in Jüterbog (Landkreis Teltow-Fläming) gesprochen. „Sowohl die Werner- als auch die Rühlmann-Orgel in der St. Nikolaikirche sind von großem kulturhistorischen Wert und erheblicher musikgeschichtlicher Bedeutung. Ich freue mich, dass wir gemeinsam mit dem Bund und der evangelischen Kirche zur Sanierung der beiden bedeutenden Musikinstrumente beitragen konnten“, so Münch. „Im Land Brandenburg prägen alte Kirchengebäude zahlreiche Städte und Dörfer. Sie sind Orte des Gemeindelebens, bedeutsame Zeugnisse der Kirchen- und Kulturgeschichte und attraktive Ziele für kulturinteressierte Besucherinnen und  Besucher. Im Rahmen des Staatskirchenvertrages, der Denkmalhilfe und mit weiteren Zuwendungen unterstützt das Land die Sanierung von Kirchen und Inventargegenständen und trägt damit zur Bewahrung kulturellen Erbes bei.“

Bei der 1657 vom Orgelbauer Christoph Werner gebauten Orgel handelt es sich um das älteste spielbare Orgelpositiv Brandenburgs. Die Orgel befindet sich direkt im Altarraum, da das kleine Instrument mit fünf Registern ursprünglich nur für den liturgischen Gebrauch bestimmt war. Nach zahlreichen Umbauten in den vergangenen Jahrhunderten hat die Berliner Orgelbaufirma Karl Schuke mit der Restaurierung den klanglichen Originalzustand wiederhergestellt. Das Konzert zur feierlichen Wiederinbetriebnahme bestritten der britische Organist Leonard Sanderman und das Samuel-Scheidt-Ensemble unter Leitung von Kreiskantor und Kirchenmusikdirekter Peter-Michael Seifried.

Kulturministerin Münch hatte im August 2017 einen Förderbescheid für die Sanierung der Werner- und der Rühlmann-Orgel in der St. Nikolai-Kirche in Höhe von 150.000 Euro aus Bundes- und Landesmitteln übergeben. Die Rühlmann-Orgel wurde 1908 von der Firma Rühlmann aus Zörbig gebaut. Die Orgel hinter dem historischen Gehäuse von Joachim Wagner aus dem Jahre 1741 besaß 44 Register auf 3 Manualen und Pedal. Bei der Orgel handelt es sich um eines der wenigen Instrumente in Deutschland zur werkgetreuen Wiedergabe von Komponisten der deutschen Romantik. Für die weitere Sanierung der Rühlmann-Orgel – insbesondere der Restaurierung des Pfeifenwerks und des Spieltischs – hat die Evangelische Kirchengemeinde St. Nikolai im Juni 2018 weitere 44.000 Euro aus der Denkmalhilfe des Landes erhalten.

Die St. Nikolaikirche wurde erstmals im Jahr 1307 erwähnt – damals handelte es sich noch um einen Vorgängerbau, eine romanische Basilika. Die jetzige Kirche, eine gotische Hallenkirche, wurde in drei Bauphasen errichtet und um 1500 beendet.

Im Rahmen der 2015 erstmals eingerichteten Denkmalhilfe zur Sicherung von bedrohten Denkmalen stehen in diesem Jahr erneut insgesamt eine Million Euro Landesmittel zur Verfügung. Damit können rund 30 dringende Sanierungs- und Sicherungs-Projekte gefördert werden. Das Kulturministerium stellt 2018 insgesamt rund 14,3 Millionen Euro für die Denkmalpflege bereit. Die Mittel fließen – neben der Denkmalhilfe – in die Kofinanzierung des Bundesprogramms zur Erhaltung national bedeutender Denkmale sowie an die Kirchen, die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten und die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten für den Erhalt ihrer Bausubstanz. Insgesamt gibt es rund 24.500 eingetragene Denkmale im Land Brandenburg, darunter rund 13.600 Bau- und Kunstdenkmale.

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