29.08.2018Kleist-Museum in Frankfurt (Oder) wird Landesstiftung

Neues Fenster: Bild - Kleist-Museum Frankfurt (Oder) - vergrößern Kleist-Museum Frankfurt (Oder) ©Horst Drewing

Das Kabinett hat gestern dem Gesetzentwurf über die Errichtung der Landesstiftung Kleist-Museum sowie dem Entwurf einer Verwaltungsvereinbarung über die gemeinsame Finanzierung zwischen dem Land, dem Bund und der Stadt Frankfurt (Oder) zugestimmt. Das Kleist-Museum soll ab dem 01. Januar 2019 im Rahmen der Landesstiftung gesichert und weiter entwickelt werden. Dafür will das Land seine finanzielle Unterstützung für das Kleist-Museum ab dem kommenden Jahr von bislang 248.000 auf dann rund 500.000 Euro pro Jahr verdoppeln. Die Entwürfe werden jetzt dem Landtag zur weiteren Befassung zugeleitet.

Kulturministerin Martina Münch verweist darauf, dass der in Frankfurt (Oder) geborene Heinrich von Kleist zu den national und international bedeutsamsten Dramatikern und Schriftstellern aus Brandenburg gehört und ein wichtiger Teil der Kulturgeschichte des Landes ist. „Das weltweit einzige Museum über Heinrich von Kleist ist die größte Literaturgedenkstätte des Landes und ein kulturelles Aushängeschild Brandenburgs. Es verfügt über wertvolle Originaldokumente sowie eine einzigartige Sammlung zur Wirkungsgeschichte und Rezeption Heinrich von Kleists und leistet eine herausragende Arbeit in der Vermittlung von Kleists Werk. Mit der Landesstiftung wollen wir die wissenschaftliche Arbeit und die öffentliche Wahrnehmung des Museums stärken, die Aktivitäten zur kulturellen Teilhabe ausbauen sowie innovative Projekte und Ausstellungen ermöglichen“, so Münch. „Mit der Gründung der Landesstiftung Kleist-Museum setzen wir unseren Weg fort, die herausragenden Kultureinrichtungen gemeinsam mit den Kommunen im Land zu sichern und weiterzuentwickeln sowie allen Brandenburgerinnen und Brandenburgern Zugang zu attraktiven kulturellen Angeboten zu ermöglichen. Bereits im Juli 2017 haben wir das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst gegründet, im Herbst 2017 wurden die Landesbühnen gestartet und seit Januar 2018 kümmert sich die Landesstiftung Park und Schloss Branitz um das Pückler-Erbe. All diese Einrichtungen setzen in hervorragender Weise wichtige Aspekte unserer kulturpolitischen Strategie um: Kulturelle Teilhabe vor Ort, Bewahrung regionaler Identität und Stärkung des Kulturtourismus.“

Das Kleist-Museum bewahrt, sammelt, erschließt, erforscht und präsentiert Leben, Werk und Wirkung von Heinrich von Kleist. Es verfügt über eine umfangreiche Sammlung sowie eine Spezial- und Forschungsbibliothek mit etwa 10.000 Bänden. In den Jahren 1922/23 wurde im Geburtshaus des Dichters das erste Museum eingerichtet, 1937 wurde es in das Oderland-Museum integriert. Beide Gebäude brannten im April 1945 nieder. Nach Kriegsende wurde eine neue Sammlung aufgebaut, 1969 wurde die ‘Kleist-Gedenk- und Forschungsstätte‘ eröffnet. Im Oktober 1995 wurde der Verein ‘Kleist-Gedenk- und Forschungsstätte‘ gegründet, der seither Träger des Kleist-Museums ist. Im Museum finden regelmäßig Lesungen, Vorträge und literarisch-musikalische Veranstaltungen sowie die Kleistfesttage statt. Das Kleist-Museum ist als ‘kultureller Gedächtnisort von nationaler Bedeutung‘ im Blaubuch der Bundesregierung, einer Bestandsaufnahme national bedeutsamer Kultureinrichtungen der neuen Bundesländer, verzeichnet.

 

Das Literaturland Brandenburg hat eine reiche Literaturgeschichte und eine lebendige Gegenwartsliteratur. Dazu zählen ‘klassische‘ Autoren wie Heinrich von Kleist, Theodor Fontane, Gerhart Hauptmann, Bettina und Achim von Arnim, Kurt Tucholsky, Bertolt Brecht und Peter Huchel ebenso wie die zeitgenössischen Schriftstellerinnen und Schriftsteller Lutz Seiler, Antje Rávic Strubel, Julia Schoch und Juli Zeh. Das Land unterstützt das literarische Leben: Gefördert werden sowohl Autoren mit Stipendien und Preisen als auch überregional wirksame Vereine und Netzwerke sowie zahlreiche literarische Gedenkstätten – neben dem Kleist-Museum in Frankfurt (Oder) unter anderem auch das Gerhart-Hauptmann-Museum, das Peter-Huchel-Haus in Wilhelmshorst und das Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum in Rheinsberg.

Das Land entwickelt vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung in Abstimmung mit den Kommunen und weiteren Partnern Strukturen und Konzepte zur Sicherung der großen Kultureinrichtungen und stellt dafür erhebliche zusätzliche Mittel zur Verfügung:

  • Am 01. Juli 2017 wurde das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst als Fusion des Kunstmuseums Dieselkraftwerk in Cottbus und des Museums Junge Kunst in Frankfurt (Oder) gegründet. Das Land hat seine bisherige Finanzierung ab 2018 um rund 450.000 Euro auf künftig 1,3 Millionen Euro jährlich für die neue gemeinsame Einrichtung erhöht.
  • Seit der Spielzeit 2017/18 touren die neue Bühne Senftenberg (nBS) und die Uckermärkischen Bühnen Schwedt (ubs) als Landesbühnen Südbrandenburg und Nordbrandenburg mit Gastspielen und kulturellen Angeboten verstärkt durch die Regionen. Das Land stellt dafür im kommenden Jahr rund 260.000 Euro für zusätzliches Personal und Kosten der Gastspiele bereit.
  • Seit dem 01. Januar 2018 kümmert sich die Landesstiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz um das überregional bedeutende Kulturerbe von Park und Schloss Branitz. Das Land unterstützt die Stiftung seit diesem Jahr mit rund 2,05 Millionen Euro jährlich – mehr als viermal so viel wie bisher.

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